5 Krankheiten über die selbst mit dem Arzt ungern gesprochen wird
23. März 2015, 08:49 Uhr
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Umfragen haben kürzlich gezeigt, dass sich die Mehrheit aller Deutschen bei gewissen Krankheiten sogar dem Arzt nicht gerne anvertrauen würden. Viele dieser Krankheiten sind aber durchaus gut behandel- oder heilbar. Zusätzlich ist die Angst oder die Scham vorm Arzt meistens unbegründet und die persönliche Scham steht einer schnellen und wirksamen Behandlung im Weg.
Angst selbst mit dem Arzt darüber zu sprechen ist ein weit verbreitetes aber genauso unbegründetes Phänomen. Peinliche Probleme, hässliche Ausschläge und unspezifische Leiden. Über viele Krankheiten sprechen wir nicht gerne, auch nicht mit dem Arzt. Dabei sind für den Arzt nämlich genau diese Krankheiten meist Alltag und er reagiert weder wertend noch denkt er sich viel dabei. Es spricht also nichts dagegen, sondern viel dafür auch mit unangenehmen Krankheiten zum Arzt zu gehen.
 
Vor allem sexuelle Probleme oder Infektionskrankheiten sind immer noch ein Tabu-thema obwohl Sie einen großen Teil der Bevölkerung betreffen. Viele Betroffene wissen auch gar nicht, um welche Infektion es sich handelt und probieren viele Salben und Mittel bevor Sie sich diagnostizieren lassen. Dies hat ehre negative Auswirkungen und kann das Leiden oder die Symptome verschlimmern.
 

1. Geschlechtskrankheiten

 
In Deutschland hat die Zahl der Infektionen von Geschlechtskrankheiten in den letzten Jahren ständig zugenommen. Viele Diagnosen können erst gestellt werden, wenn die Symptome schon sehr fortgeschritten sind. Mediziner  weisen immer wieder darauf hin, dass das größte Problem die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung sei. Eine Studie von 2014 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat ergeben, dass zwar rund 90% die Begriffe Syphilis oder Gonorrhö kennen, jedoch wissen die wenigsten über die Symptome und  Behandlungsmöglichkeiten bescheid. Chlamydien und Feigwarzen kennen sogar weniger als die Hälfte. 

Betroffene gehen oft nicht oder zu spät zum Arzt
Genau diese Unwissenheit ist oft der Grund, wieso Betroffene bei anfänglichen Symptomen nicht den Arzt aufsuchen. Unangenehmer Geruch der Geschlechtsteile, merkwürdiger Ausfluss, Jucken oder Brennen oder auch kleine Ausschläge und  Blasen, alles dies sind Symptome für verschiedene Geschlechtskrankheiten.  Besonders junge Patienten gehen bei solchen Symptomen aber selten zum Arzt und wissen oft nicht, um welche Krankheit es sich handelt.  Oft werden Cremes und Lösungen gekauft ohne zu wissen, was man behandelt. Ein Arzt könnte die Krankheit jedoch leicht identifizieren und auch meistens sehr effizient behandeln.
 
Geschlechtskrankheiten können sehr gefährlich werden
Mit vielen Geschlechtskrankheiten ist nicht zu spaßen, denn Sie können schwerwiegende Folgen haben. Chlamydien sind beispielsweise die Hauptursache von weiblicher Unfruchtbarkeit. HPV-Infektionen können gar Gebärmutterkrebs auslösen. Andere Folgen von Geschlechtskrankheiten sind Prostataentzündungen, Herz-oder Hirnhautentzündungen oder  Eileiterentzündungen. Die meisten dieser Folgen sind bei richtiger Behandlung leicht vermeidbar. Es ist also auf jeden Fall ratsam bei Symptomen der Geschlechtskrankheiten umgehend einen Arzt aufzusuchen.
 

2. Erektile Dysfunktion

 
Der medizinische Begriff der Erektilen Dysfunktion beinhaltet Potenzprobleme bis hin zur Impotenz. Obwohl bereits jeder fünfte Deutsche daran leidet ist Impotenz immer noch ein Tabuthema.  Dies liegt oft daran, dass Männer Ihre Männlichkeit bedroht fühlen, wenn sie über Ihre Probleme im Bett sprechen.  Diese Hemmung ist oft selbst beim Arzt nicht überwindbar und viele Betroffene leben lieber mit dem schwerwiegenden Problem, als sich Hilfe beim Arzt zu holen.
 
Potenzprobleme – psychisch oder physisch ?
Das Problem keine Erektion zu erlangen ist bei sonst gesunden Menschen meist psychisch bedingt. Angst und Leistungsdruck verringern die Fähigkeit eine Erektion zu erzeugen. Dies heißt jedoch nicht, dass das Problem nicht physisch ist. Um eine Erektion zu erlangen wird das Glückshormon Dopamin benötigt. Bei Stress, Angst oder nicht ausreichenden sexuellen Reizen kann dieses nicht ausreichend erzeugt werden. Die erektile Dysfunktion ist daher meistens eine Mischung von physischen und psychischen Faktoren.
 
