Einige Studenten und Professoren protestieren derzeit allerdings gegen das Wahlverfahren. In hochschulinternen E-Mails, die der Saarbrücker Zeitung vorliegen, beklagen sie die mangelnde Transparenz der Rektorwahl. Nach dem Fachhochschulgesetz werden vom wissenschaftlichen Beirat der HTW drei Bewerber vorgeschlagen. Der Senat wählt wiederum mit einer Mehrheit von zwei Dritteln den neuen Rektor.
Die Kritiker monieren an diesem Wahlverfahren vor allem, dass die Bewerber Studenten und Mitarbeitern der Hochschule niemals offiziell vorgestellt wurden. Zwar seien die Namen der Bewerber längst Gesprächsstoff in den HTW-Fluren, doch nach der Vorstellung im Senat seien dessen Mitglieder zur Verschwiegenheit aufgefordert worden.
"Wir wollen, dass das Wahlverfahren transparent und demokratisch abläuft", erklärt Dominik Maul, Elektrotechnik-Student und Senatsmitglied. Die Kandidaten sollten hochschulöffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Maul und zehn Fachschaftsvertreter beschlossen daher, ihre Kommilitonen, Professoren und die HTW-Mitarbeiter in einem offenen Schreiben über die Kandidaten und das Verfahren zu informieren. Der Asta hingegen distanziert sich davon. "Transparenz ist uns wichtig, aber das Gesetz gibt eben nicht mehr her", sagt Asta-Mitglied Jens Hinsberger. Demnach sind HTW-Mitglieder in Personalangelegenheiten zu Verschwiegenheit verpflichtet. Maul dagegen bezeichnet den Rektorposten als von besonderem hochschulöffentlichem Interesse. Es könne daher nicht sein, dass er hinter verschlossenen Türen besetzt wird.
Professor Günter Schmidt-Gönner nennt das Wahlverfahren in einer E-Mail an seine Kollegen und Studenten "eine Schande in einer demokratischen Einrichtung wie unserer Hochschule" und fordert, der Hochschulöffentlichkeit noch vor der Wahl die Möglichkeit zu geben, die Kandidaten kennenzulernen. Er und die studentischen Kritiker schlagen vor, den Wahltermin zu verschieben, und stattdessen eine Vorstellungsrunde zu organisieren. Zwar sei im Hochschulgesetz keine Vorstellungsrunde vorgesehen, aber es schließe sie auch nicht aus. An anderen Hochschulen sei dies ganz normal.
Der jetzige Rektor und Senatsvorsitzende Wolfgang Cornetz, der sich wegen der gesetzlichen Altersgrenze nicht mehr zur Wahl stellen kann, bedauert die Diskussion und sieht die Kritik als unberechtigt. Er könne das Interesse der Studenten zwar verstehen, verweist aber auf das Hochschulgesetz.
"Unser Gesetz sieht Verschwiegenheit und keine Vorstellungsrunde vor", sagt er. Man könne das natürlich anders machen, müsse es aber rechtzeitig initiieren und nicht wenige Tage vor der Wahl. Dass die Senatoren nicht mit ihrer Wählerschaft diskutieren sollten, stimme nicht - es sollten lediglich keine Namen ins Spiel gebracht werden. Über Profile und Inhalte hätte man reden können. Eine Verschiebung des Wahltermins kommt für Cornetz nicht in Frage. Dazu gebe es keinen Grund. "Es ist alles ordnungsgemäß abgelaufen, die Wahl findet am Mittwoch statt."
Saarbrücken. Ein Architekt, ein Ingenieur oder ein Wirtschaftsjurist? Drei Kandidaten haben sich für den Rektorposten der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und damit als Nachfolger des amtierenden Rektors Wolfgang Cornetz beworben. Morgen wählt der Senat einen von ihnen zum neuen Hochschulleiter.
Dr. Klaus-Peter Hoffmann ist HTW-interner Bewerber. Der 57-Jährige ist Professor für Biomedizinische Technik und leitet eine Abteilung am Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik in St. Ingbert. "Die HTW hat einen hervorragenden Stand, den ich weiterentwickeln möchte", erklärt er. Hoffmann will vor allem die angewandte Forschung, Kooperationen mit Unternehmen und der Saar-Uni verstärken.
Dr. Rudolf Lückmann ist Professor für Architektur an der Hochschule Anhalt. Die HTW zu leiten, reizt den 53-Jährigen, weil er in ihr großes Ausbaupotenzial sieht. "Die HTW steht zwar sehr gut da, die Fachhochschulen im Saarland müssen aber weiter ausgebaut werden", sagt er. Seinen Vorteil als externer Bewerber sieht er darin, dass er unvoreingenommen und mit vielen neuen Kontakten an die Hochschule komme.
Dr. Wolrad Rommel sieht in der HTW ebenfalls starkes Entwicklungspotenzial. Der 57-jährige Jurist leitet derzeit das Forschungszentrum Telekommunikation in Wien. Zuvor war er Professor für Wirtschaftsrecht in Leipzig und gründete die Heilbronn Business School. "Die HTW soll regional besser sichtbar werden", sagt er. Rommel kann sich eine Schwerpunktsetzung für die HTW vorstellen und will die Kooperation mit der Uni verstärken. aba































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