Was bringen goldene Kreditkarten?
18. Oktober 2016, 13:34 Uhr
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Deutsche nutzen häufig eine Kreditkarte. Nicht immer muss es eine goldene Kreditkarte sein. Foto: Pixabay @ yedidiak (CC0 Public Domain)
Heute hat fast jeder zweite Deutsche eine oder mehrere Kreditkarten. Das Kreditkartengeschäft wächst seit vielen Jahren. Laut Bundesbank ist in den letzten fünf Jahren die Vergabe von Kreditkarten auf gut 31,1 Millionen Stück angewachsen. Das bedeutet, die meisten Menschen bezahlen bargeldlos mit ihrer Plastikkarte. Mittlerweile ist das auch nahezu überall möglich.
Selbst Supermärkte wie Aldi oder Elektronik-Geschäfte wie Saturn akzeptieren Kreditkartenzahlungen. Das Statussymbol von früher ist also nicht mehr nur für betuchte Verbraucher reserviert. Längst gibt es die Kreditkarten ohne viel Aufwand. Auch deshalb leisten sich zahlreiche Bankkunden eine solche Plastikkarte, viele davon sind sogar goldfarben. VIP-Service, Einkaufsrabatte und umfangreicher Reiseschutz haben allerdings ihren Preis. Die Jahresgebühr für goldene Karten liegt zwischen 40 und 100 Euro im Jahr. Bei einigen Banken ist es zudem schwieriger geworden, Prämienpunkte zu sammeln. Aus diesen und anderen Gründen lohnen sich nicht alle goldene Kreditkarten.

Goldene Karte teurer wegen EU-Richtlinie

Eine neue EU-Richtlinie zu Interbankenentgelten gibt den Banken einen bestimmten Prozentsatz vor, den sie abführen müssen, wenn Kunden zum Beispiel mit einer Kreditkarte bezahlen. Dadurch soll die Chancengleichheit in der Branche hergestellt werden. Kontrolliert wird das Ganze von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin genannt. Für die Banken ist dieses Geschäft deutlich unattraktiver. Denn sie dürfen maximal 0,3 Prozent bei einer Kreditkarte abziehen. Im letzten Jahr lag dieser Satz noch bei 1,73 Prozent und mehr. Damit ist die Kreditkarte für die Kunden deutlich günstiger, für die aber Banken teurer geworden.

Was das für die Finanzinstitute bedeutet, lässt sich leicht erklären. Im vergangenen Jahr haben Verbraucher im Einzelhandel Waren im Gesamtwert von knapp 2,3 Milliarden Euro mit Kreditkarten umgesetzt. Damit haben die Banken rund 394,5 Millionen Euro verdient. Legt man den angepassten Wert von 0,3 Prozent zugrunde, würden sie nur einen Bruchteil dessen, nämlich rund 68 Millionen Euro, umsetzten. Pro Jahr fehlen den Banken damit mehr als 320 Millionen Euro. Diese holen sie sich mit neuen, erhöhten Kreditkartengebühren zurück. Die Finanzinstitute sind recht kreativ, um die Verluste auszugleichen und so ist eine Konsequenz, dass die Gebühren für (goldene) Kreditkarten steigen.

Wann lohnt sich die goldene Kreditkarte?

Viele Kunden fragen sich aus diesem Grund, ob sie die hohen Gebühren zahlen, oder ob sie lieber auf eine kostenlose Basiskarte ohne zusätzliche Leistungen zugreifen sollen. Ein kostenloser Vergleich von goldenen Kreditkarten hilft weiter. Dort können interessierte Verbraucher Angebote und Gebühren miteinander vergleichen und einsehen, welche Vorteile jede Goldkarte besitzt. Mit diesen Informationen lässt sich eine individuell passende Entscheidung treffen.

Die meisten Goldkarten bieten ein Leistungspaket an, das Inhabern einen umfassenden Gepäck- und Mobilitätsschutz sowie einen Versicherungsschutz auf Reisen bietet. Zudem lässt sich mit vielen goldenen Kreditkarten kostenlos Bargeld in allen Euro-Ländern abheben, bei einigen Karten sogar weltweit. Tests haben gezeigt, dass dieser Schutz bei der goldenen Kreditkarte deutlich günstiger ist, als wenn der Kunde die genannten Versicherungen extra abschließen würde. Das macht die Gebühr schnell vergessen. Für Familien, die viel mit dem Auto reisen, ist die Goldkarte damit eine überlegenswerte Option. Zudem ist sie unabhängig vom Girokonto zu haben. Wer die Kreditkarte darüber hinaus häufig nutzt, sammelt Punkte, die er in Geld umwandeln kann. Die Goldkarte zahlt auch Guthabenzinsen.

Weitere Vorteile der Goldkarten:
  • Kunden haften nicht, falls die Karte verloren oder gestohlen wird.
  • Ein sicheres Einkaufen im Internet ist dank 3D-Secure Technologie möglich.
  • Die Goldkarte bietet eine Warenschutzversicherung.
  • Es gibt eine Auslandskrankenversicherung, die in der Regel für die komplette Familie gilt.
  • Es gibt Vergünstigungen bei Autovermietungen, Supermärkten und ausgesuchten Geschäften.
  • Kunden erhalten einen Bonus bei Pauschalreisen, Flügen und Hotels.
Worauf bei einer goldenen Kreditkarte achten?

Eine goldene Kreditkarte sieht edel aus, bietet aber nicht immer einen Mehrwert. Die integrierten Versicherungsleistungen sollten ihren Zweck erfüllen, damit sich die Anschaffung lohnt. Acht bis zehn Zusatzleistungen sollten bei einer goldenen Kreditkarte durchaus drin sein. Nachfolgend aufgelistete Versicherungen sollten bei einer Kreditkarten-Jahresgebühr zwischen 50 und 80 Euro nicht fehlen:
  • Auslandsreisekrankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Warenversicherung
  • Reiserücktrittversicherung
  • Verkehrsrechtsschutz
  • Kfz-Reisehaftpflicht für Mietwagen
  • Gepäckversicherung
  • Reisekomfort-Versicherungen
Jeder Kunde sollte für sich entscheiden, welche Zusatzleistungen er braucht. Wer sie wenig nutzt und selten reist, dem reicht eine Basis Kreditkarte oder eine günstige goldene Karte aus.
Wichtig ist zu wissen, dass zum Beispiel Reiserücktritt- und Auslandkrankenversicherung in Umfang und Dauer beschränkt sind. Sie stellen keinen vollwertigen Ersatz für eine Versicherung dar. Experten raten jedem Verbraucher, sich die Bedingungen genau durchzulesen und im Zweifelsfall eine Extra-Versicherung abzuschließen. Günstige Auslandsreisekrankenpolicen sind schon unter 20 Euro zu haben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Banken in den letzten Jahren die Kreditkartenstandards deutlich verbessert haben. Die Leistungen im Schadenfall werden in der Regel übernommen. Das liegt auch daran, dass die Kreditkarte häufig genutzt wird. Und das ist trotz niedriger Gebühren für die Banken eine positive Nachricht.


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