Erektile Dysfunktion ist eine Krankheit
Die Erektile Dysfunktion ist eine Krankheit und sollte auch als solche gesehen werden. Viele Männer empfinden die Potenzprobleme aber nicht als Krankheit, sondern einfach als Problem und hoffen oft es selbst lösen zu können. Ein Besuch beim Arzt ist jedoch eine weit effizientere Wahl. Der Arzt kann nicht nur die Krankheit diagnostizieren, er kann außerdem verschiedenen Behandlungen, von Psychotherapien bis Potenzmitteln, empfehlen.
 
Die Angst vom Arzt ist unbegründet
Angst, dass der Arzt voreingenommen oder peinlich reagiert ist vollkommen unbegründet. Für Ärzte ist das Thema Impotenz Alltag und eine Krankheit wie jede andere. Es ist also angebracht, offen über das Thema reden. Potenzmittel sind mittlerweile auch online erhältlich, dies ist jedoch oft illegal und die Gefahr, gefälschte Medikamente zu erhalten, ist oftmals nicht unbegründet. Für den Fall, Medikamente online zu erwerben, empfehlen sich ausschließlich Online-Kliniken mit Online-Rezeptausschreibung.
 

3. Hämorrhoiden

 
Mehr als die Hälfte der Erwachsenen leidet an Hämorrhoiden. Umso unverständlicher ist es, dass diese Krankheit immer noch ein Tabu-thema ist. Hämorrhoiden sind Schwellkörper, die den After zum Mastdarm abdichten. Wenn sich diese Schwellkörper vergrößern spricht man von der Krankheit der Hämorrhoiden. Die Symptome sind Brennen und Druck am After während langem Sitzen. Besonders bei Büroarbeitern tritt dieses Symptom sehr häufig auf.
 
Bekämpfen der Symptome bekämpft nicht die Krankheit
In Apotheken und Drogerieshops gibt es unzählige Cremes und Schaumsprays gegen die Symptome der Hämorrhoiden. Diese lösen jedoch nicht das eigentliche Problem. Um dieses effizient zu behandeln, bedarf es einen Proktologen. Ein Arztbesuch ist für die Bekämpfung der Beschwerden auf lange Sicht unerlässlich.
 
Nicht rechtzeitige Behandlung verschlimmert das Leiden
Wenn Hämorrhoiden nicht rechtzeitig behandelt werden, verschlimmert sich die Krankheit. Die Schwellkörper werden immer größer und eine Behandlung ist sehr viel schwieriger. Die Ursachen liegen oft in falscher Ernährung und Lebenswandel. Man kann sich darüber zwar auch im Internet informieren aber ein Arztgespräch kann sehr viel spezifischer gehalten werden. Deshalb empfiehlt es sich einen Arzt auszusuchen und gezielte Medikamente dazu einzunehmen.
 

4. Herpes

 
Herpes kann sich in verschiedenen Formen und an verschiedenen Körperstellen zeigen. Oft sind die Blasen am Mund kaum zu verbergen und erzeugen Probleme und Unsicherheiten im Alltag. Herpes ist ein Virus, der leicht übertragbar ist. Grund zur Scham gibt es kaum, da rund 85% der Bevölkerung den Erreger in sich trägt. Ein Ausbruch muss also nicht peinlich sein und ist auch kein Grund zu Sorgen. Der Herpes-Virus an sich ist, bei Erwachsenen, meist unbedenklich.  
 
So verbreitet wie der Virus ist, so vielfach sind auch die Cremes und Mittel, die gegen die Symptome angeboten werden. Diese bekämpfen jedoch nur die Symptome. Ein Herpes-Ausbruch ist aber in der Regel durch ein geschwächtes Immunsystem begründet. Ein Arztbesuch ist also auch hier empfehlenswert, um die Grundkrankheit zu diagnostizieren.
 

5. Mundgeruch

 
Starker Mundgeruch kann, besonders im Arbeitsalltag, zum Albtraum werden. Der stark riechende Atem erschwert Gespräche und zieht oft das Vorurteil mit sich, der Betroffene habe eine schlechte Hygiene. In den meisten Fällen ist dies auch der Fall; Mangelnde Zahnhygiene besonders nach bestimmten Malzeiten oder nach dem Aufwachen verleiht dem Atem einen starken Mitgeruch. In erster Linie sollte also darauf geachtet werden, regelmäßig Zähne zu putzen und zu spülen.
 
Der Mundgeruch kann jedoch auch andere Gründe haben. Entzündungen in der Hals-Nasen- oder Rachen-Gegend kann beispielsweise einen sehr starken Mundgeruch auslösen. Auch Diabetes und Lebererkrankungen können diesen auslösen. Ein Arztbesuch kann dies klären und muss auch keinem peinlich sein, besonders nachdem alle anderen Gründe ausgeschlossen werden konnten.
 
Fazit: Keine Angst vorm Arzt!
 
Die Scham vor dem Arzt ist eigentlich immer unbegründet. Ärzte sehen in Ihrem Berufsalltag einiges und die Hemmschwelle auch über Tabu-Themen zu reden ist bei Ärzten meist professionell tief. Zusätzlich sind Ärzte in genau diesen Themen speziell geschult, um auch unangenehme Themen richtig erklären zu können.
 
Weiterführende Informationen zum Text:
 
http://www.praxisvita.de/haemorrhoiden-und-andere-tabu-krankheiten-wann-zum-arzt
https://www.euroclinix.net/de/geschlechtskrankheiten
http://www.onmeda.de/krankheiten/haemorrhoiden.html


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