Gewichtszunahme beim Rauchstopp vermeiden
06. Mai 2016, 16:17 Uhr
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Foto: shutterstock.com@LjupcoSmokovski
Obwohl sich die meisten Raucher den Gesundheitsschäden des Nikotinkonsums bewusst sind, wagen sie nicht immer den Schritt zum Rauchstopp. Ein häufiges Hindernis ist die zu erwartende Gewichtszunahme während der Entwöhnung. Doch was ist an wirklich dran?
Eine Gewichtszunahme ist wahrscheinlich

Es ist in der Tat so, dass die meisten Exraucher, in den ersten Jahren der Entwöhnung an Gewicht zu legen. Etwa 80% gewinnen im Durchschnitt etwa bis zu sieben Kilogramm an Gewicht. Einige Betroffene bringen sogar 10 bis 15 Kilogramm mehr auf die Waage. Nach zehn Jahren beträgt die Gewichtszunahme bei Männern noch immer 4,5 Prozent bei Frauen 5 Prozent.

Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass auch Menschen, die nie geraucht haben, mit den Jahren an Gewicht zunehmen, wenn auch oft nicht so stark wie ehemalige Raucher. Verantwortlich für die Gewichtszunahme während des Rauchstopps sind Begleitfaktoren des früheren Nikotinkonsums. Mit dem richtigen Wissen kann also vorgebeugt werden.

Veränderte Darmflora beeinflusst Stoffwechsel

Je länger der Nikotinkonsum erfolgt und je intensiver er ausfällt, umso deutlicher sind die Auswirkungen auf den Körper. So wirken sich die Stoffe der Zigarette auf die Darmflora aus, die Einfluss auf Verdauung und Stoffwechsel nimmt.

 So stellte ein Züricher Forschungsteam bei einer Untersuchung fest, dass sich bei Menschen, die gerade mit dem Rauchen aufgehört haben, die Bakterienstämme Proteobacteria und Bacteroidetes stärker ausgebreitet haben, die Anzahl an Firmicuten und Actinobakterien sich dagegen verringerte. Die vermehrt auftretenden Bakterien sorgen für eine langsamere Verdauung, die die Gewichtszunahme nach dem Rauchen begünstigt.

Verlangsamter Stoffwechsel begünstigt Kalorienaufnahme

Die durch die Rauchentwöhnung herbeigeführte Veränderung der Darmflora sorgt dafür, dass der Grundumsatz des Körpers verlangsamt wird. Das bedeutet, dass der Körper eines ehemaligen Rauchers im Ruhezustand weniger Kalorien verbrennt als der Körper eines aktiven Rauchers oder Nichtrauchers. Bei gleichbleibender Ernährungsweise bzw. Kalorienaufnahme werden diese also langsamer verbrannt bzw. umgesetzt und Gewicht zugelegt.

Allerdings lässt sich auch beobachten, dass sich der Körper einige Zeit nach der Rauchentwöhnung umstellt und die Veränderung der Darmflora sich zurückbildet. Wie lange dieser Prozess dauert, ist noch nicht erwiesen. Eine medizinische Behandlung für die Reduzierung der verantwortlichen Bakterienstämme gibt es bisher nicht
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Ersatzbefriedigungen verstärken Effekt

Viele ehemalige Raucher versuchen, den Entzug des Nikotins zu kompensieren. Sie essen zu viel, trinken mehr Alkohol und greifen wesentlich häufiger zu Süßigkeiten und Chips - alles Faktoren, die automatisch zur Erhöhung des Gewichts führen. Frauen sind hier übrigens stärker betroffen als Männer. Ehemalige Raucherinnen nehmen Untersuchungen zufolge durchschnittlich 227 Kalorien mehr auf, als vor dem Rauchstopp. Aufgrund der veränderten Darmflora und des verlangsamten Stoffwechsels, fallen die zusätzlichen Kalorien buchstäblich noch mehr ins Gewicht.

So lässt sich Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp vermeiden?

Wer plant, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte bereits einige Zeit vorher damit beginnen, die Aufnahme von Kalorien zu vermindern und mit körperlicher Betätigung dem Stoffwechsel entgegenwirken. Wichtig ist es, auch Kraftsportsequenzen in das Training einzubauen, um den Muskelaufbau zu fördern – eine höhere Muskelmasse erhöht den Grundumsatz natürlich. Gleichzeitig kann Sport dabei helfen Entzugserscheinungen zu mildern und ebenfalls als eine Ersatzbefriedigung dienen.

Hilfreich ist auch eine Umstellung der Ernährung auf eine leichte, frische Kost, die viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte aber wenig Fleisch, Zucker und Fett enthält. Ganz auf Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten, ist sicherlich nicht notwendig. Um aber nach dem Rauchstopp das Gewicht zu halten, ist es ratsam, beides nur in Maßen zu konsumieren und stattdessen lieber auf kalorienarme Snacks auszuweichen. Zumindest solange sich der Stoffwechsel noch erholt.


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