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US-Prozess gegen deutschen Magier Jan Rouven wegen Kinderporno-Vorwürfen beginnt – 39-Jähriger streitet alles ab





Las Vegas
Von Las Vegas in den Knast
US-Prozess gegen deutschen Magier Jan Rouven wegen Kinderporno-Vorwürfen beginnt – 39-Jähriger streitet alles ab

dpa-Mitarbeiterin Barbara Munker,  20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Als Zauberer war Jan Rouven aus NRW eine Show-Größe in Las Vegas. Jetzt drohen ihm in den USA 15 Jahre Haft. Foto: Sweet/dpa

Foto: Sweet/dpa
In Las Vegas war Jan Rouven eine große Nummer. Doch die Show des deutschen Magiers ist abgesagt, seit Kinderporno-Material bei ihm gefunden wurde. Nun geht es vor Gericht. Rouven plädiert auf nicht schuldig.

Der letzte Auftritt des deutschen Magiers Jan Rouven vor einem klatschenden Publikum liegt mehr als sieben Monate zurück. Die Glitzerkostüme, die er auf der Bühne in Las Vegas trug, musste der gebürtige Nordrhein-Westfale im vergangenen März gegen rote Häftlingskleidung eintauschen. Immer wieder wurde der Prozess wegen Kinderpornografie seither verschoben, doch nun steht am kommenden Montag der Auftakt im Bundesbezirksgericht der Casinostadt bevor.

Die Vorwürfe gegen den 39 Jahre alten Illusionisten aus Kerpen sind schwerwiegend: Rouven soll Kinderpornografie empfangen, besessen, verbreitet und beworben haben, lautet die Anklage. Ermittler des FBI hätten auf Laptops, Festplatten und anderen Geräten in seiner Villa rund 3500 Videos und Fotos entdeckt, die Sex mit Minderjährigen und auch Kindern zeigen. Bei der Anklageerhebung im April hatte Rouven auf „nicht schuldig“ plädiert. „Jan steht weiter dazu, dass er dies nicht getan hat. Er will sich gegen die Vorwürfe wehren“, sagt sein Anwalt Jess Marchese. „Wir streiten nicht ab, dass rechtswidrige Dateien bei ihm im Haus gefunden wurden“. Aber: „Nicht Jan, sondern jemand anderes hat das gemacht“, meint Marchese. In der großen Villa am Stadtrand von Las Vegas, die er mit Ehemann und Manager Frank Alfter bewohnte, habe der Deutsche viele Besucher gehabt. Doch wer hatte Zugang zu den Geräten? Wurde ihm etwas untergeschoben? „Ich weiß nicht, wer es war“, sagt Marchese.

Rouven, der 2009 zum ersten Mal in Las Vegas aufgetreten war, hatte ein festes Engagement in der Casino-Metropole, zuletzt stand er mit der Show „The New Illusions“ im Tropicana-Kasino allabendlich auf der Bühne. Seine Monumental-Tricks mit brennenden Sägen und Entfesselungsaktionen im Wassertank brachten ihm Preise und internationalen Ruhm ein.

Nun trägt er bei Gerichtsterminen Hand- und Fußschellen. Für den Prozess hat sich Rouven gegen das gebräuchliche Jury-Verfahren entschieden. Es werden also nicht mehrere Geschworene, sondern nur ein Richter über Rouvens Schicksal entscheiden. „Wir hatten Zweifel daran, eine faire Jury finden zu können“, erklärt Marchese mit Blick auf Rouvens Bekanntheitsgrad und die Schwere der Vorwürfe.

Diese Rolle fällt nun Gloria Navarro zu, seit 2014 oberste Richterin in Nevada. Die Juristin kubanischer Abstammung setzt sich seit Jahren für Jugendprogramme und den Kinderschutz ein, heißt es auf der Homepage des Gerichts.

Eine Niederlage musste Rouven vor Gericht schon einstecken. Sein Antrag auf Freilassung gegen Kaution war abgelehnt worden. Er könne sich nach Deutschland absetzen, war einer der Gründe. Im Falle eines Schuldspruchs in allen Anklagepunkten drohen dem Magier mindestens 15 Jahre Haft – möglich sind auch mehr.



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