Niedrigzins und europäische Finanzpolitik: Quo vadis, Anleger?
28. Juli 2016, 13:24 Uhr
Versicherungen lohnen kaum noch, die Immobilienpreise erklimmen immer neue Höhen und Tagesgeld bringt auch keine vernünftigen Erträge mehr: Viele Sparer empfinden die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zunehmend als Affront. Doch warum hat sich das Ganze so entwickelt? Dazu hier die Antworten.
Das EZB-Ziel: Eine Inflationsrate von plus zwei Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat als Hüterin des Euros als oberstes Ziel die Geldwertstabilität. Daher will sie die derzeitige Inflationsrate von derzeit null Prozent auf zwei Prozent heraufsetzen, um mehr Finanzstabilität im Euroraum zu erzeugen. Deshalb heizt die EZB die Inflation an, indem sie den Banken für ihre Einlagen keine Zinsen zahlt, sondern welche verlangt – derzeit sind es 0,4 Prozent. Zusätzlich kauft die Notenbank Anleihen vom Markt auf, was längerfristige Zinsen ebenfalls sinken lässt. Das Resultat für den Anleger: verkehrte Welt. Nicht nur, dass man für sein Erspartes keine Zinsen mehr erhält, sogar die Furcht vor Negativzinsen für Privatkunden der Banken macht bereits die Runde.

Die Intention der EZB ist es, die europäischen Banken vom Geldhorten abzubringen und sie zur Vergabe von Krediten zu bringen. Diese wiederum sollen von Unternehmen aufgenommen werden, die sie investieren und so für Wachstumsimpulse sorgen. Das hätte eine florierende Wirtschaft und vermehrten Konsum zur Folge, was die Inflationsrate ansteigen lassen würde – das Ziel der EZB wäre erreicht.

Immo-Boom dank niedriger Kreditzinsen

Wer jetzt sein eigenes Heim bauen oder kaufen will, erlebt rosige Zeiten: Die Kredite fürs Bauen sind günstig wie nie zuvor. Allerdings: Die Immobilienpreise steigen aufgrund dieser Entwicklung seit geraumer Zeit an, eine Änderung der Situation ist nicht in Sicht. Das gilt leider auch für den, der sein Geld anlegen will. Beispiel Tagesgeld: Die ganz normale Bankfiliale zahlt seit längerem oftmals nur noch 0,01 Prozent Zinsen auf Tagesgeld, bei Festgeld sieht es ähnlich mau aus. Das macht Aktien und Fonds für viele interessanter als früher, denn dort ist mehr Rendite zu holen. Viele Anleger informieren sich online bei Finanzdienstleistern – hier als Beispiel das Profil von Swiss Life Select, einem Finanzdienstleistungsunternehmen mit Schweizer Wurzeln – oder ausgewiesenen Aktien-Gurus. Auch bei alternativen Ansparmodellen, die auf die private Altersvorsorge einzahlen, ist finanzfachlicher Rat mehr denn je gefragt, denn: Der deutsche Michel spart weiter. Vom verfügbaren Einkommen gehen nach wie vor etwa zehn Prozent auf die hohe Kante – Niedrigzinsen hin oder her.


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