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Marco Busch und Martin Daub (rechts) vom Plattenlabel »Buschlee Vinylaceton«. Foto: Oliver Dietze

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Schon drei Alben von Saarbrücker Label


Martin Daub und Marco Busch betreiben seit einem Jahr ein kleines Plattenlabel

Von Kai-Florian Becker

Ohne sie gäbe es das erste offizielle Album der Saarbrücker Rocker Möfahead nicht: Martin Daub und Marco Busch haben 2011 das Label Buschlee Vinylaceton gegründet. Für gute Musik investieren sie viel Zeit. (Veröffentlicht am 13.04.2012)

Saarbrücken. Wer heutzutage eine Plattenfirma gründet, der zeigt Mut und muss sich seiner Sache sicher sein. Die letzten Jahre war von der Musikindustrie nichts als Stöhnen und Jammern wegen sinkender Umsätze zu vernehmen. Die Saarländer Martin Daub und Marco Busch hielt das nicht davon ab, im Frühjahr 2011 das rein auf Vinylschallplatten spezialisierte Label Buschlee Vinylaceton zu gründen.

„In erster Linie geht es uns um – für unsere Begriffe – gute Musik“, erklärt Martin Daub, der bei einer Versicherung in Saarbrücken angestellt ist. Sein Partner Busch, Apotheker und Schlagzeuger bei den Bobbies, ergänzt: „Der Spaß steht im Vordergrund. Wir hatten nie die Intention, großes Kapital mit dem Label zu machen. Eine Veröffentlichung soll einfach nur die nächste finanzieren.“

Dieser Plan ging bereits auf. Bis dato sind drei Alben erschienen: „Niagra Nob“ von der aus dem Raum Saarlouis stammenden Stoner-/Doom-Rock-Band The Last Supper, „Zauber der Magie“, das erste offizielle Album der Saarbrücker Mofarocker Möfahead, und im Januar dieses Jahres „Suc“, das dritte Album der Punk- und Noiserocker Stick Boy.

Die Resonanz auf besagte Alben war laut Daub „durchweg positiv. Wobei es hier und da Unverständnis gab und noch immer gibt, dass wir in der heutigen Zeit überhaupt ein Label gegründet haben“. Und obendrein noch eins, das sich auf das gute alte Vinyl spezialisiert hat – was die Sache noch außergewöhnlicher macht.

„Da wir beide keine Freunde von neuartigen Medien, sprich digitalen Downloads und MP3s sind, und selbst eine CD aufgrund ihrer geringen Speicherkapazität das musikalische Erzeugnis einer Band noch nie hundertprozentig widergespiegelt hat und wir seit über 20 Jahren leidenschaftliche Vinyl-Liebhaber und -Sammler sind, stand für uns fest: Wenn wir je Musik veröffentlichen werden, dann ausschließlich auf Schallplatte“, erklärt Busch. Keine schlechte und unüberlegte Idee, denn das Vinyl erfährt seit einiger Zeit eine Renaissance. Laut dem Bundesverband Musikindustrie stieg der Absatz auch 2011 und war so hoch wie zuletzt vor 17 Jahren.

Zu bundesweit höheren Umsatzzahlen wird das Kleinstlabel Buschlee Vinylaceton kaum beitragen können. Die Macher backen ganz bewusst kleine Brötchen. Die Alben erscheinen in einer Auflage von 500 Exemplaren. Damit lässt sich bisher die Nachfrage decken, zudem gut kalkulieren und das finanzielle Risiko gering halten.
Ihr Startkapital war minimal. Das Label kostet für ein Hobby nur viel Zeit. Manchmal bis zu zwölf Stunden pro Woche. Doch der Idealismus und Enthusiasmus der beiden ist ihr Hauptantrieb. Was an Gewinnen erwirtschaftet wird, wird sogleich in die nächste Produktion gesteckt. Die ist auch schon anvisiert. Es handelt sich um ein Album von Demon Incarnate, einer Band aus Saarlouis, die „fantastischen Siebziger Jahre-Doom Rock“ (Busch) macht.
Um bei Buschlee Vinylaceton veröffentlichen zu können, muss eine Band gewisse Voraussetzungen erfüllen. Wichtig ist, dass „die Musik uns beiden gefällt und zwischen den Bandmitgliedern und uns eine spezielle Chemie herrscht“, erläutert Busch.

„Alle Musikstile, die sich unter der Großüberschrift Rock tummeln, egal ob aus dem Punkrock-, Metal- oder Siebziger Jahre-Rock-Bereich sind willkommen. Selbst eine Jazz-Platte wäre für uns sehr reizvoll. Die Bands müssen auch nicht zwingend aus der Region kommen. Aber ebendiese besitzt momentan viel mehr Potenzial, als ursprünglich vermutet.“


http://buschlee-vinylaceton.de



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