Risiken des schnellen Gewichtsverlusts
05. Januar 2016, 09:22 Uhr
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Foto: Shutterstock.com (Africa Studio)
Obwohl sich viele einen schnellen Gewichtsverlust wünschen, kann dieser bei zu starker Ausprägung auch gesundheitsschädlich sein. So sehen Gesundheitsexperten eine Gewichtsreduktion von mehr als 1,5 kg pro Woche als gesundheitsgefährdend an. Dabei sollte der tägliche Kalorienbedarf nicht weiter als auf 1.200 kcal reduziert werden. Gerade einseitige Crash-Diäten halten diese Richtlinien nicht ein und enthalten dem Körper zusätzlich wichtige Mineralstoffe vor.
Ernährungsstrategien für eine schnelle Gewichtsabnahme?

Bei einem radikalen Gewichtsverlust bzw. Crash-Diäten handelt es sich um eine Ernährungsform, bei der der Körper bewusst unausgewogen und mangelhaft ernährt wird. Erreicht wird dies durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel und Inhaltsstoffe: Alkohol und Kaffee werden aus dem Ernährungsplan gestrichen. Auch Kohlenhydrate, Milchprodukte und Süßungsmittel dürfen nicht mehr verzehrt werden. In anderen Diätformen kommen ausschließlich grüne Drinks und Wasser zum Einsatz. Gegessen wird bei dieser Form nicht - und das über mehrere Tage. Diese eingeschränkte Ernährung wirkt sich negativ auf den Körper aus.

Wieso ist das ungesund?

Die stark reduzierte Kalorienaufnahme führt zu einem negativen Energielevel. Einen gewissen Kalorienumsatz benötigt der Körper jedoch um bestimmte Prozesse aufrecht zu erhalten. Die verminderte Energiezufuhr löst einen Abwehrmechanismus aus, indem der Körper bei der Energieverbrennung nicht auf Fettreserven sondern auf Muskelmasse zurückgreift. Gleichzeitig wird vermehrt Wasser ausgeschieden. Dies macht sich natürlich auch in einer Gewichtsreduktion bemerkbar, jedoch wird das „falsche Gewicht“ verloren.

Gleichzeitig entstehen durch die einseitige Ernährungsweise Mangelerscheinungen. Wird der Mangel an lebenswichtigen Stoffen nicht ausgeglichen, können Haarausfall und eine verminderte kognitive Fähigkeit die Folge sein. Haare benötigen für ihr Wachstum Proteine und Eisen. Das Gehirn kann nur dann Leistungen erzielen, wenn es genügend Glukose zugeführt bekommt.

Eine Ernährungsform mit stark verminderter Kalorienzufuhr kann dem Körper nicht die Energie liefern, die er benötigt. Er reduziert wichtige Körperfunktionen, wie die Lungentätigkeit. Es kann zur Kurzatmigkeit kommen, was in der Folge Müdigkeit und Abgeschlagenheit hervorrufen kann. Die Muskelmasse des Körpers wird angegriffen. Das hat besonders schwere Auswirkungen auf den Herzmuskel, dessen Leistungsfähigkeit abnimmt.

Das Immunsystem wird geschwächt, da es auf die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweißen angewiesen ist. Der Körper reagiert auf diese Veränderungen mit Symptomen, wie Kopfschmerz, Übelkeit, Schwindelgefühl und Aufmerksamkeitsstörungen. Gesundungsprozesse werden signifikant verlangsamt.

Erfolg von kurzer Dauer: Der Jojo-Effekt?

Eine Diät ist häufig nur auf eine bestimmte Zeit begrenzt, in welcher der Körper extremen Bedingungen ausgesetzt wird. In dieser Zeit verändert sich der Stoffwechsel – die verminderte Nahrungsaufnahme bedingt einen verlangsamten Stoffwechsel um die wenige, wichtige Energie nicht zu schnell zu verbrauchen. Dieser „Hunger-Modus“ ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der Körper nicht einschätzen kann, wann diesem erneut genügend Nahrung zugeführt wird.

Ist die Diät abgeschlossen, werden in der Regel die gewohnten Ernährungsweisen wieder aufgenommen und die Kalorienzufuhr rapide erhöht. Allerdings fährt der Körper den Stoffwechsel nur sehr langsam hoch. Der Verbrennungsprozess ist verlangsamt, da der Körper weiterhin auf eine geringe Leistungsfähigkeit eingestellt ist, sodass vermehrt Kalorien gespeichert werden. Es kommt zum sogenannten Jojo-Effekt: Der Körper nimmt schneller zu und das Ergebnis der Diät wird innerhalb kurzer Zeit wieder zunichte gemacht.

Strategien für eine gesunde Gewichtsabnahme?

Damit der Jojo-Effekt nicht einsetzt, sollten Nahrungs- und Lebensgewohnheiten nachhaltig umgestellt werden. Eine bewusste Ernährung ist langfristig erfolgreicher, als eine Radikaldiät. Der Körper muss sich auf einen veränderten Ernährungsplan langsam einstellten können. Sport ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Gewichtsreduktion. Dadurch wird Muskelmasse aufgebaut, die für die Fettverbrennung zuständig ist. Damit der Körper sportliche Leistungen erbringen kann, darf er nicht mangelernährt werden. Wichtig ist, dass der Körper nicht hungern muss – eine Reduktion des täglichen Kalorienbedarfs um 300-500 Kalorien ist vollkommen ausreichend. Nur so wird gewährleistet, dass er wichtige Funktionen nicht in den Sparmodus fährt.

Daher empfiehlt sich häufig ein Drei-Säulen-Plan. Dieser basiert auf einer ausgewogenen Ernährung mit Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Vollkornprodukte sind Energielieferanten und sorgen für ein langes Sättigungsgefühl. Pflanzliche Fette liefern wertvolle Vitamine und Milchprodukte sind reich an Eiweiß, welches den Aufbau der Muskelmasse unterstützt.

Die zweite Säule stützt sich auf Bewegung. Ein Ausdauertraining verbessert die Kondition und sorgt für eine Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems. Durch ein gezieltes Krafttraining kann Muskelmasse aufgebaut werden. Bewegungseinheiten sollten täglich durchgeführt werden. Die dritte Säule schreibt Entspannung vor. Dazu gehören ein guter Schlaf und Entspannungspausen während des Tages.
 
Weiterführende Informationen zum Text:

http://www.medizin-netz.de/medizin-news/mangelerscheinungen-und-mundgeruch-risiken-bei-einer-crash-diat/
http://www.welt.de/gesundheit/specials/abnehmen/article8100257/Warum-Sie-nicht-zu-schnell-abnehmen-sollten.html
http://www.euroclinix.de/schnelles-abnehmen.html
http://www.fitforfun.de/abnehmen/fit-for-fun-diaet-artikel/drei-saeulen_aid_2664.html


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