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Gastronomieverband will einheitliche Mehrwertsteuer, Bürokratieabbau und reglementierte Internet-Portale





Saarbrücken
Dehoga fordert fairen Wettbewerb
Gastronomieverband will einheitliche Mehrwertsteuer, Bürokratieabbau und reglementierte Internet-Portale

10. Januar 2017, 02:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Gastgewerbe

Eine Bedienung trägt in einem Lokal ein Tablett mit Bier. Foto: dpa (Symbolbild)
Die Umsätze in der Gastronomie steigen, die Erträge dagegen gehen zurück. Der Dehoga Saar führt das unter anderem auf die schwierigen Bedingungen der Branche zurück.

Eigentlich könnte es der Gastronomie-Branche im Saarland gutgehen. „Die Branche wächst“, sagte Gudrun Pink, Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Saarland gestern bei der Neujahrsansprache in Saarbrücken. Doch sie gießt umgehend Wasser in den Wein: Denn wegen steigender Betriebskosten, wegen höheren Bürokratieaufwands und wegen zahlreicher behördlicher Auflagen seien die Erträge bei 41 Prozent der gastronomischen Betriebe laut Dehoga-Konjunkturbericht gesunken. „Wir wachsen nicht so, wie wir könnten, und das ist schade“, bilanzierte die Dehoga-Chefin.

Pink gab der saarländischen Politik deshalb einen Forderungskatalog für den Wahlkampf mit. So sollen sich die Saar-Politiker für einen Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für die Gastronomie starkmachen. Es könne ja nicht sein, dass Essen im Sitzen anders besteuert wird als Essen im Stehen. Auch der Zimmervermietung über Internet-Portale wie Airbnb müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Vermieter ebenso wie Gäste blieben dort anonym – und auch die Gewerbe- und Bettensteuer gehe verloren.

Auch das Arbeitszeitgesetz ist dem Verband ein Dorn im Auge: Die Vorschrift, dass Mitarbeiter, „die auch länger arbeiten wollen“, nach zehn Stunden beispielsweise bei einer Hochzeitsfeier nicht mehr arbeiten dürfen, bezeichnete Pink als „lebensfremd“. Hier bedürfe es dringend einer Flexibilisierung – beispielsweise über eine wöchentliche Höchstarbeitsdauer. Dieser Forderung allerdings tritt die für die Branche zuständige Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) vehement entgegen. Das Arbeitszeitgesetz sei bereits „hochflexibel“ und bedürfe „keiner Änderung“, sagte NGG-Saar-Geschäftsführer Mark Baumeister und verweist auf den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter, der „höchste Priorität“ haben müsse.

Insgesamt allerdings bewertet Baumeister die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern als gut. Gemeinsam habe man einen wegweisenden Tarifvertrag auf den Weg gebracht, der das Saarland zu einem der führenden Bundesländer gemacht habe. Außerdem sei es gelungen, ein Modellprojekt für die Rückkehr aus Teilzeit in Vollzeit zu starten. Auch hier sei das Saarland Vorreiter. Nachbesserungsbedarf sieht er nur bei der Tarifbindung in der Fläche – zu oft werde diese von schwarzen Schafen unterlaufen.




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