Sie sind hier: HomeKulturSZ-Artikel aus der Druckausgabe

Film über Leben und Arbeit der berühmten Forscherin Marie Curie ab morgen im Kino





„Starke Frauen als Vorbild“
Film über Leben und Arbeit der berühmten Forscherin Marie Curie ab morgen im Kino

Von   Agentur, 
30. November 2016, 02:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Marie Noëlle

Im Film „Marie Curie“, der morgen in die Kinos kommt, erzählt die französische Regisseurin Marie Noëlle von der privaten Seite der weltberühmten Chemikerin und Physikerin. Im Film verkörpert Karolina Gruszka die Forscherin polnischer Herkunft, die 1903 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung der natürlichen Radioaktivität zusammen mit Antoine Henri Becquerel und Pierre Curie sowie 1911 den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung des Radiums gewann.

Marie Curie (1867-1934) ist eine legendäre Wissenschaftlerin, die mit ihren Radioaktivitätsstudien weltberühmt wurde. Was hat Sie persönlich an Marie Curie fasziniert?

Noëlle: Die legendäre Forscherin Marie Curie hat mich schon als junges Mädchen fasziniert. Sie hatte es geschafft, durch ihre Intelligenz und ihr Können die fast rein-männliche Welt der Wissenschaft zu überzeugen. Sogar der für seine frauenfeindlichen Sprüche bekannte Albert Einstein bekundete seine Bewunderung für ihr Genie. Heute bewundere ich die Freiheit ihres Geistes. Sie ließ sich weder von den Konventionen ihrer Zeit noch von irgendeiner Art von Vorteilsdenken beeinflussen. Ich bin restlos beeindruckt von ihrer Aufrichtigkeit, ihrem Arbeitsethos, ihrem Wertekompass und ihrer konsequenten Weigerung, ihre wissenschaftlichen Entdeckungen kommerziell auszuschlachten. Sie war eine liebende Frau, eine leidenschaftliche Forscherin und eine liebevolle Mutter.

Sie zeigen nun aber nicht nur die Forscherin Curie, sondern auch andere Facetten. Warum?

Noëlle: Obwohl Marie Curie heute eine Ikone der Wissenschaft ist, hat sie es in ihrem Leben nie einfach gehabt. Diese Kämpfe zu beleuchten, auch ihre Schwächen zu zeigen, macht sie uns näher. Sie als kämpferischen und stets aufrechten Menschen zu zeigen, ist eine große Inspiration für uns alle. Unsere Zeit braucht nach wie vor starke Frauen als Vorbild.

Es ist der erste große Film über Marie Curie seit vielen Jahrzehnten. Wieso haben bislang keine anderen Filmemacher ihre Geschichte aufgegriffen?

Noëlle: Das müssen Sie die anderen Filmemacher fragen! (...) Mich hat sie sehr berührt, und mir hat imponiert, wie Marie Curie ohne Kompromisse durch ihr Leben gegangen ist und sich ihres Handelns immer bewusst war.

Inwiefern war Marie Curie ihrer Zeit voraus - auch, aber nicht nur als Forscherin?

Noëlle: Marie Curie war in vielerlei Hinsicht ihrer Zeit voraus: Sie war nicht nur in ihrer Arbeit Visionärin. Sie hatte zum Beispiel eine sehr präzise Auffassung, wie man Kinder erziehen sollte. Sie wollte sie zu freiem Denken erziehen, ihnen eine humanistische Bildung vermitteln. So stellte sie eine Art „Schul-Kooperative“ auf die Beine, mit Theorien, die bis heute gültig sind: Vor allem kein Nachplappern von auswendig gelernten Theorien, sondern Förderung der Kreativität.

Wie aktuell ist das Thema Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau noch heute?

Noëlle: Egal, in welcher Branche ist die Führungsetage immer noch Männersache. Egal in welcher Branche werden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Auch in der Kunst. Wie viele Malerinnen haben unter männlichen Pseudonymen gearbeitet? Die Zahlen sprechen für sich und waren auch für mich ernüchtend. Deshalb bin ich auch der Initiative „Pro Quote Regie“ beigetreten. Die Notwendigkeit der Einführung von Frauen-Quoten zeigt, wie aktuell das Thema ist.

Der Film läuft in der Camera Zwo in Saarbrücken.

Zum Thema:

Auf einen Blick Fünf weitere Filme feiern in dieser Woche ihre Premiere auf den saarländischen Kinoleinwänden. Eine Heldengeschichte, basierend auf einer wahren Begebenheit, gibt es in „Sully“ zu sehen: Regisseur Clint Eastwood erzählt das Drama um die Notlandung des Piloten Chesley B. Sullenberger auf dem Hudson River vor New York 2009. Die Hauptrolle spielt Tom Hanks. Einen etwas anderen, beeindruckenden Film zeigt das Arthouse Kino Camera Zwo in Saarbrücken mit „Ein Lied für Nour“, das von dem Aufstieg des palästinensischen Musikers Mohammed Assaf handelt. Eine packende Tragikomödie läuft im Filmhaus Saarbrücken an: „Lotte“, das Debüt von Regisseur Julius Schultheiß, blickt hinter die zerbrechliche Fassade einer vermeintlich starken, jungen Frau. Zudem läuft im Filmhaus Saarbrücken die Literaturverfilmung „Die Habenichtse“. Kate Beckinsale kehrt als rachedürstende Vampirlady Selene zurück, im Actionspektakel „Underworld: Blood Wars“ (Cinestar). mki



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER





Anzeige



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige