Wissensmanagement: Know-How als wertvolle Ressource betrachten
20. Juni 2016, 11:45 Uhr
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Zukunftsforscher sind sich einig, Daten und Information werden das Öl des fortschreitenden 21. Jahrhunderts sein. Nicht nur Personendaten, die sich über Apps sammeln und auswerten lassen, sondern auch Fachwissen, ist gefragt wie nie. Doch wie konserviert man einen nicht greifbaren Rohstoff?
Methodik des Wissensmanagements

Der Begriff des Wissensmanagements ist für viele deutsche Unternehmer noch immer ein theoretisches Konstrukt. Gerade kleine Firmen setzen auf das Hinzuziehen von Experten bei spezifischen Problemlagen und scheuen sich, Mitarbeiter in den Lösungsfindungsprozess einzubeziehen. Doch vom intelligenten Wissensmanagement profitieren alle.

Zwei prominente Modelle dominieren den Markt. Das bereits 1995 von Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi veröffentlichte Buch "Die Organisation des Wissens" unterscheidet nach explizitem und implizitem Wissen. Als implizites Wissen bezeichnet man im Fachvokabular Wissen, das sich durch Können ausdrückt und schwer in Worte gefasst und vermittelt werden kann, während explizites Wissen in Texten und Kursen vermittelt wird. In ihrem Modell gehen die beiden Wissenschaftler von einem spiralförmigen Aufsteigen des Wissens von der individuellen auf die Unternehmensebene aus. Idealerweise profitieren alle Mitarbeiter vom Wissen des Einzelnen.
 
Das Baustein-Modell

Im Baustein-Prinzip nach Probst, Raub und Romhardt wird Wissensmanagement durch 8 Prozesse aufgebaut. Am Anfang steht das Wissensziel, das definiert, welche Fähigkeiten aufgebaut werden sollen. Bei der Wissensidentifikation werden Daten erhoben, welches Wissen im Unternehmen bereits vorhanden ist. Der Wissenserwerb konzentriert sich auf die Fragen, ob das neue Wissen entwickelt oder eingekauft werden soll, zum Beispiel mithilfe von Fachkräften. Solche Wissenszweige, die nicht von außen erworben werden, müssen durch die Wissensentwicklung im Unternehmen selbst aufgebaut werden. Die Wissensverteilung legt nun fest, welcher Mitarbeiter über welches Wissen verfügen muss. Danach richtet sich die Planung der Weiterbildung, oder Zusammenarbeit. Die Wissensnutzung meint den Einsatz des neu erworbenen oder entwickelten Wissens, welches dann in der Wissensbewahrung konserviert werden muss. Um auszuwerten, ob Ziele erreicht wurden und welches Wissen vermittelt werden konnte, ist die Wissensbewertung bedeutsam. Alle Bausteine des Modells bauen aufeinander auf.
 
Wissensmanagement im Unternehmen

Um allen relevanten Mitarbeitergruppen Zugang zu vorhandenem Unternehmenswissen, oder dem Wissen der Experten in verschiedenen Abteilungen, zu verschaffen, nutzen viele Unternehmen heute eine professionelle Projektsoftware, bei der Arbeitsprozesse gemeinsam geplant und ausgeführt werden können. Hier können neue Inhalte können hier gemeinsam abgelegt und so sortiert werden, dass im Unternehmen jederzeit darauf zugegriffen werden kann. Außerdem lassen sich vorgefertigte Inhalte von Wirtschaftsexperten aus dem Bereich Unternehmensführung und -wissen abrufen, wodurch die Recherchezeit deutlich verkürzt wird.

Durch ein optimiertes Wissensmanagement ersparen sich Unternehmen die Zeit, "das Rad immer wieder neu zu erfinden". Einmal entwickelt, lässt sich die Information immer wieder abrufen, weiterentwickeln und teilen. Einige Prozesse des Wissensmanagementes, wie das Mind-Mapping zu Projekten und Prozessen, sind unbewusst bereits tief in der Planungsstrategie verwurzelt. Der Schritt hin zum professionellen Wissensmanagement, ist also nicht so weit, wie er scheint. Auf den Wissensmanagement-Tagen, die jeden November in Stuttgart stattfinden, können Unternehmer ihre Strategien teilen und verfeinern.


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