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Jedoch weniger Beschäftigte



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Saarbrücken
"Zweites Aufholjahr": Saarländische Industrie wächst mit 7,6 Prozent
Jedoch weniger Beschäftigte

Von  Michael Aubert, 
26. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Die Saar-Industrie produziert besonders viel für den Export – zum Beispiel in Saarlouis den Ford Focus. Foto: Rolf Ruppenthal Foto: Rolf Ruppenthal
Wie schon 2014 hat die saarländische Industrie im vergangenen Jahr im Bundesvergleich erneut aufgeholt. Sie verzeichnete ein Wachstum von 7,6 Prozent. Motor ist die Fahrzeugindustrie.
 
Die saarländische Industrie ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Das Verarbeitende Gewerbe erzielte 2015 einen Umsatz von 27,1 Milliarden Euro und somit 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilt das Statistische Amt des Saarlandes mit. Dies sei fast vier Mal besser als Bundesschnitt und „das zweite Aufholjahr in Folge“, sagte Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK). Wobei sich das Auslandsgeschäft (plus 11,1 Prozent) dynamischer entwickelt habe als das Inlandsgeschäft (plus 4,4 Prozent).

„Die neuen Zahlen des Statistischen Amtes zeigen deutlich – das Saarland ist und bleibt ein starker Industriestandort“, kommentierte Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) die Zahlen. „Industrie ist unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so die Ministerin.

„Der Fahrzeugbau bleibt Treiber des Exports“, sagt Klingen. Die saarländischen Hersteller von Autos und Autoteilen verbuchten, obwohl die Statistiker ein großes Unternehmen der Branche nun in der Rubrik Maschinenbau führen, eine Umsatzsteigerung von 6,7 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Dies liege vor allem an der Auslandsnachfrage. Sie legte um rund ein Viertel auf knapp sechs Milliarden Euro zu.

Das größte Umsatzplus verzeichneten die saarländischen Maschinenbauer. Im Vergleich zum Vorjahr stieg ihr Umsatz um 34,1 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Ein Großteil des Anstiegs ging aber auf einen statistischen Effekt zurück: dass eben ein Unternehmen nicht mehr in der Kfz-Branche, sondern beim Maschinenbau geführt wird, so das statistische Amt.

Die saarländischen metallerzeugenden und- verarbeitenden Betriebe kämpften dagegen mit internationalen Überkapazitäten am Stahlmarkt. Sie mussten im vergangenen Jahr Umsatzeinbußen von 5,1 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro hinnehmen.

Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, ist die Zahl der Industriebeschäftigten gesunken. Im Dezember 2015 hatten die saarländische Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten zusammen 82 170 Mitarbeiter – 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

 

Meinung:
 

Gute Zahlen ohne Garantie

Von SZ-RedakteurVolker Meyer zu Tittingdorf

So schön die Zahlen für die saarländische Industrie sind, sie spiegeln nur die Vergangenheit. Aus dem kräftigen Plus im vorigen Jahr folgt leider nicht, dass es so weitergeht. Die Unternehmen signalisieren zwar zumindest verhaltene Zuversicht, die Risiken sind aber gewachsen. Die nachlassende Konjunktur in China, der Ölpreisverfall, die Flüchtlingskrise in Europa – hier lauern Gefahren gerade für die exportorientierte Saar-Industrie. Um so wichtiger ist, dass die Rahmenbedingungen hierzulande stimmen: von einer leistungsstarken Universität über offene Grenzen bis zu guten Berufsschulen. Denn dann richtet eine mögliche Krise nicht so viel Schaden an. Schließlich soll das Saarland Industrieland bleiben.
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