Doch die Diplom-Diskussion lässt sich mittlerweile nicht mehr auf die Betriebswirtschaftslehre begrenzen, so der Asta-Vorsitzende Marc Großjean. „Es geht ums Ganze.“ Und in dieser Hinsicht hat sich Uni-Präsident Volker Linneweber festgelegt. Von der Forderung nach der Bologna- Kompatibilität „weiche ich keinen Nanometer ab“. Über alles andere könne man mit ihm reden, auch über einen Diplom- Studiengang, falls der kompatibel zur Studienreform sei. Aus diesem Grund habe er zunächst positiv reagiert, als sein Professorenkollege das Thema aufgebracht habe. Bei genauer Betrachtung habe sich dann jedoch herausgestellt, dass das BWLDiplom die Schlüsselbedingung eben nicht erfülle, so Linneweber. Auf die Expertisen der Juristen der Uni-Verwaltung und des Wissenschaftsministeriums habe der Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften keine Erwiderung präsentiert. Scholz bezieht sich bei der Aussage, der Studiengang sei kompatibel zur Bolognareform, auf Gutachten im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns bei der Wiedereinführung des Diploms.
Das weitere Argument der BWL-Vertreter, es gebe nur für einen kleinen Teil der Bachelor- Studenten die Möglichkeit, im Anschluss ein Masterstudium zu beginnen, will der Uni-Präsident nicht gelten lassen: „Es gibt keine Quotierung im Saarland.“ Die Zahl der Masterplätze werde erhöht. Und die unter den Studenten verbreitete Furcht, bei der Master-Bewerbung an ihrer Heimat- Uni von Kommilitonen anderer Hochschulen ausgestochen zu werden, wo der Anspruch geringer und die Noten deshalb besser sind? Das sei eine Sorge, die sich allenfalls die „zehn bis 15 Prozent der schlechtesten Studenten“ machen müssten für den Fall, dass es viele exzellente externe Bewerbungen gebe, so Linneweber. Im Saarland werde eine „besondere Eignung“ für ein Masterstudium verlangt. Die in Saarbrücken ausgebildeten Studenten brächten diese mit. Die Gefahr, dass sie nicht weiterstudieren könnten, „gibt es so nicht“.
Erfahrungen beim Übergang vom Bachelor zum Master im großen Stil gibt es bisher an der Saar-Uni nicht. Bei den Studenten überwiegt aus diesem Grund die Sorge. Volker Linneweber: „Wir haben überhaupt nicht daran gedacht, dass solche Befürchtungen in diesem Maße weckbar sind.“ In diesem Eingeständnis steckt der Vorwurf an seinen Professoren- Kollegen, diese Furcht gezielt zu schüren. Der wiederum antwortet darauf, der Uni-Präsident wolle „aus ideologischen Gründen“ nicht nachgeben und werde bald die größte Gruppe der Studenten gegen sich haben. Linneweber dazu: „Dass ein Professor so massiv die Strategie fährt, die Studenten aufzuwiegeln, habe ich nicht erwartet.“

































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