Für Unternehmensgründer: Steuertipps vom Steuerberater
30. Mai 2016, 14:46 Uhr
Die meisten Firmengründer lassen sich in ihrer Startphase von einem Steuerberater beraten. Er unterstützt die Gründer nicht nur bei der Wahl der Rechtsform und beim Businessplan, sondern gibt auch entscheidende Tipps, welche Kosten in welcher Form von der Steuer abgesetzt werden. Lesen Sie hier die wichtigsten Steuer-Tipps für Freiberufler und Gewerbetreibende.
Steuerfragen in der Gründungsphase

Selbstständige und Unternehmer zahlen wie alle natürlichen Personen Einkommensteuer. Nur wenn das Unternehmen als Kapitalgesellschaft gegründet wird, fällt für das Unternehmen die Körperschaftsteuer an. Freiberufler und Gewerbetreibende stehen also genau wie Arbeitnehmer vor der Frage, welche Ausgaben sie in ihrer Einkommensteuererklärung absetzen.

Hier finden Sie Tipps für Privatpersonen: Sie setzen haushaltsnahe Dienstleistungen, Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen von der Steuer ab. Für Arbeitnehmer ist das Thema Steuererklärung damit meist erledigt. Selbstständige müssen sich zusätzlich um Umsatzsteuer und Gewerbesteuer kümmern.

Gewinnermittlung für Selbstständige

Der größte Unterschied in der Einkommensteuer für Selbstständige gegenüber anderen Personengruppen liegt in der Gewinnermittlung. Die Betriebsausgaben vermindern den Gewinn, sie werden deshalb wie auch die Einnahmen gegenüber dem Finanzamt genau aufgelistet und belegt.

Gerade zu Anfang der Selbstständigkeit beantworten Steuerberater viele Detailfragen. Zu den Betriebsausgaben eines Selbstständigen zählen Büromiete, Reisekosten, Arbeitsmittel, Ausgaben für Kommunikation und Telekommunikation, Büroausstattung, Bewirtungskosten, Fahrtkosten und Reisekosten und anderes mehr, etwa Zinsen für ein betriebliches Darlehen. Unterschieden werden Arbeitsmittel für den direkten Verbrauch und Wirtschaftsgüter, die eine längere Gebrauchsdauer haben. Arbeitsmittel bis 150 Euro setzen Steuerberater direkt ab, ebenso geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu 410 Euro.

Ein höherwertiges Wirtschaftsgut im Wert von mehr als 410 Euro wird nach bestimmten Abschreibungsregeln auf mehrere Jahre verteilt. Ein Steuerberater-Tipp: Alternativ zur Einzelabschreibung können sie auch einen Sammelposten mit allen Arbeitsmitteln und Wirtschaftsgütern bilden, für die Sie zwischen 150 und 1.000 Euro gezahlt haben. Diese Position schreiben Sie dann über fünf Jahre ab.

Das Arbeitszimmer für den Freiberufler

Ein wichtiges Thema für Freiberufler: das Arbeitszimmer. Dieser Raum sollte bürogemäß eingerichtet sein und zu mehr als 90 Prozent zum Arbeiten genutzt werden. Stehen ein Gästebett oder Sportgeräte im „Arbeitszimmer“ oder dient nur eine Arbeitsecke im Wohnzimmer zum Arbeiten, wird das Finanzamt das Arbeitszimmer in der Regel nicht anerkennen.

Ist das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung ist, werden die Kosten unbegrenzt anerkannt. Ist dies nicht der Fall (zum Beispiel bei einem Coach, der das Arbeitszimmer nur für Vorbereitung und Buchhaltung nutzt), werden die tatsächlichen Aufwendungen bis zu einer Höhe von 1.250 Euro im Jahr abgezogen.

Viele Gründer entscheiden sich für einen Steuerberater, weil sie so Rechtssicherheit gewinnen. Gerade in der Anfangszeit können Fehler gegenüber dem Finanzamt teuer werden. Außerdem sparen Gründer Zeit und Energie, die sie für den Aufbau ihres Geschäfts benötigen. Das heißt allerdings nicht, dass Gründer die Steuer- und Finanzthemen ganz abgeben dürfen. Von einem Unternehmer wird zurecht erwartet, dass er jederzeit den Überblick über die eigenen Finanzen hat – unterstützt vom Steuerberater.


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