Sie sind hier: HomeKulturSZ-Artikel aus der Druckausgabe

Das Saarbrücker Filmfestival spricht von „künstlerischer Entscheidung“ und setzt Fokus auf europäische Filmschulen





Saarbrücken
Ophüls ohne New-York-Reihe und ohne Manfred Kirchheimer
Das Saarbrücker Filmfestival spricht von „künstlerischer Entscheidung“ und setzt Fokus auf europäische Filmschulen

01. Dezember 2016, 02:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Manfred Kirchheimer

Die New-York-Filme von Manfred Kirchheimers Studenten waren seit 1989 Teil des Ophüls-Programms. Das Festival stellt die Reihe nun ein, Kirchheimer bleibt trotz Einladung in New York.

Einen langjährigen Begleiter des Filmfestivals Max Ophüls Preis wird man beim kommenden 38. Jahrgang (23. bis 29. Januar) nicht in Saarbrücken sehen: Manfred Kirchheimer. Der 1931 in Saarbrücken geborene New Yorker Filmemacher und Dozent war 1989 Mitglied der Jury und hat seitdem die Reihe „New Yorker Kurzfilme“ seiner Studenten der „School of Visual Arts“ in Saarbrücken gezeigt. Doch diese Reihe ist nun eingestellt, Kirchheimer hat in einer Mail an Saarbrücker Freunde erklärt, er werde in diesem Jahr nicht anreisen. Die „Götter und die neue Festivalleitung“ hätten entschieden, schreibt er in der englischen Mail, „dass mein Programm der New Yorker Filme nicht länger den Bedürfnissen des Festivals entspricht, und es deshalb eingestellt“. Da das Festival ihm die Reise nach Saarbrücken nun nicht mehr finanziere, bleibe er fern, „obwohl ich Euch alle sehr vermissen werde“.

Die neue Ophüls-Leiterin Svenja Böttger nennt das Kippen der New-York-Reihe „eine künstlerische Entscheidung, die der Neuausrichtung der Nebenreihen“ (wir haben berichtet) geschuldet sei. Mit dem internationalen Koproduktionstreffen „MOP-Meetings“ der Branchentage und mit einer neu geschaffenen Nebenreihe, die sich mit jungen Filmemachern europäischer Filmschulen beschäftigt, sei der Fokus auf die Nachbarländer gelegt – so wolle man Möglichkeiten bieten, europäische Koproduktionen voranzutreiben und über Fördermöglichkeiten zu informieren. Das Festival betont, dass sich die Absage auf die Filmreihe der New Yorker Studenten richtet und nicht auf den Besuch durch Kirchheimer. Der sei für dieses wie alle zukünftigen Festivalausgaben als Ehrengast eingeladen. Dass er die Einladung für dieses Jahr bisher abgelehnt hat, bedauert das Festival.



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER




Saarbrücken

Auch das noch: „Das Hypnotrom ist beschädigt!“

Den medialen Helden seiner Kindheit Jahrzehnte später wiederzubegegnen, ist riskant – manche Heroen von einst entpuppen sich als große Langweiler. Wie verhält sich das mit Captain Future, der mit seinem Raumschiff „Comet“ ab 1980 im ZDF-Programm herumsauste?Mehr
Saarbrücken

Der vergessene Augenzeuge und Stenograph des Nationalsozialismus

Konrad Heiden, der ab 1934 in Saarbrücken gegen den Anschluss des Saargebiets an Nazideutschland kämpfte, ist heute weithin vergessen. Ex-„Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust widmet ihm nun eine lesenswerte Biographie.Mehr
Saarbrücken

Vom blauen Pferd zur Abstraktion

Vor 100 Jahren wurde Franz Marc, gerade 36, vor Verdun als Meldereiter von Granatsplittern durchbohrt. Die erste biografische Annäherung an Marc erschien 1936 und wurde von den NS-Kunstwarten sofort verboten. Seit den 50ern hat vor allem der Kunsthistoriker Klaus Lankheit die Erinnerung an Marcs Werk gepflegt. Seit Beginn dieses Säkulums ist eine Renaissance der Marc-Forschung zu verzeichnen. Dazu gehören mehrere Biografien. Die jüngste stammt von Wilfried F. Schoeller. Der emeritierte Saarbrücker Germanist Gerhard Sauder stellt sie vor.Mehr


Anzeige



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige