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Kunstkompass: Gerhard Richter weiter vorn





Kunstkompass: Gerhard Richter weiter vorn
01. Dezember 2016, 13:45 Uhr
Er ist das Ruhmesbarometer der Kunstwelt - der seit 46 Jahren erscheinende Kunstkompass. Deutschland ist diesmal besonders gut vertreten: Von dort kommt auch die neue Aufsteigerin.

Köln (dpa) -  Der deutsche Maler Gerhard Richter (84) wird im Ranking Kunstkompass 2016 weiterhin als wichtigster Künstler der Gegenwart geführt. 

Auf den Plätzen zwei und drei stehen - ebenfalls unverändert - der US-Konzeptkünstler Bruce Nauman und die Deutsche Rosemarie Trockel. Aufsteigerin des Jahres ist die Filmemacherin Hito Steyerl (50).

Die Filme der gebürtigen Münchnerin, derzeit Professorin für Medienkunst an der Universität der Künste Berlin, sind sowohl bei Filmfestivals als auch in Kunstausstellungen zu sehen. Steyerl hat laut Kunstkompass einen Rekord aufgestellt, indem sie in der Liste einen Sprung von Rang 513 auf Rang 231 gemacht hat. In diesem Jahr erscheint der Kunstkompass erstmals in der «Welt»-Beilage «Bilanz» (Freitagsausgabe).  

Vier der zehn wichtigsten Künstler sind laut Kunstkompass Deutsche. Außer Richter und Trockel - die beide in Köln leben - sind unter den ersten Zehn auch noch Georg Baselitz (Platz 4) und Anselm Kiefer (Platz 6). In der Sonderkategorie «Die Unsterblichen» behauptet sich Andy Warhol (1928-1987) an der Spitze, gefolgt von Joseph Beuys (1921-1986) und Sigmar Polke (1941-2010). 

Schafften es früher kaum mehr als ein Dutzend Frauen in die Top 100, so sind es inzwischen 22. Zugleich lokalisiert der Kunstkompass die Künstler von morgen mehr und mehr außerhalb Europas und der USA. Viele aufstrebende neue Talente kommen demnach aus Jordanien, Südafrika, Indien, Kamerun und Nigeria. 

Der Kunstkompass versteht sich als Wegweiser für Sammler und Investoren. Das seit 1970 erscheinende Ranking basiert auf der Annahme, dass die Qualität von Kunst nicht messbar ist, wohl aber die Resonanz in der Kunstwelt. Bewertet und mit Punkten gewichtet werden unter anderem die Ausstellungen von 300 Museen, dazu Rezensionen in Fachmagazinen, Ankäufe führender Museen und Auszeichnungen. Preise und Auktionspreise werden dagegen nicht berücksichtigt.



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