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Bei Nacht leuchtet die Museumsbaustelle jetzt von innen blau. Foto: Oliver Dietze

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Der Vierte Pavillon als Chance


Ein Plädoyer für ein starkes Museum

Von Martin Rolshausen

Ein Blick nach Metz könnte die Debatte um den Saarbrücker Museumsneubau bereichern. (Veröffentlicht am 27.04.2012)

Das neue Museum kostet 70 Millionen Euro. Mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Dreieinhalb Jahre wird daran gebaut. Das Museum ist kaum fertig, da ist es schon ein Wahrzeichen der Stadt. Und die Stadt ist stolz auf ihr Museum. Die Stadt ist Metz.

Saarbrücken dagegen ist nicht stolz auf sein neues Museum. Die Erweiterung des Saarlandmuseums um eine Galerie der Gegenwart, den sogenannten Vierten Pavillon, ist dennoch zum Symbol geworden – zum Symbol des Versagens.

Erst gab es Knatsch beim Architektenwettbewerb. Als die Pläne dann vorlagen, wurde aus einem neuen Hort der Kunst im Sprachgebrauch einer Bürgerinitiative ein „Museumsmonster“. Dann wurde es politisch. Weil schon beim Spatenstich kurz vor der Landtagswahl 2009 klar war, dass der Bau mehr als die verkündeten 14,5 Millionen Euro kosten würde, die Regierenden das aber für sich behielten, kam der Verdacht auf, dass die damalige Regierung uns Wähler täuschen wollte. Es sieht so aus, als wollte man uns Bürger nicht mit hohen Summen für ein neues Museum verschrecken. Diese Woche hieß es bei einer Diskussionsrunde der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik: 35 Millionen werde der Bau kosten, mindestens. Bis weitergebaut wird, könne ein Jahr vergehen.

Dass jetzt erstmal nachgedacht wird, um weitere Fehler zu vermeiden, ist ein guter Ansatz. Vielleicht bleibt dabei Zeit für einen Blick nach Metz. Dort spricht der Oberbürgermeister davon, dass die Gastronomie etwa 40 Prozent mehr Umsatz macht, seit es das neue Museum gibt. Die Zahl der Übernachtungen ist gestiegen. Gut 3000 Museumsbesucher bringen jeden Tag Geld in die Stadt. Menschen, die bisher nicht mal wussten, wo genau das liegt, kommen nach Metz. Vom neuen Metz-Image profitiere nicht nur das Tourismusgeschäft, sagt die Wirtschaftsförderung. Das neue Image sei gut für die ganze Stadt, auch für Gewerbeansiedlungen.

Ein Centre Pompidou kriegen wir nicht mehr hin, das haben wir in Saarbrücken versemmelt. Aber noch haben wir die Chance, aus dem Betonklotz etwas zu machen. Auch wenn das noch etwas mehr Geld und Überwindung kostet: Wir sollten ins Museum investieren – der Kunst wegen und unserer Stadt wegen.

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