Ihre Probleme beginnen nach dem Abitur im Saarland. Schon die ständige Frage von Freunden und Bekannten „Was machst du jetzt eigentlich?“ stresst sie ungemein. „Ich hatte Angst davor, beim Planen meines Lebens die falsche Entscheidung zu treffen.“ Sie beginnt ein Studium der Sozialwissenschaften. Dass es ihr dabei nicht gut geht, erklärt sie sich damit, dass ihr das Fach einfach nicht gefällt und sie schreibt sich für Politikwissenschaften an einer norddeutschen Uni ein. Nach sieben Wochen steht das erste Referat an. Sie setzt sich unter Druck, schuftet wie verrückt, doch am Tag des Referates fühlt sie sich dennoch schlecht vorbereitet und geht zum Arzt, um sich ein Attest zu holen: „Eigentlich wollte ich sagen, dass mir schlecht ist, aber dann habe ich angefangen zu heulen.“ Der Arzt hat eine Vorahnung und überweist Julia an einen Psychiater. Der diagnostiziert eine Depression und verschreibt ihr Tabletten. „Für mich war das gleichbedeutend mit Verrücktsein“, sagt sie.
So wie Julia geht es vielen, wie eine Auswertung der Techniker-Krankenkasse zeigt. Betroffen sind demnach vor allem weibliche Studierende. Bei fast einem Drittel der saarländischen Studentinnen wurde 2009 eine psychische Störung diagnostiziert. Bei ihren männlichen Kommilitonen sind es rund 14 Prozent. Sechs Prozent der Studentinnen wurden von einem Psychotherapeuten behandelt. Vier Prozent bekamen Antidepressiva verordnet.
Bei Julia schlagen die Medikamente nicht an. Sie hat das Gefühl, nichts mehr machen zu können, vegetiert nur noch im Bett, steht höchstens auf, um sich eine Zigarette anzuzünden, hegt Selbstmordgedanken. Wie hilflos nicht nur die Betroffenen sind, zeigen die Reaktionen in Julias Umfeld. Eine Freundin räumt ihr, um zu helfen, ab und an das Zimmer auf. Ihre Eltern sagen ihr, sie solle sich da mal nichts einreden lassen. Ihre Dozentin glaubt, ihr helfen zu können, indem sie Julia sagt, sie solle sich nicht stressen, sie könne das Referat ohne Probleme in vier Wochen nachholen. Den Ernst der Lage erkennen erst die Eltern einer Freundin, die zufällig beide Psychologen sind. Sie kommt in eine offene Akutklinik im Schwarzwald. Doch die Ärzte dort können die Verantwortung nicht übernehmen und überweisen sie in eine geschlossene Psychiatrie in Saarbrücken.
Heute glaubt Julia zu wissen, wie es soweit kommen konnte. Sie hatte das Gefühl, den Erwartungen an sie nicht gerecht zu werden: „Ich dachte, ich bin jetzt 23, habe nichts außer Abi, ich bin im Arsch.“ Dieser Erfolgsdruck – wenn auch häufig ein selbst gemachter – ist unter Studierenden weit verbreitet, weiß Ulrike Linke-Stillger, Leiterin der psychologisch-psychotherapeutischen Beratung des Studentenwerkes Saar: „Die eigenen inneren Richter sind viel zu streng. Ein großer Teil unserer Arbeit ist deshalb Beruhigung.“ Und die Arbeit nimmt zu. Woran das liegt, vermag sie nicht zu sagen, etwaige Gründe gäbe es viele.
