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Kunst der Reinheit: Neue CD von Michael Marx und Nino Deda





Neunkirchen
Kunst der Reinheit: Neue CD von Michael Marx und Nino Deda
29. November 2016, 02:00 Uhr
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Interessantes Duo: Nino Deda (l.), Michael Marx. Foto: T. Reinhardt

Foto: T. Reinhardt

Es gibt sie ja, diese CDs, die beim ersten Hören ein „Na ja“ sind, sich beim zweiten zum „Ach ja!“ steigern und dann gar nicht mehr aus dem Player raus wollen. Weil man sich festhört. Nino Dedas und Michael Marx' Album ist so eine. Unprätentiös der Titel: „Bach – Balkan – Tango“, unspektakulär in der Besetzung: Akkordeon und Gitarre. Doch mit Sogwirkung.

Über Michael Marx muss man hierzulande kaum Worte machen. Der Gitarrist, Nukleus der unermüdlichen Singin' Band „Marx Rootschild Tillermann“, gilt als Saiteninstanz im Saarland. Und Nino Deda ist ein begnadeter Akkordeonist, zudem auch leidenschaftlicher Kirchen- und Chormusiker. Das mag schon mal erklären, warum sich Bach plötzlich in Gesellschaft von Piazzolla-Tangos wiederfindet und Stücken, die Deda selbst komponiert hat. Manche davon unverkennbar mit dem Aroma seiner albanischen Heimat.

Aber Gitarre und Akkordeon, das kann selbst in den Händen von Könnern leicht nach veredelter Straßenmusik tönen, nach weiteren Epigonen der Cambridge Buskers. Doch bei Deda und Marx wird die Konzentration auf die reinen Instrumente und die Sparsamkeit in der Besetzung nie zur Beschränkung. Und Nino Deda vermag es, sein Akkordeon atmen zu lassen – als sei das Sehnen, das Klagen aber auch das Jauchzen menschliche Stimme. Selbst, wenn Virtuosität quasi Pflicht, brillante Technik unabdingbar wird, stellen die beiden Ebenbürtigen dies nicht zur Schau. So können sie Piazzollas „Libertango“ mit feinen Tempovariationen und einem Hauch Jazz quasi neu erzählen. Selten auch hat man Bachs „Air“ so abgeklärt, in sich gekehrt und einfach schön gehört wie bei Deda und Marx.

Nino Deda & Michael Marx: Bach – Balkan – Tango

(Bee Records).



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