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Schwerbehinderte fast doppelt so häufig arbeitslos wie im Durchschnitt – DGB kritisiert Teilhabegesetz





Berlin/Saarbrücken
Schwerbehinderte fast doppelt so häufig arbeitslos wie im Durchschnitt – DGB kritisiert Teilhabegesetz
Von  Stefan Vetter, 
01. Dezember 2016, 03:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Symbolfoto Foto: Jens Kalaene (dpa-Zentralbild)
Schwerbehinderte waren im vergangenen Jahr fast doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie im allgemeinen Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Handicap betrug demnach 13,4 Prozent. Die vergleichbare, allgemeine Arbeitslosenquote lag bei 8,2 Prozent. Das geht aus einem SZ-Bericht unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Untersuchung des DGB hervor.

Demnach hat die Erwerbslosigkeit unter Schwerbehinderten seit 2009 gegen den allgemeinen Trend um sechs Prozent zugelegt. Damals gab es gut 168.000 Betroffene, 2015 waren es knapp 179.000. Parallel dazu ging die Zahl der Schwerbehinderten mit besonderer arbeitsmarktpolitischer Förderung um 34 Prozent auf nur noch rund 32.000 zurück.  

Nach geltendem Recht haben in Deutschland Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten die Pflicht, wenigstens fünf Prozent ihrer Jobs mit Schwerbehinderten zu besetzen. Laut DGB waren 2014 in jedem vierten beschäftigungspflichtigen Unternehmen allerdings überhaupt keine Behinderten angestellt. Dagegen hätten die öffentlichen Arbeitgeber die Quote mit 6,6 Pro

zent übererfüllt.

Der Studie zufolge sind auch vom geplanten Bundesteilhabgesetz keine substanziellen Verbesserungen bei der Beschäftigungslage von Schwerbehinderten zu erwarten. Zwar seien mehr Übergänge aus Werkstätten in den allgemeinem Arbeitsmarkt sowie Modellvorhaben im Hartz-IV-System geplant. Aber eine tatsächliche strukturelle Verbesserung bei der Vermittlung und Förderung von behinderten Arbeitslosen finde nicht statt.

Das Teilhabegesetz soll an diesem Donnerstag vom Bundestag verabschiedet werden.



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