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Gesang, der unter die Haut geht





Gesang, der unter die Haut geht
28. Oktober 2009, 00:07 Uhr
Luxemburg. Edita Gruberova ist eine lebende Legende. In ihrer vierzigjährigen Karriere hat die slowakische Sopranistin mit Koloratur-Partien wie die der Königin der Nacht, der Lucia di Lammermoor oder der Zerbinetta Maßstäbe in der Opernwelt gesetzt. In der Philharmonie Luxembourg war die Ausnahmekünstlerin am Montag bei einem Liederabend zu hören
Luxemburg. Edita Gruberova ist eine lebende Legende. In ihrer vierzigjährigen Karriere hat die slowakische Sopranistin mit Koloratur-Partien wie die der Königin der Nacht, der Lucia di Lammermoor oder der Zerbinetta Maßstäbe in der Opernwelt gesetzt. In der Philharmonie Luxembourg war die Ausnahmekünstlerin am Montag bei einem Liederabend zu hören.

Sicher haben Opernarien mehr Glanz und halsbrecherische Tonakrobatik zu bieten, aber man sagt, die wahre Kunst beweise ein Sänger im Liedrepertoire. Die Gruberova enttäuschte nicht. Sie faszinierte von der ersten bis zur letzten Note, lotete selbst da Tiefen aus, wo keine vorhanden sind. Zum Beispiel in Liedern und Arietten von Mozart, die meisten davon schlichte Gelegenheitskompositionen. Den nuancierten Ausdruck beherrscht die Sängerin perfekt. Das Pianissmo der Gruberova kommt aus dem Nichts heraus, schon allein ihre Art, bestimmte Worte zu artikulieren, verursachte beim Zuhörer Gänsehautschauer. Ein Kosmos der Gesangskultur auch war ihre Interpretation der Schubert-Lieder. Sicher, hier präsentierte sie jeden Affekt bis ins Detail durchdacht. Doch es klang stets wie aus dem Moment heraus geboren, dargeboten mit einer Wärme und einem Timbre, das mit dem keiner anderen Sängerin vergleichbar ist.

Ebenbürtig waren die Partner an ihrer Seite. Pianist Stephan Matthias Landmann begeisterte mit immenser Ausdrucksvielfalt, und das sensible Klarinettenspiel von Patrick Messina machte Schuberts Hirt auf dem Felsen zum Höhepunkt des Abends. Auch mit den Gefühlswelten der Liebeslieder aus Dvoraks Feder vermochte sie tief zu berühren, bevor sie den Abend mit Werken von Richard Strauss krönte. Nach zwei Zugaben verabschiedete sich die große Dame des Gesangs vom jubelnden Publikum. sad




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