Sie sind hier: HomeMeldungenSaarland-Nachrichten
Saarbrücken

Innenminister wollen mehr gegen Wohnungs-Delikte tun – Polizei beklagt Personalmangel

Saarbrücken


16.05.2013 03:02
In Deutschland schlagen immer häufiger Einbrecher zu und dringen in Wohnungen ein. Die Innenminister wollen den Trend stoppen. Ihre Ideen: mehr internationale Zusammenarbeit und neue Bauvorschriften. Polizeigewerkschafter fordern schlicht mehr Personal.
Die Innenminister von Bund und Ländern wollen etwas gegen den deutlichen Anstieg der Wohnungseinbrüche in Deutschland tun. Das Bundeskriminalamt erstelle dazu derzeit ein Lagebild, sagte Bundesinnenminister Hans- Peter Friedrich (CSU) gestern bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2012 in Berlin. Falls sich herausstelle, dass viele ausländische Banden am Werk seien, müsse die internationale Zusammenarbeit verstärkt werden. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchef Boris Pistorius (SPD), schlug vor, Mindeststandards für den Einbruchschutz bei Neubauten in den Ländervorschriften festzulegen. Pistorius plädierte dafür, Einbruchschutz bei Neubauten vorzuschreiben und zum Beispiel aufhebel-sichere Balkon- oder Terrassentüren zur Pflicht zu machen.

Über mögliche Mindeststandards dieser Art sei mit den Bauministerien der Länder zu reden. Saar-Innenministerin Monika Bachmann (CDU) bezeichnete Pistorius’ Vorstoß gestern als „interessanten Vorschlag“, den sie kommende Woche bei der Innenministerkonferenz mit ihren Kollegen diskutieren wolle. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Laut Kriminalstatistik nahmen die Fälle im Vergleich zu 2011 um 8,7 Prozent zu – auf rund 144 000 Delikte. Im Bundesschnitt klärte die Polizei aber nur 15,7 Prozent dieser Taten auf. „Das ist zu wenig“, beklagte Pistorius. 2012 sei der Versicherungswirtschaft ein Schaden von rund 600 Millionen Euro durch Wohnungseinbrüche entstanden. Für die Opfer sei ein Einbruch außerdem ein Eingriff in die Privatsphäre, bei vielen Menschen führe dies zu Angstzuständen.

Die Gewerkschaft der Polizei machte Personalmangel für die Zunahme der Einbrüche verantwortlich. Vielerorts fehle der Polizei das Personal, um Einbrecher intensiv zu verfolgen, sagte der Bundesvorsitzende Oliver Malchow. „Die schwächer werdende Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum lädt Straftäter geradezu ein, in Wohnungen und Häuser einzudringen.“ Pistorius wies das zurück. Die Polizeiliche Kriminalstatistik bietet jedes Jahr einen Überblick über die Zahl der Straftaten in Deutschland. 2012 wurden demnach wie in den beiden Vorjahren etwas weniger als sechs Millionen Delikte registriert. Auch die Aufklärungsquote blieb fast unverändert bei 54,4 Prozent. dpa/red
Das könnte Sie auch interessieren
Kreis Neunkirchen

Veranstaltungsverbot im Neunkircher Krebsberg-Gymnasium: Gegenseitige Schuldzuweisungen

Am Neunkircher Krebsberg-Gymnasium (GaK) wurden aus baurechtlichen Gründen mehrere Veranstaltungen in der Schul-Aula abgesagt (die SZ berichtete). Ein Vorgang, den eigentlich niemand im Landkreis so wollte, wie die SZ-Recherche ergab.Mehr
Nonnweiler

Windräder: Nonnweiler Gemeinderat gibt grünes Licht für Anlagen an der Landesgrenze

Links und rechts der Straße nach Hermeskeil, im Wald nahe der Gemarkungsgrenze von Nonnweiler, können jetzt sechs Windräder gebaut werden. Der Gemeinderat Nonnweiler hat in seiner jüngsten Sitzung Baurecht geschaffen und den entsprechenden Bebauungsplan genehmigt.Mehr
Verbrechen Polizei

Homburg und Mandelbachtal: Mehrere Einbrüche am Wochenende

Wie die Polizei heute (19.02.2014) mitteilt, wurden am vergangenen Wochenende im Raum Homburg und Mandelbachtal mehrere Einbrüche verübt. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.Mehr

Kommentare

ACHTEN SIE BEIM KOMMENTIEREN AUF DIE NETIQUETTE UND UNSERE KOMMENTAR-RICHTLINIEN.
Bei Fragen zu unserer Kommentarfunktion beachten Sie unsere FAQ.

Disqus ist ein Serviceangebot eines Drittanbieters, Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen


Disqus ist leider inkompatibel mit einigen älteren Browser-Versionen. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um unsere Kommentarfunktion nutzen zu können.

Anzeige


ANZEIGE
Beilagen




Anzeige