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Thomas Cadène erzählt mit über 100 Zeichnern im Comic-Fortsetzungsroman „Sechs aus 49“ die Geschichte eines Lottogewinns





Hippes Großstadtgeflüster à la parisienne
Thomas Cadène erzählt mit über 100 Zeichnern im Comic-Fortsetzungsroman „Sechs aus 49“ die Geschichte eines Lottogewinns

Von  David Lemm, 
07. August 2014, 00:00 Uhr
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Auch bei Frankreichs Jugend geht nicht alles glatt. Bild: Verlag
Flüchtig und international – so lebt und liebt die französische Jugend in den Comics „Sechs aus 49“. Anhand einer simplen Geschichte beschwören die Zeichner und Texter große Gefühle und den modernen Zeitgeist herauf.
Die 22-jährige Mathilde wird beim Zigarettenkaufen von einem gut gekleideten Herrn angesprochen. „Ich brauche noch drei Gewinnzahlen für meinen Tipp.“ Was wie eine ungelenke Anmache wirkt, markiert den Auftakt des grafischen Fortsetzungsromans „Sechs aus 49“. Mathilde liegt mit ihrem Tipp goldrichtig und knackt gemeinsam mit dem Fremden den Jackpot, der sich die 60 Millionen Gewinn mit ihr teilt. Der unverhoffte Geldsegen eröffnet der jungen Jurastudentin Freiheiten, von denen sie bis dato nur träumen konnte: Sie bricht ihr Studium ab, kauft sich teure Klamotten und eine Eigentumswohnung. Dass die frisch gebackene Millionärin sich mit alten und neuen Problemen herumschlagen muss, davon erzählt „Sechs aus 49“ – ebenso von Mathildes verdutzter Familie, den Kommilitonen und Freunden, die nur langsam von der Sache Wind bekommen.

Ausgedacht hat sich die Geschichte der Pariser Autor Thomas Cadène, der bewusst auf das serielle Erzählprinzip der Telenovela zurückgreift, um anhand einer simplen Geschichte die großen Gefühle und den Zeitgeist zu beschwören. Dieser Zeitgeist wird von einem raschen Rhythmus dominiert. Man liebt flüchtig, häufig wechselnd und international. Eben diesen Wechsel bildet „Sechs aus 49“ ab, denn die kurzen Episoden sind von unterschiedlichen Zeichnern gestaltet – darunter Bastien Vivès und Manuele Frior. Das führt zu einem überraschenden Lesespaß: Während man der erzählten Geschichte leicht folgt, wird der Betrachter von Episode zu Episode mit einem anderen Zeichenstil konfrontiert, wodurch immer wieder neue Facetten der Figuren sichtbar werden.

Cadènes innovatives Comic-Format hatte in Frankreich großen Erfolg, auch finanziell. Unter dem Titel „Les autres gens“ konnte man von März 2010 bis Juni 2012 eine Episode pro Tag im Internet für einen geringen Preis lesen – danach erschienen die über 300 Episoden in 15 Bänden. Das haben auch die FAZ und der Verlag Schreiber und Leser aufgegriffen: Auf der Website der FAZ erscheinen die Episoden zum kostenlosen Lesen, danach kommen sie als Staffeln auf den Buchmarkt. Eine gute Gelegenheit, sich ein Bild von der jungen Generation in Frankreich und deren Comic-Szene zu machen.

Thomas Cadène: Sechs aus 49 – 03 Arnaud. Verlag Schreiber & Leser, 200 Seiten, 18,80 Euro.

sechsaus49.de


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