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Die Saarbrücker Band Whiffletree versucht in Paris mit Straßenmusik ihr Glück





Saarbrücken/Paris
Musikalischer Abenteuer-Trip
Die Saarbrücker Band Whiffletree versucht in Paris mit Straßenmusik ihr Glück

Von SZ-Mitarbeiterin Kerstin Krämer,  09. August 2013, 00:00 Uhr
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Neal Norrick, Regina Grüner-Leguth, Erich Leguth, Petra Norrick (v.l.) sind Whiffletree. Foto: Krämer Foto: Krämer
Warum nicht mal schauen, wie die eigene Musik auf den Straßen einer Großstadt so ankommt, dachten sich die Mitglieder der saarländischen Gruppe Whiffletree. Mit englischsprachigen Folksongs im Gepäck reisten sie los – ausgerechnet nach Paris.


 
Wird jemand stehen bleiben? Wenn ja, wer? Und wo werden wir überhaupt spielen? Fragen, die sich vier Leute vor ihrem Kurztrip nach Paris stellten: die Mitglieder der Band Band Whiffletree. Dieser Tage tummeln sie sich in der französischen Metropole, um Straßenmusik zu machen. Noch vergangene Woche wussten die Musik-Abenteurer nicht einmal, in welchem Hotel sie einchecken werden; den Abreisetermin wollten sie vom Wetter abhängig machen und dann ins Blaue starten.

Hinter Whiffletree – der Name bezeichnet einen Bestandteil historischer Kutschgespanne und wurde nur des rustikalen Klanges wegen gewählt – stecken zwei befreundete Ehepaare: Petra Norrick (62, Geige, Kazoo, Percussion, Gesang) ist Studiendirektorin und Leiterin des Fachbereichs Didaktik am Saarbrücker Rotenbühlgymnasium, ihr Mann Neal (64, Gitarre, Gesang) ist Amerikaner und Professor für Linguistik (Englisch) an der Saar-Uni. Die beiden wohnen in Scheidt, wo Erich Leguth (48, Lehrer für Gitarre und Klavier), eine Musikschule betreibt. Die Vierte im Bunde ist Leguths Ehefrau Regina (46), die ebenfalls singt, Kazoo bläst und das Tamburin schwingt. Der Kontakt kam über die Kinder der Norricks zustande, die seit etlichen Jahren den Unterricht in der Musikschule Leguth besuchen. Seit Februar 2012 proben die Vier nun an einem Programm, das ihre Lieblingslieder von den Beatles und Bob Dylan über Simon & Garfunkel, CCR, Lee Hazlewood und Hank Williams bis zu U2 vereinigt.

Der Schwerpunkt des angloamerikanischen Repertoires liegt in den 60er und 70er Jahren und beinhaltet bis auf einen Titel von Mark Knopfler nichts Frankophones – warum dann gerade Paris? „Weil's nahe ist“, lacht Erich Leguth. Er war im Juli 2012 in Prag und von der dortigen Straßenmusik-Szene so angetan, dass er die Idee hatte, es selbst einmal zu probieren. „Musik, wie wir sie machen, habe ich live noch nicht gehört“, sagt er. Obwohl nun sogar eine ARD-Korrespondentin die Spaß-orientierte Musikexpedition begleiten wird, hält sich das Lampenfieber in Grenzen: Leguth ist ohnehin Profi, und die Norricks haben schon 1974 in Regensburg zur großen Zeit der Folk- und Protestsongs zusammen musiziert. Neal Norrick, überdies langjähriges Mitglied der Country-Formation Familie Callahan, klampfte gar schon vor über 40 Jahren solo in der Pariser Métro. Die fällt nun weg, denn wer heute dort auftreten will, muss erst ein Casting bestehen. Also fragte das Quartett vorab bei der Pariser Verwaltung nach, wo unangemeldete Spontan-Beschallung überhaupt geduldet wird. Das Antwortschreiben der Mairie weist Touristenattraktionen wie Centre Pompidou, die Hallen und die Place Saint-Germain-des-Prés aus. Ehrensache, dass Whiffletree auch einen Hut aufstellen werden, um herauszufinden, wie viel Straßenmusiker so verdienen.

Und weil die meisten Vertreter dieser Zunft auch eigene Titel spielen, hat die Band nun damit begonnen, selbst Lieder zu schreiben, Stilrichtung Bluegrass und Country. Die Feuertaufe bestand das Programm unlängst vor wohlgesinntem Publikum bei einer privaten Gartenparty im Hause Leguth im Kreis Kusel.

Am 17. August spielt das Quartett auf dem Straßenmusikfestival Ottweiler.



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