Ist studieren zu teuer in Deutschland?
20. Oktober 2016, 17:01 Uhr
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Foto: pixabay.com@fritsdejong
Eine der ersten Fragen, wenn der Wunsch nach einem Studium aufkommt, ist die der Kosten. Diese setzen sich dabei nicht nur aus den Studiengebühren zusammen, auch die Lebenshaltungskosten spielen eine wichtige Rolle. Diese umfassen die Wohnkosten und die normalen Lebenskosten. Angesichts steigender Kosten wird Studieren für viele immer schwieriger, dennoch ist ein Studium in Deutschland im internationalen Vergleich durchaus noch günstig.
Studiengebühren in Deutschland
 
An staatlichen Universitäten gibt es in Deutschland keine Gebühren, denn sie werden meist vom Staat finanziert. Es gibt jedoch den so genannten Semesterbeitrag, mit welchem die Verwaltungskosten und auch die Finanzierung von Sportanlagen, Wohnheimen und Mensen abgedeckt werden. Er muss von allen Studenten entrichtet werden und liegt je nach Universität bei 150 bis 200 Euro. Studenten können jedoch in der Regel ihren Studentenausweis als Fahrkarte für Bus und Bahn in der näheren Umgebung nutzen und damit diese Kosten einsparen.
Die Studiengebühren an privaten Hochschulen sind allerdings deutlich höher und können jährlich bei bis zu 20.000 Euro liegen.
 
 
Lebenshaltungskosten in Deutschland
 
Verglichen mit anderen Ländern sind die Lebenshaltungskosten in Deutschland zwar nicht wirklich höher, aber man benötigt schon einiges an Geld, wenn man nicht im Elternhaus wohnen kann, weil die Universität beispielsweise in einer weiter entfernten Stadt ist.
 
Die Wohnkosten sind dabei von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich und machen den größten Posten aus. Eine günstige Alternative zur eigenen Wohnung stellt für Studenten deshalb oft die Wohngemeinschaft dar. Die Grundkosten werden untereinander aufgeteilt. Die Kosten für ein WG-Zimmer lieber aber dennoch oft zwischen 300 und 500 Euro je nach Lage der Wohnung, eine eigene kleine Wohnung kostet ebenfalls ab etwa 400 Euro aufwärts. Ein Wohnheimplatz ist mit etwa 200 bis 400 Euro hingegen deutlich günstiger und deshalb auch sehr begehrt. Ein sollte Platz sollte aus diesem Grund auch frühzeitig beantragt werden, denn Zimmer in Wohnheimen der Universitäten sind recht schnell vergeben.
 
Je nach individuellem Lebensstil benötigt ein Student zudem etwa weitere 200 bis 300 Euro für Lebensmittel, Kleidung, Freizeit oder auch Bücher für die Uni. Beim Thema „Bücher“ kann das sogar schnell teuer werden. Eine Option, nicht mehr benötigte Bücher (z. B. aus vorangegangenen Semestern) zu verkaufen, ist Studibuch. So können Studenten zusätzlich etwas Geld für das Studium und alle damit verbundenen Kosten verdienen. Meist wird das Studium übrigens von den Eltern, durch Nebenjobs, über BAföG oder auch aus Ersparnissen finanziert. Auch Stipendien oder die Aufnahme eines Studentenkredits können eine Option sein.
 
Fazit: Studieren in Deutschland zwar teuer, aber im Vergleich noch günstig
 
Zwar ist ein Studium in Deutschland – auch angesichts steigender Lebenshaltungskosten – nicht unbedingt günstig, verglichen mit einem Studium in anderen Ländern der Welt aber immer noch preiswert, wenn man bedenkt, welchen Bildungsstand man dabei erwirbt.
 
In einer Studie der Großbank HSBC wurden 13 Länder hinsichtlich Studiengebühren und Lebenshaltungskosten untersucht. Das Ergebnis: Deutschland lag auf dem letzten Platz. Und zwar im positiven Sinne, denn im Vergleich zu den anderen 12 Ländern ist Deutschland das günstigste Land, wenn es um die Kosten für ein Studium geht. Das teuerste Land für Studenten ist übrigens Australien.
Laut Deutschem Studentenwerk kommen auf einen durchschnittlichen Studenten etwa 794 Euro an Kosten für den Lebensunterhalt zu. Neuere Zahlen werden voraussichtlich erst im 2. Quartal des Jahres 2017 veröffentlicht.


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