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Waderner Bücherhütte mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet





Merzig/Wadern
,,Die Leute kommen, weil sie uns vertrauen“
Waderner Bücherhütte mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet

Von  Kerstin Krämer, 
29. November 2016, 02:00 Uhr
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Beatrice Schmitt in ihrer gemütlichen Bücherhütte. Foto: Kerstin Krämer

Foto: Kerstin Krämer
Die Waderner Bücherhütte hat mit ihrem hervorragenden Angebot und dem Engagement ihrer Chefin Beatrice Schmitt für die Literatur den Deutschen Buchhandlungspreis gewonnen. Wir stellen die Buchhandlung vor.

Dass sie mal eine eigene Buchhandlung führen würde, hätte sich Beatrice Schmitt früher wahrscheinlich nicht träumen lassen. Dass sich ihr Unternehmen nun – obendrein als einziges saarländisches in diesem Jahr! – auch noch mit dem offiziellen Gütesiegel der Kulturstaatsministerin schmücken darf, wohl noch weniger: Schmitts „Bücherhütte“ in Wadern gehört zu den bundesweit 118 unabhängigen, inhabergeführten Buchhandlungen, die im Oktober mit dem Deutschen Buchhandlungspreis geehrt wurden. Die Auszeichnung, die jetzt erst zum zweiten Mal ausgelobt wurde, wird in drei Kategorien vergeben; die Bücherhütte gehört zu jenen Glücklichen, die sich über ein Preisgeld von 7000 Euro und das Prädikat „Hervorragende Buchhandlung“ freuen dürfen. Eine schöne Bestätigung für einen kleinen Laden, der sich seit Ende des letzten Jahrtausends im ländlichen Raum behauptet und wacker den Internetriesen trotzt.

Schmitts Erfolgsrezept? Sie kennt ihre Stammkundschaft und entwickelt viel Enthusiasmus, wenn es um das Empfehlen lesenswerter Bücher geht. Vor fünf Jahren bekam zwar auch sie die Konkurrenz von Amazon und Co zu spüren, konnte aber Kunden zurück erobern. Dass nun ganz Wadern stolz ist auf „unsere Buchhandlung“, empfindet die 51-Jährige als enorme Wertschätzung für sich und ihre feste Kraft Anne Schmidt: „Wenn man etwas gut macht, kommt immer etwas zurück!“ Während ihres Studiums der Informationswissenschaft, Anglistik und Informatik in Saarbrücken betreute Schmitt aus Freude am Lesen und am Umgang mit Menschen die Bibliothek der Computerlinguistik. Dann machte ihr Bruder eine Buchhandlung auf, wo sie jobbte – und Feuer fing. Als sich 1997 die Chance bot, in einem ehemaligen Friseursalon eine eigene Buchhandlung zu eröffnen, griff Schmitt zu. Das Sortiment ihrer Bücherhütte ist eher allgemein gehalten, eine Spezialisierung in einer Kleinstadt auch schwerlich rentabel. Was den Buchladen dennoch besonders macht, ist das kulturelle Engagement dahinter. Mit ihren Mitarbeiterinnen wuppt Schmitt nicht nur rund vier Lesungen im Jahr, sondern stemmt seit 2004 alljährlich im September zusammen mit Kulturamt und anderen Partnern die von ihr mitinitiierte „Waderner Buchwoche“ mit diversen Veranstaltungen an verschiedenen Orten. Trotz kleinen Etats: „Wir haben in dieser Zeit bemerkenswerte Autoren hier gehabt“, erzählt Schmitt. „Aber die Leute kommen auch bei weniger bekannten Namen, weil sie uns vertrauen.“

Zur Waderner Buchwoche gehört ein Schreibwettbewerb, dessen Beiträge veröffentlicht werden – mittlerweile liegt das fünfte Büchlein vor. Außerdem beteiligt sich Schmitt seit deren Anfängen an der „Waderner Kunstroute“ und ist auch beim „Welttag des Buchs“ aktiv. Obendrein hält sie als Mitglied der „Kinofreunde Wadern“ die örtlichen Lichtspiele am Laufen und betreut ehrenamtlich Büchertische für die Hospizarbeit Merzig-Wadern.

Was nun die 7000 Euro Preisgeld angeht: Die sind zweckgebunden für Literatur- und Leseförderung. Da sind sie bei Schmitt in besten Händen, wurde ihre Bücherhütte doch schon drei Mal mit dem Gütesiegel „Netzwerk Mehr Lesen – Anerkannter Lesepartner“ von Kultusministerium und Landesverband Saar des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Doch im Januar wird erst mal gefeiert: 20 Jahre Bücherhütte!

Informationen im Internet: www.buecherhuette-wadern.de



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