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Rohes, Abseitiges und Beiläufiges





Rohes, Abseitiges und Beiläufiges
06. Februar 2013, 00:13 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Foto: Museum

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Foto Kruses aus der Serie "Landscapes | No Landscapes". Foto: Museum

Merzig. Seit 2003 gibt es den vom Landkreis Merzig-Wadern ausgelobten Monika-von-Boch-Preis für Fotografie, der zu Ehren der 1993 in Mettlach verstorbenen Fotografin im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben wird. Die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung wird es auch weiterhin geben, doch die Modalitäten ändern sich
Merzig. Seit 2003 gibt es den vom Landkreis Merzig-Wadern ausgelobten Monika-von-Boch-Preis für Fotografie, der zu Ehren der 1993 in Mettlach verstorbenen Fotografin im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben wird. Die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung wird es auch weiterhin geben, doch die Modalitäten ändern sich. Bislang war es so, dass der aktuelle Preisträger ausgerufen wurde, wenn die Ausstellung seines Vorgängers im Museum Schloss Fellenberg eröffnete.

"Die Idee war nicht schlecht, führte aber zu Irritationen", stellt Museumsleiterin Ingrid Jakobs fest. Daher bilden von nun an Preisverleihung und die mit der Auszeichnung verbundene Ausstellung eine Einheit. Gerade zeigt das Museum die Arbeiten des aktuellen Preisträgers Calin Kruse aus Trier. Es sind Schnappschüsse eines Beobachters, dessen Blick zwischen Subkultur und subkutan wechselt. Reportagefotos von Stripshows einer Vorstadtkneipe wechseln mit verhuschten Aufnahmen von Landschaften, in denen Kruse Formen und Strukturen hervorhebt. Das Rohe, Abseitige und Beiläufige, die Vorliebe für das Gefühl, das Patchwork der Augenblicke ist Programm, worauf der Titel der Schau verweist: "everywhere but home", überall, nur nicht daheim. Der junge Fotograf, Jahrgang 1982, ist unterwegs, braucht die wechselnden Szenen und die Unruhe, um etwas für ihn "Echtes" zu zeigen.

Dagegen ist der nächste Träger des Monika-von-Boch-Preises längst angekommen. Bereits am 23. Juni erhält der in Saarbrücken geborene und in Berlin lebende Fotograf Oliver Kern die Auszeichnung, begleitet von einer Ausstellung. Derzeit ist Kern mit seinem Langzeitprojekt "Die deutsche Aussicht" präsent - ein Fotoessay über eine Deutschlandreise mit Ansichten von Autobahnen, Hochhäusern in stiller Melancholie. Im Saarländischen Künstlerhaus war er mit der Serie "Der Gläserne Schlüssel" und "Die vorläufige Stadt" vor gut zehn Jahren zu Gast. Auch damals war es der unaufgeregte Seitenblick auf das, was jenseits der Posen passiert, der Kerns Fotografie auszeichnete. sg

Ausstellung Calin Kruse bis 1. April. Geöffnet: täglich außer montags, 14 bis 18 Uhr.






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