Gute Umwelt-Idee: Klein-Windkraftanlagen im Garten
30. März 2016, 09:07 Uhr
Eine Windkraftanlage im eigenen Garten? Prinzipiell für viele eine sinnvolle Sache: Man erzeugt seinen eigenen Strom, anstatt für ihn zu bezahlen, und für die Umwelt ist das ebenfalls eine gute, nachhaltige Lösung. Allerdings sollte man einiges über das Thema wissen, bevor man sich zur Stromerzeugung auf dem eigenen Grundstück entschließt.
Entscheidend: Der Standort der Anlage

Wichtig ist, dass vor der Aufstellung ein Standort gewählt wird, der gleich mehrere Bedingungen erfüllt. Es muss eine bestimmte Windgeschwindigkeit in einer bestimmten Masthöhe erreicht werden, und der Schattenwurf sowie der Geräuschpegel der Windkraftanlage dürfen die Nachbarn nicht stören. Auf dem eigenen Grundstück ist der Standort meist auf den Garten oder das Dach beschränkt, in der Nähe des Verbrauchers – in der Regel das eigene Heim, bei größeren Anlagen mit mehreren Rotoren aber vielleicht auch eine Siedlung oder eine technische Einrichtung, die Strom benötigt.

Minimale Leistung: Nicht weniger als vier Meter Windgeschwindigkeit pro Sekunde

Entscheidend für die wirtschaftliche Leistung einer Klein-Windkraftanlage ist die möglichst optimale Windgeschwindigkeit und -leistung am Aufstellungsort. Mit sich steigernder Windgeschwindigkeit steigt die Leistung eines Windrads überproportional an, das heißt: Bei einer Windgeschwindigkeit von sechs Metern in der Sekunde ist die theoretisch erreichbare Leistung einer Windkraftanlage dreimal so hoch wie bei einer Windgeschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde. Als Faustregel gilt: Die Anlage sollte auf Nabenhöhe einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von mindestens vier Metern pro Sekunde ausgesetzt sein, um wirtschaftlich zu arbeiten.

Tipps für die Aufstellung

Obwohl häufig eine Installation auf dem Dach gewünscht wird, ist dieser Standort oft nicht zu empfehlen, da der vom Wind getroffene Gebäudekörper Turbulenzen erzeugen kann. Sie wiederum beeinträchtigen unter Umständen den Zufluss an Windenergie – und damit die Effizienz der Klein-Windkraftanlage in Sachen Stromerzeugung. Das spricht für die freistehende Aufstellung der Anlage am Mast. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass sich sowohl die eigenen Hausbewohner als auch die Nachbarn nicht von den Schattenwürfen des Masts zu den verschiedenen Tageszeiten sowie im Sommer oder Winter belästigt fühlen.

Auch bei der Geräuschentwicklung sollte man an die Nachbarn denken. Hier gelten die staatlichen Vorgaben der sogenannten TA Lärm ("Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm"). Am besten, man vergleicht die dort aufgeführten maximal erlaubten Lärmpegel mit den Herstellerangaben der Anlage, um so einen Schätzwert zu erhalten. Was die zulässige Höhe einer Klein-Windkraftanlage anbetrifft, so sind in einigen Gegenden Anlagen bis zu zehn Metern Höhe genehmigungsfrei, in anderen jedoch nicht. Weitere Informationen über Regelungen und Baugenehmigungen für Klein-Windkraftanlagen in den einzelnen Bundesländern finden Sie hier.
 
Transport- und Sicherheitsaspekte bei Anlagen mit Gondel

Sollte bei entsprechenden Rahmenbedingungen eine Anlage aufgestellt, installiert oder gewartet werden, deren Mast höher als zehn Meter ist, empfiehlt sich für den Transport von Werkzeug und Ersatzteilen in die Gondel ein Elektroseilzug oder eine Bauseilwinde. Sie ist im Netz unter transprotec.de oder bei einem anderen Anbieter erhältlich. Bei solch einer höheren Windkraftanlage sind auch eine Steighilfe und ein Sicherungsgurt für die Leiter ratsam, um maximale Sicherheit bei der Besteigung des Masts gewährleisten zu können, wenn einmal etwas an der Windkraftanlage geprüft oder gewartet werden muss.


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