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Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkennen und vorbeugen
06. Mai 2016, 16:27 Uhr
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Schwangerschaftsdiabetes kann für Mutter und Kind ein Risiko darstellen – eine rechtzeitige Diagnose ist entscheidend. Foto: Image Point Fr (www.shutterstock.com)
Die Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, zählt in Deutschland zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Knapp vier Prozent der Schwangeren erkranken jährlich an der Blutzuckerstörung. Dabei beobachtet die Forschung in den vergangenen zehn Jahren einen einen erheblichen Anstieg von Gestationsdiabetes. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Zahl sogar verdreifacht hat. Eine Störung ist symptombasiert nur schwer zu erkennen, weshalb eine Vorbeugung und regelmäßige Diagnosetests entscheidend sind.
Wie entsteht Schwangerschaftsdiabetes?

Die Ursachen für die Entstehung einer Diabetes während der Schwangerschaft sind medizinisch und klinisch noch nicht abschließend geklärt. Teilweise wird davon ausgegangen, dass bei einigen Frauen schon vor der Schwangerschaft eine genetische Veranlagung zur Diabeteserkrankung vorgelegen hat.

Am wahrscheinlichsten scheint es, dass ein gesteigerter Insulinbedarf bzw. eine verstärkte Insulinresistenz verantwortlich ist. Das begründet sich im Wesentlichen durch den bei einer Schwangerschaft entstehenden erhöhten Energiebedarf. Um diesen zu decken, muss der Körper mehr Glukose produzieren. Das bedeutet, dass die Pankreas (Bauchspeicheldrüse) mehr Insulin freisetzen muss, damit vermehrt Glukose in die Zellen transferiert werden kann. Allerdings ist wie bei Diabetes Mellitus Typ-2 nicht jede Bauchspeicheldrüse in der Lage genügend Insulin zu produzieren, um den Energiemangel zu decken. Die Folge ist ein sogenannter echter Insulinmangel.

Hormone führen zu relativem Insulinmangel

Teilweise konnte in medizinischen Untersuchungen auch der Einfluss bestimmter schwangerschaftsbedingter Hormone ermittelt werden. So kommt es im ersten Trimester zu einer verstärkten Ausschüttung von Hormonen wie HGC und HPL, was zu einer Sensibilisierung der Zellen auf Insulin führt. Allerdings kommt es im zweiten sowie dritten Trimester zu hormonellen Wechselwirkungen von Östrogen, humanem Plazentalaktogen und Insulin. Das heißt, die Zusammensetzung der körpereigenen Hormone ändert sich, worauf die Zellen mit einer erhöhten Insulinresistenz reagieren. Obwohl genügend Insulin vorhanden ist, kann der Körper den Blutzuckerspiegel nicht senken. Es entsteht ein sogenannter relativer Insulinmangel.

Hohes Risiko durch Übergewicht

Medizinisch gesichert ist, dass bestimmte Risikofaktoren eine Gestationsdiabetes begünstigen, hierzu zählen unter anderem:

  • Alter der Patientin ab ca. 30 Jahren)
  • Übergewicht (BMI > 30) zu Beginn der Schwangerschaft
  • Starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft
  • Diabetes Typ-2 bereits in der Familie vorhanden
  • Vorangegangene Geburten mit einen hohen Geburtsgewicht des Kindes


Ebenso konnte mittlerweile ein Zusammenhang zwischen Schlaf-Apnoe-Syndrom und Schwangerschaftsdiabetes labortechnisch nachgewiesen werden. Wobei eine Apnoe in Folge von Übergewicht entstehen kann.

Keine eindeutigen Symptome

Das Problem bei einer Schwangerschaftsdiabetes ist das Fehlen einer eindeutigen Symptomatik, wie sie bei einer normalen Blutzuckererkrankung üblicherweise auftritt. Demnach leiden schwangere Frauen weder an übermäßigem Durst oder starkem Harndrang, was normalerweise Rückschlüsse auf eine Störung zulassen würde.

In den meisten Fällen wird die Diagnose erst nach der 25. Schwangerschaftswoche durch einen Zuckerbelastungstest gestellt. Auch auffällige Ultraschallaufnahmen, bei denen ein übermäßiges Wachstum oder ein zu hohes Gewicht des Fötus erkennbar ist, lassen in den meisten Fällen auf eine Blutzuckerstörung schließen.

Screening zur rechtzeitigen Diagnose-Stellung

Generell besteht die Gefahr, dass die Schwangerschaftsdiabetes aufgrund fehlender Symptomatik übersehen wird, was sowohl für die Mutter als auch für das Kind schwerwiegende Folgen haben kann. Daher wir jeder Schwangeren empfohlen, zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche ein sogenanntes Screening durchführen zu lassen. Dabei muss die werdende Mutter 50 Gramm Glukoseflüssigkeit zu sich nehmen. Nach etwa einer Stunde wird dann der Glukosewert im Blut bestimmt. Ist eine Überschreitung der Norm von 140 mg/dl gegeben, bringt ein Glukosetoleranztest Klärung. Werden auch hier die Toleranzwerte überschritten, muss ein Diabetologe hinzugezogen werden.

Der Blutzuckertest ist bei einer Schwangerschaft von enormer Bedeutung. Das haben auch die Krankenkassen erkannt und haben den Test in ihr Leistungspaket aufgenommen. Mittlerweile gehört der Test zur Routineuntersuchung.

Erhöhter Zucker Gefahr für Mutter und Kind

Bleibt die Zuckererkrankung unerkannt und somit unbehandelt, kann das gravierende Folgen für Mutter und Kind haben. So weisen fast 40 Prozent der Neugeborenen bei einer unbehandelten Diabetesschwangerschaft die Symptome einer Fetopathie auf. Das bedeutet, dass das Kind abnorm groß und schwer ist ( 4,5 Kilo, teilweise auch mehr). Zudem sind bei dem Kind deutliche Entwicklungsrückstände erkennbar. Insbesondere die Lunge ist in vielen Fällen betroffen, so dass ein Atemnotsyndrom nicht ausgeschlossen werden kann.
Die Hauptgefahr mütterlicherseits besteht in einem massiven Kreislaufversagen mit Ödembildung, Nierenfunktionsstörung sowie Bluthochdruck. Auch eine unter Umständen tödlich verlaufende Eklampsie kann nicht ausgeschlossen werden. Nicht selten kommt es dann zu einer Fehlgeburt.

Gesunde Ernährung zur Behandlung und Vorbeugung

Das Ziel einer Behandlung liegt in der Senkung des Blutzuckerspiegels. In den meisten Fällen ist hierfür eine Ernährungsumstellung ausreichend. Ein Drittel der diagnostizierten Patientinnen muss jedoch mit einer Insulintherapie behandelt werden.

Bei der Ernährung spielt neben dem besonderen Energiebedarf während der Schwangerschaft auch die ausgewogene Nährstoffzufuhr eine Rolle. So bleibt der Kalorienbedarf in der ersten Schwangerschaftshälfte auf dem üblichen Niveau, erst in der zweiten Hälfte sollten etwa 100-300 kcal mehr zugeführt werden. Grundsätzlich sollte eine Schwangere etwa 30 kcal pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen.
Hinsichtlich der Nährstoffverteilung ist während der Schwangerschaft angeraten:

  • 40% (komplexe) Kohlenhydrate
  • 35% (ungesättigtes) Fett
  • 15% Eiweiß


Durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung, sowie körperliche Bewegung , wie zum Beispiel Aqua-oder Schwangerschaftsgymnastik, kann einer Schwangerschaftsdiabetes oft schon im Vorfeld verhindert werden.


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