Kleine Alarmanlage: Wie Rauchmelder Leben retten können
24. März 2016, 15:38 Uhr
In fast allen Bundesländern herrscht für Haus- und Wohnungseigentümer die Pflicht, Flur, Wohn- und Schlafräume mit Rauchmeldern auszustatten. Rheinland-Pfalz war bereits 2003 diesbezüglich Vorreiter. Seit Anfang des Jahres müssen auch alle Wohnungen in Sachsen, Niedersachen und Bremen mit Rauchwarnsystemen ausgestattet sein. Bis spätestens Ende 2016 haben noch Nordrhein-Westfalen und Bayern Zeit, aufzurüsten. Lediglich in Berlin und Brandenburg wurde noch kein entsprechender Paragraph in der Bauordnung ergänzt.
Dabei ist ein Rauchmelder absolut sinnvoll, man könnte sogar sagen lebenswichtig: Die meisten Menschen, die in Deutschland durch Brände ums Leben kommen, sterben in der Nacht. Während des Schlafens werden Geräusche und vor allem Gerüche aus der Umgebung nicht mehr richtig wahrgenommen. Schon drei Atemzüge des giftigen Brandrauchs können dann tödlich sein. Ein Rauchmelder, der mit einem 82 Dezibel lauten Warnton Alarm schlägt, soll das verhindern.

Rauchmelder gibt es in diversen Qualitäten

Verbraucher haben – wie immer wenn es um die Ausstattung des eigenen Heims geht – die Qual der Wahl. Denn Rauchmelder sind schon für wenige Euro erhältlich. Teurere Modelle können hingegen mit besseren Funktionen überzeugen.
Hier ein Überblick über verschiedene Varianten von Rauchmeldern:
  • Günstige Modelle sind schon für fünf bis zehn Euro erhältlich. Solche Rauchmelder werden meist mit Alkali-Batterien betrieben, die mindestens ein Jahr lang Energie liefern müssen. Vier Wochen vor Versagen der Batterie geben die Rauchmelder alle 30 Sekunden einen leisen Pieps von sich – bis die Batterie schließlich gewechselt wird.
  • Etwas teurere Rauchmelder (ab etwa 20 Euro) laufen mit Lithium-Ionen-Batterie. Weil man damit mindestens für zehn Jahre auf den Batteriewechsel verzichten kann, tragen diese Modelle in Onlineshops wie diesem Namen wie „Zehn-Jahres-Rauchwarnmelder“.
  • Bei Häusern oder sehr großen Wohnungen sind Rauchwarner mit Funkverbindung von Vorteil: Wenn es beispielsweise in der untersten Etage brennt, schlagen auch die Geräte auf den oberen Stockwerken Alarm. Modelle mit Funk und Lithium-Batterie sind ab circa 60 Euro erhältlich.

Kaufen, montieren, profitieren

Beim Kauf sollte man auf Qualität achten. Rauchmelder mit CE-Gütesiegel, die der Norm EN 14604 entsprechen, sind per Gesetz vorgeschrieben. Zusätzliche Labels, wie das der VdS Schadenverhütung GmbH, zeigen zudem, ob die Geräte geprüft wurden. Die VdS (Vertrauen durch Sicherheit) verfügt beispielsweise über ein Verzeichnis über anerkannte Rauchwarnmelder mit erhöhten Leistungsmerkmalen.

Als Bauherr, Haus- oder Wohnungseigentümer muss man sich selbst um Beschaffung, Montage und regelmäßige Wartung der Rauchwarnmelder kümmern. Als Bewohner einer Mietwohnung braucht man sich in der Regel um nichts zu kümmern, der Vermieter ist für Anschaffung und Wartung verantwortlich. Manchmal müssen Mieter jedoch die Wartung vornehmen – je nachdem, wie es die Landesbauordnung oder der Mietvertrag vorsieht. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern ist der unmittelbare „Besitzer“ einer Wohnung, also gegebenenfalls der Mieter, auch für die Installation der Geräte zuständig.

Idealerweise montiert man die kleinen Geräte waagerecht an der Deckenmitte. Zur nächsten Wand sollte mindestens ein halber Meter Abstand sein. Bei Dachschrägen ist die Position 50 Zentimeter unterhalb des höchsten Punktes empfohlen. In der Nähe von Zugluft, Luftschächten oder Klimaanlagen ergeben Rauchmelder nur wenig Sinn: Hier würde der Rauch abziehen.  

Wichtig: Auch wenn die kleinen Alarmanlagen vor Rauch warnen – die Feuerwehr muss der Bewohner immer noch selbst anrufen! 


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