Die Probleme der Betroffenen seien selten reine Schwierigkeiten im Studium oder rein persönlicher Natur, erklärt Linke-Stillger: „Meistens ist es eine Mischung aus beidem.“ So auch bei Julia. Aus ihren Zukunftsängsten werden Probleme im Studium, die wiederum ihre Ängste verstärken. Um dem entgegenzuwirken sei das beste Mittel Prävention, glaubt die Therapeutin. Deshalb biete die Beratung des Studentenwerkes neben Einzelgesprächen Workshops wie „Schluss mit dem ewigen Aufschieben!“ und „Prüfungen bestehen!“ an: „Es ist immer besser, eher früh zu kommen, als ein Problem zu verschleppen.“
Das glaubt auch Julia. Auch sie hat ihre Ängste verdrängt und vor anderen versteckt: „Ich war die Meisterin im Verstellen.“ Heute redet sie offen mit Freunden über ihre Krankheit. Sie nimmt zwar noch Medikamente und geht alle zwei Wochen zu ihrem Therapeuten, doch es geht ihr sehr viel besser. Ihre Zukunftsängste hat sie weitgehend im Griff, was auch daran liegt, dass sie eine Arbeitsstelle gefunden hat, die ihr großen Spaß macht: „Auf die Frage ‚Was machst Du jetzt eigentlich?' habe ich jetzt eine Antwort.“































1,2,3 GO



Die Saarbrücker Zeitung ist die führende Tageszeitung im Saarland mit elf Lokalausgaben. Die SZ ist heute ein modernes Multimediahaus mit Tageszeitung, iPad-Ausgabe und erfolgreichen Web-Auftritten.
Der Pfälzische Merkur, gegründet 1713, erscheint in der Westpfalz und im Saar- pfalz-Kreis. Er ist eine der ältesten Tageszeitungen Deutschlands. Herausgeber: Zweibrücker Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH.
Die Tageszeitung Trierischer Volks- freund erscheint in Trier, Eifel, Hunsrück und an der Mosel. Ergänzt wird das Printangebot durch Apps, das Online-Angebot, Dienstleistungen in Logistik, Kommunikation und Werbung.
Die Lausitzer Rundschau ist das führende Medienhaus der Lausitz, dessen Medien der Marktplatz sind für Meinungen und Informationen in der Region. Herausgeber: LR Medienverlag und Druckerei GmbH.
bigFM Saarland ist der innovative Sender in der Region für eine junge Hörerschaft. Verrückte Aktionen, regionales Programm und Interaktivität mit den Hörern lassen bigFM im Saarland von Jahr zu Jahr erfolgreicher werden.
euroscript, führender Lösungsanbieter im Bereich Content-Lifecycle-Management, bietet Kunden weltweit umfassende Lösungen zur Konzeption, Entwicklung und Unterstützung von Content-Management-Prozessen.
TeleMedia, der Telefonbuchverlag der Saarbrücker Zeitung, gibt seit mitt- lerweile 15 Jahren in den Verbreitungs- gebieten Saarland, Westpfalz, Mosel-Eifel-Hunsrück und Brandenburg über 50 Telefonbücher heraus.
Als größter regionaler Briefdienstleister beliefert saarriva mehr als 700.000 Haushalte in der Region Saar-Mosel. Die Kooperation mit Partnern ermöglicht den nationalen und internationalen Brief- und Paketversand.
Neben der Logistik der SZ erstreckt sich die Tätigkeit der RPV Logistik auf die Dienstleistungen eines modernen Druckzentrums, Versand- und Objekt- steuerung für SZ-eigene und fremde Verlagsobjekte.
Die circ IT ist ein auf IT-Dienstleistungen für Medien spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf und bedient die Bereiche Media, Online, ERP, Infrastruktur, Desktop Services sowie Professional Services.
Die Berliner Medien Service GmbH (BMS) ist eine Tochterfirma der Saarbrücker Zeitung und besteht aus dem Berliner Büro und dem News-Pool. Das Berliner Büro versorgt zahlreiche Regionalzeitungen in Deutschland und Luxemburg mit hochwertiger Parlamentsberichterstattung aus Berlin. Der News-Pool bietet den angeschlossenen Zeitungen Texte, Fotos und Info-Grafiken zu den Themen Auto, Reisen, Computer, Hochschule, Jugend, Haus und Garten, Medizin oder Fitness.
Die Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH, kurz SWV genannt, ist mit 15 Wochenspiegel-Titeln im Saarland vertreten.Der SVW gehört mehrheitlich zur SZ-Gruppe. Woche für Woche erhalten alle saarländischen Haushalte fei Haus wichtige Informationen aus ihrem regionalen Wochenspiegel.