Der Stadtteil Alt-Saarbrücken ist einer der dynamischsten in der Landeshauptstadt. Die Grundstücke im neuen Wohngebiet auf der Bellevue sind so gut wie alle verkauft, die Pläne fürs große Wohngebiet am Franzenbrunnen sollen Ende des Jahres so weit sein, dass sie der Öffentlichkeit in einem offiziellen Verfahren vorgelegt werden können. Und ein neues Wohnprojekt Im Wittum nehme auch Gestalt an. Das teilte die Leiterin des Stadtplanungsamts, Monika Kunz, den Alt-Saarbrückern mit, die sich am Freitagnachmittag im Gustav-Adolf-Haus zur Stadtteilkonferenz versammelten.
Die Eisenbahnstraße habe die Stadtverwaltung ebenfalls im Blick. Die Kolonnaden dort sollen saniert und damit heller und freundlicher werden. Auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) berichtete von Baufortschritten.
In einer Sache tritt die Stadtverwaltung aber auf der Stelle: Der Park des Kultusministeriums ist weiter für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das fordern Alt-Saarbrücker schon seit Jahrzehnten. Vergeblich – inzwischen ist der Maschendrahtzaun in der Hohenzollernstraße sogar mit einem Kunststoffblätternetz blickdicht gemacht. Dabei sei eine gemeinsame Begehung des Parks mit Vertretern von Stadt und Land ganz zuletzt gut gelaufen, sagte die Leiterin des städtischen Grünamts, Carmen Dams. Der Staatssekretär des Ministerium sei „sehr offen“ für die Idee, den Park zu öffnen, gewesen. Dams wähnte sich nach dem „sehr konstruktiven Gespräch“ mit den Ministerialbeamten „auf gutem Weg“.
Doch dann, sagte sie, „war plötzlich die Regierung“ weg. Der Staatssekretär von den Grünen ist nun kein Staatssekretär mehr. In wenigen Tagen übernimmt ein SPD-Mann die Leitung des Ministeriums: Ulrich Commerçon. Bevor er als Minister vereidigt ist, will er sich aber nicht äußern. „Ich bitte um Verständnis, dass ich aus Respekt vor dem Parlament, das einer Ernennung durch die Ministerpräsidentin erst einmal zustimmen muss, vorher keine öffentlichen Stellungnahmen zu Angelegenheiten gebe, die dem Ministerium vorbehalten sind“, teilte er mit.
Zumindest einige Alt-Saarbrücker sind aber guter Dinge, was den Park angeht. Rainer Hoese, der ehemalige Vorsitzende der Alt-Saarbrücker SPD zum Beispiel. Heiko Maas habe versprochen, dass der Park geöffnet werde, wenn er Ministerpräsident sei. Nun ja, sagt Hoese, Maas sei zwar kein Ministerpräsident, aber der zuständige Minister ist ja auch Sozialdemokrat. Und so keimt wieder Hoffnung, dass die unendliche Geschichte von der Öffnung des Kultusministeriumsparks auch mal zu denen gehört, die unter der Rubrik „in Alt-Saarbrücken tut sich was“ erzählt werden.


















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