Stickerkunst - Streetart oder Verunzierung?
25. April 2016, 07:29 Uhr
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Foto: pixabay.com@anoopmohan
Man sieht sie überall, vor allem in einer Großstadt: Sticker! Egal, ob an Wänden in der Innenstadt oder an Laternenmasten, Ampeln oder in Bars auf Toiletten. Dabei haben sie nur eine Sache gemeinsam: Sie kleben! Die Inhalte, die Absichten und die Optik sind von Sticker zu Sticker völlig verschieden. Was treibt die Menschen an, die sie verkleben und handelt es sich dabei wirklich um Streetart, also um wahre Kunst, oder doch nur um eine Verunzierung?
Was ist Stickerkunst?

Als Stickerkunst wird eine Form der Streetart bezeichnet, die schon seit mehreren Jahrzehnten existiert, aber erst in den letzten Jahren richtig groß geworden ist. Dabei geht es darum, Aufkleber selbst zu entwerfen, drucken bzw. herstellen zu lassen und diese dann in einem öffentlichen Raum unterzubringen. Dadurch wird der Sticker sozusagen der Öffentlichkeit präsentiert und zur Schau gestellt. Dabei ist es völlig egal, um welchen Inhalt es dabei geht, wobei natürlich schon entweder eine besondere Botschaft übermittelt werden soll oder aber die Optik besonders interessant wirken soll. Häufig verschwimmt jedoch diese Grenze, denn bei der Stickerkunst werden ab und an auch einfach Aufkleber verwendet, die nicht selbst erstellt wurden und auch gar keine besondere Aussage beinhalten und keine besonders kunstvolle Optik vorweisen können. Oftmals geht es dann auch einfach nur um das Verkleben. Dabei kann es um besondere Orte gehen oder darum, etwas bestimmtes zu überkleben.

Kunst vs. Verunzierung

Da die Stickerkunst sich in den vergangenen Jahren vor allem in den Großstädten immer weiter verbreitet hat, entstand Anfang der 2000er Jahre eine öffentliche Debatte darüber, ob es sich dabei um Kunst oder Verunzierung handelt. Da es sich beim Überkleben von öffentlichen Gegenständen oder dem Eigentum der Stadt um eine unerlaubte Verunzierung handelt, ist für viele Leute die Sachlage klar. Dennoch ist diese Art der Kunst vergleichbar mit dem Graffiti, welches an vielen Orten mittlerweile gestattet ist und als Kunstform vollständig akzeptiert wird. Dennoch gab es in den vergangenen Jahren einige Kampagnen, die gegen die Stickerkunst mobil machen wollten. Vor allem die Stadt Köln beteiligte sich dabei mit dem Motto "Klebt euch nicht zu". Unter anderem waren der Kölner Fußballer Christian Clemens und der Stadtdirektor Guido Kahlen in Werbekampagnen mit dem Slogan "Deine Liebe? Deine Stadt? Klebt euch nicht zu." in den Medien zu sehen. 

Die Freiheit der Kunst

Letztendlich hat sich das Phänomen Stickerkunst, Stand heute, durchgesetzt. Weiterhin sehen zwar viele Menschen die Aufkleber als lästig oder nicht besonders hübsch an, doch gleichzeitig wird deren Existenz mittlerweile akzeptiert. Vor allem bei politischen Bewegungen ist die Stickerkunst weit verbreitet, um flächendeckend mehrere Leute zu erreichen. Die Plattform deinestadtklebt.de macht sich diese Freiheit der Kunst zu Nutzen. Dort können sich interessierte Künstler mit Aufklebern eindecken, indem sie ihre Aufkleber in Auftrag geben. Diese werden dann gedruckt und zeitnah an die Kunden ausgeliefert. Die Vielfalt der Aufkleber ist gleichzeitig der große Vorteil dieser Kunstart, denn das unterschiedliche Material, die verschiedenen Größen und natürlich die wechselnden Motive sorgen für viel Abwechslung bei der Stickerkunst. Und genau dies sorgt auch dafür, dass diese Kunstart ein Stadtbild auch durchaus verschönern kann.


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