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Von Übermenschen in der Musik





Saarbrücken
Von Übermenschen in der Musik
Von  Helmut Fackler, 
21. März 2017, 02:00 Uhr

„Übermenschlich!“ war das Motto des 6. Sinfoniekonzertes des Staatsorchesters am Sonntag in der Saarbrücker Congresshalle. Menschliches jedenfalls war im ersten Konzertteil ständig präsent. In Beethovens Leonoren-Ouvertüre Nr.3, dramatische Verdichtung der ganzen Idee seiner Oper „Fidelio“. Dirigent Nicholas Milton ließ kantig, mit großen Kontrasten sinfonisch musizieren. Das Liedschaffen Schuberts hat Max Reger und Anton Webern zur Orchestrierung angeregt, um es in großen Sälen einem breiten Publikum wirkungsvoll näher zu bringen. Mit Christian Elsner stand ein „deutscher“ Tenor auf der Bühne, der trotz der „frühen“ Morgenstunde, mit „Gold im Munde“ und mit fein austarierten Farben und veritabler Bühnenpräsenz gestaltete. Fünf Lieder hat Reger, eines Webern geschickt auf das klassische Orchester übertragen.

Mit Goethes „Prometheus“ näherte sich übermenschlich ein Mensch göttlicher Sphäre. Ein solcher „Übermensch“ ist nach Nietzsche auch Zarathustra. Und, als dramaturgische Steigerung und frei nach Nietzsche, dessen Schilderung in der sinfonischen Dichtung „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss. Das gesamte Staatsorchester war auf der Bühne versammelt, verstärkt durch Musikerkollegen. Mit dramatischer Spannung versah Milton das eröffnende, aufsteigende Trompetenmotiv, sauber und präzise inszenierte er die Bilder, die ständig zwischen Dur und Moll changierende Harmonik, die parodierende Fuge, die beschwingten Walzer-Variationen. Das wieder auflebende Natur- und sich verflüchtigende Menschenmotiv des Schlusses ironisierte Strauss selbst: Der Mensch in H-Dur fragt: Wann? Wann? Und die C-Dur-Natur antwortet: Nie, nie – wird's schönes Wetter! Hörbar inspiriert, nicht nur vom Humor des Ur-Bayern Strauss, löste das Orchester die anspruchsvollen Aufgaben der Partitur. Begeisterter Beifall.


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