Mehr als Kopfschmerzen
16. November 2015, 10:00 Uhr
Viele Menschen in Deutschland leiden regelmäßig an Migräneanfällen. Bis zu zehn Prozent der Männer und etwa 15 Prozent der Frauen haben mit den Symptomen einer Migräne zu kämpfen. Von Nicht-Betroffenen wird eine Migräne meist als starke Kopfschmerzen abgetan. Doch Migräne ist mehr als nur einfacher Kopfschmerz.
 

Was genau ist Migräne?

Die Weltgesundheitsorganisation zählt Migräne zu den 20 Beschwerden, die das Leben am meisten einschränkt. Im Vergleich zu einfachen Kopfschmerzen weist sie einige Besonderheiten auf. Ein wichtiger Faktor ist, dass die Migräneanfälle in unregelmäßigen Abständen wiederkehren. Sie bringen einen pulsierenden starken Kopfschmerz mit sich. Betroffene sprechen häufig davon, dass es sich anfühlt, als würde ihr Kopf jeden Augenblick platzen. Begleitet wird der Schmerz in der Regel von einem oder mehreren der folgenden Symptome:

• Übelkeit

• Erbrechen

• Lichtempfindlichkeit

• Geräuschempfindlichkeit

Verstärkt werden die Symptome üblicherweise durch Bewegung. In besonders schweren Fällen kommt es auch zu vorübergehenden Seh-, Gefühls- oder Sprachstörungen. Den Betroffenen bleibt meist nur die Möglichkeit, zu Hause im Bett zu verharren, die Rollos herunterzulassen und darauf zu warten, dass der Schmerz nachlässt.

Wie entsteht eine Migräne?

In den letzten 40 Jahren sind die Zahlen von Migränepatienten in den Industrieländern rapide angestiegen. Forscher schließen daraus, dass Migräneanfälle etwas mit unserem Lebensstil zu tun haben. Bei empfindlichen Personen werden die Anfälle durch bestimmte Schlüsselreize, sogenannte Trigger, ausgelöst. Bei diesen Triggern kann es sich um bestimmte Nahrungsmittel, Stress, mangelnder bzw. zu viel Schlaf oder Umweltfaktoren handeln. Bei Frauen können die Beschwerden auch mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen. Der häufigste Auslöser ist aber der übermäßige Genuss von Alkohol oder Kaffee.

Die Migräne und das Wetter

Viele Patienten geben an, dass ihnen häufig auch das Wetter zu schaffen macht. Sie gehen davon aus, dass ihre Migräneanfälle durch Wetterumschwünge hervorgerufen werden. Wissenschaftlich bewiesen ist dies bislang nicht, entsprechende Studien werden derzeit aber durchgeführt. Erste Ergebnisse der Universität Rostock belegen, dass sich Migräneanfälle häufen, wenn sich die Temperaturen um fünf Grad verändern.

Als sicher gilt, dass migräneanfällige Menschen auf Veränderungen des Alltags schnell mit Kopfschmerzen und anderen Symptomen reagieren. Deshalb ist es durchaus plausibel, dass sich auch Wetterschwankungen negativ auf das Wohlbefinden der Betroffenen auswirken. Wissenschaftler sin der Meinung, dass dies vor allem auf plötzliche Veränderungen des Luftdruckes zurückzuführen ist. Viele Patienten klagen aber auch bei sehr hohen Temperaturen und Gewittern über Migräneanfälle.

 

 

 
Das Wetter in Neunkirchen

 

 

Das kann gegen Migräne helfen

Da die Ursachen für eine Migräne noch nicht zweifelsfrei geklärt sind, gibt es auch noch keine einheitliche Behandlungsweise. Bei starken Kopfschmerzen neigen aber viele Patienten dazu, zu Schmerzmitteln zu greifen. Durch den übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln, mehr als zehnmal im Monat, wird das Gehirn weiter sensibilisiert. In der Folge können die Schmerzattacken sogar noch öfter und intensiver auftreten. Den Betroffenen bleibt oft nur die Umstellung des Alltags. Ein geregelter Tagesablauf, eine bewusste Ernährung und die richtige Menge an Schlaf können die Migräne zwar nicht heilen, aber erfolgreich behandeln. Helfen können ein körperlicher Ausgleich, wie beispielsweise Ausdauersportarten, oder Entspannungstechniken, wie zum Beispiel Yoga. Linderung verspricht häufig auch eine Behandlung mit Akkupunktur. Bei Frauen, bei denen die Migräneanfälle durch den Hormonhaushalt ausgelöst werden, kann die Einnahme der Antibabypille hilfreich sein. Ein Migränetagebuch kann dabei helfen herauszufinden, welche Trigger die Anfälle hervorrufen.

 



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