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Seehofer nennt 200 000 als Limit – Bayern: Grenzkontrollen müssen bleiben





Athen/Zagreb
Flüchtlingswelle nach Europa ungebrochen
Seehofer nennt 200 000 als Limit – Bayern: Grenzkontrollen müssen bleiben

dpa/epd,  04. Januar 2016, 02:00 Uhr
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Horst Seehofer
Weiter wagen täglich Tausende die Flucht über Ägäis und Balkan Richtung Mitteleuropa. Aber nur rund 550 Flüchtlinge pro Tag (200 000 im Jahr) sollte Deutschland nach Ansicht der CSU aufnehmen.


 
. Trotz der zunehmend widrigen Witterungsbedingungen auf den Routen nach Mitteleuropa hält der Flüchtlingsstrom Richtung Deutschland an. Allein in den ersten Stunden des Sonntags seien rund 2800 Migranten in Kroatien gezählt worden, teilte das Innenministerium in Zagreb mit. Am Vortag seien es knapp 1900, am ersten Tag des neuen Jahres etwa 3000 gewesen. Mehr als 4000 Flüchtlinge erreichten die vorgelagerten griechischen Inseln, wie Athens für Migration zuständiger Vizeminister Ioannis Mouzalas sagte. Neben Syrern registrierten die Behörden ein „neues Phänomen“, sagt er: „Marokkaner und Algerier (. . .) kommen in großen Zahlen.“

CSU-Chef Horst Seehofer verlangte am Wochenende eine konkrete Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen pro Jahr für Deutschland – also pro Tag im Schnitt rund 550 Menschen. 200 000 aufzunehmen, das könne Deutschland verkraften, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Und da funktioniert auch die Integration. Alles was darüber hinaus geht, halte ich für zu viel.“ Die CSU fordert eine Obergrenze seit Monaten, hat bisher aber keine Zahl genannt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dagegen lehnt sie strikt ab. Merkel und Seehofer kommen an diesem Mittwoch beide zur CSU-Klausur nach Kreuth. Hier wollen die CSU-Bundestagsabgeordneten auch die Forderung nach einem Einreisestopp für Flüchtlinge ohne Papiere beschließen. Kontrollen an den deutschen Grenzen werde es wohl auf absehbare Zeit weiter geben, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Solange der Schutz der Schengen-Außengrenzen in anderen EU-Staaten und damit die Erfassung aller Flüchtlinge nicht gewährleistet seien, könne man darauf nicht verzichten.

Die Überfahrt aus der Türkei nach Griechenland wird wegen starker Winde immer gefährlicher. Ein zweijähriger Junge aus Syrien kam am Samstag bei einem Bootsunglück ums Leben. Ein anderes Flüchtlingsboot kenterte vor der griechischen Insel Chios. Die 56 Insassen konnten aus den eisigen Fluten gerettet werden. Nach Angaben der Uno kamen im vergangenen Jahr insgesamt 851 319 Menschen über die Ägäis nach Europa. >

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