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Emmanuel Boachie findet Deutschland cool, weil es hier sicherer ist als in anderen Teilen der Welt. Er mag Saarbrücken und geht in die siebte Klasse der Gesamtschule Rastbachtal. Foto: Oliver Dietze

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"Es ändert sich ja nichts"


Der 14-jährige Emmanuel Boachie hat jetzt einen deutschen Pass

Von Marija Herceg

Emmanuel Boachie ist in Saarbrücken auf die Welt gekommen und fühlt sich hier wohl. Für den 14-Jährigen ist es nur logisch, dass er jetzt Deutscher ist. Beim Fußball hält er aber zu Ghana, dem Heimatland seiner Eltern. (Veröffentlicht am 19.04.2012)

An die Heimat seiner Eltern kann Emmanuel Boachie (14) sich nicht mehr erinnern. „Ich war nur einmal in Ghana, aber als Baby. Das Land kenne ich nur aus den Erzählungen meiner Eltern“, sagt der Siebtklässler der Gesamtschule Rastbachtal.

Aus Accra, der Hauptstadt Ghanas, stammen seine Eltern. Auch Emmanuel ist gebürtiger Ghanaer, obwohl er in der Winterberg-Klinik in Saarbrücken geboren wurde. „Mein Pass war grün und darauf stand: Republic of Ghana.“ Seit dem 5. April hat sich das geändert. Kajo Breuer, Dezernent für Umwelt, Migration und Recht, überreichte ihm bei der Einbürgerungsfeier im Rathaus St. Johann seine deutsche Einbürgerungsurkunde.

Und wie fühlt es sich an mit dem neuen, deutschen Pass? „Gut, es ändert sich ja nichts“, sagt der Jugendliche. Seine Heimat bleibt Saarbrücken. Emmanuel lebt gerne hier: „Ich finde, Saarbrücken ist eine schöne Stadt. Ruhig und klein.“ Auch Deutschland findet er „cool, weil wir hier in Sicherheit leben. In anderen Teilen der Welt ist es nicht so ruhig und sicher wie bei uns.“

In Ghana lebt der Großteil seiner Familie. „Wir planen, noch dieses Jahr dorthin zu fliegen.“ Seine Eltern haben ihm Twi, eine Akansprache, beigebracht. Mit seinen Verwandten zu sprechen, wird kein Problem für ihn. „Notfalls eben auf Englisch, das ist die Amtsprache in Ghana“, erklärt er. „Meine Eltern haben mir erzählt, dass Ghana sehr schön ist, immer die Sonne scheint und es fast nie regnet.“ Auch die ghanaische Küche ist ihm vertraut. Das Nationalgericht Fufu, ein Süßkartoffel-Knollenbrei, den die Menschen mit Suppen oder Soßen essen, ist sein Leibgericht.

„Afrikanische Gottesdienste kenne ich auch. Mein Vater ist nämlich evangelischer Pastor“, sagt er schmunzelnd. Dreimal in der Woche feiert sein Vater den Gottesdienst in der Gemeinde „Shepard International Ministry e. V.“ im Deutschherrnpfad 14. „Etwa 20 bis 30 Menschen, meist aus Afrika, kommen zu den Messen“, schätzt er. Während sein Vater predigt, sitzt Emmanuel am Schlagzeug. „Wir haben eine Band. Meine Mutter singt, ein Bekannter spielt Keyboard, ein anderer Gitarre.“ Und das Repertoire? „Wir spielen ganz normale Kirchenlieder, aber auch Gospels und es wird laut mitgesungen." Kirche gehört für Emmanuel zum Alltag, genauso wie Schule: „Aber ich muss nur zweimal die Woche in die Messe. Das reicht aber auch“, findet er. Seinen Eltern ist wichtig, dass er nicht vergisst, woher er stammt. Trotzdem war es die Idee seines Vaters, dass er eingebürgert wird. „Ich bin nun mal hier geboren und lebe hier. Ich finde es auch gut, dass ich jetzt Deutscher bin.“ Bei Fußball-Weltmeisterschaften schlägt sein Herz aber für Ghana, „weil ich ein großer Fan von Kevin-Prince Boateng bin. Er ist nicht nur ein guter Spieler, sondern sieht auch noch gut aus mit dem Iro.“ Einen Irokesenschnitt hat der 14-Jährige zwar nicht, dafür aber einen „Doppel-Cut“, erklärt er, während er seinen Zeigefinger über die feine, rasierte Linie über Stirn und Schläfen gleiten lässt.

Was er nach der Schule machen will, weiß Emmanuel noch nicht. „Ich habe einen Onkel, der in Paris lebt. Er ist Manager in einer großen Firma. Das finde ich toll. Er heißt wie ich Emmanuel und ist ein cooler Typ!“ Und wie sieht er sich selbst? „Schwierige Frage“, sagt er, „aber ich würde sagen, ich bin ein echt netter Kerl.“ Und dann grinst er. Von einer Backe zur anderen.

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