Sie sind hier: HomeGesundheitWissenschaft
Neu Delhi/London

Amphibien ohne Beine und Schwanz in Indien entdeckt

22.02.2012 06:46
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Blindwühlen-Ei mit Jungtier

Ein durchsichtiges Blindwühlen-Ei mit Jungtier:. Im Gegensatz zu vielen anderen Amphibien schwimmen sie nach dem Schlüpfen nicht, sonder umgehen das Stadium. Foto: Professor Biju Sathyabhama Das, University of Delhi
Sie sind beinlos, uralt und etwas eklig: Erstmals seit Jahrzehnten haben Forscher eine neue Familie von Amphibien entdeckt. Den spektakulären Fund der sogenannten Blindwühlen im Nordosten Indiens präsentieren sie in den «Proceedings» der Royal Society in London.

Die Mitglieder der Tierfamilie namens Chikilidae werden nach Forscherangaben 14 bis 23 Zentimeter lang und sehen aus wie Regenwürmer, obwohl sie wie Frösche zu den Amphibien gehören.

«Blindwühlen sind weder giftig noch sind sie Schlangen. Die beißen niemals einfach zu», versichern die Forscher in einer Pressemitteilung. «Sie öffnen ihr Maul nur, um zu fressen.» Bislang waren sechs Tierfamilien der Blindwühlen bekannt, die unter anderem in Afrika und Südamerika leben. Die meisten dieser Amphibien wühlen im Boden und verspeisen Regenwürmer oder Nacktschnecken.

Das internationale Team um Professor Sathyabhama Das Biju von der University of Delhi spürte die neue Familie wühlender Wirbeltiere nach jahrelangen Studien in mehreren nordostindischen Bundesstaaten auf. Der Familienname Chikilidae stamme aus einer nordostindischen Stammessprache und bedeute schlicht Blindwühle.

Insgesamt hätten sie 1200 Stunden an 238 Stellen nach den Tieren gegraben, danach ihre Gestalt und das Erbgut untersucht, berichten die Biologen. Ergebnis: Sie entdeckten gleich mehrere Arten und ordneten die Tiere einer neuen Familie zu. Nach Angaben von Biju haben letztlich die DNA-Analysen bewiesen, dass es sich um eine gänzlich neue Familie handelt. Sie sei vor mehr als 140 Millionen Jahren aus einer anderen Blindwühlengruppe in Afrika hervorgegangen, bevor dieser Kontinent und Asien auseinandergebrochen seien.

Das könnte Sie auch interessieren
Nobelpreisträger Fleming
Stockholm

Genie oder Zufall: Was macht Forscher zu Nobelpreisträgern?

Der schottische Nobelpreisträger Alexander Fleming war angeblich ein fauler Kerl, der sein Labor nur selten aufräumte. Während seine Kollegen ihre Schreibtische blitzblank putzten, bevor sie in den Urlaub fuhren, ließ er den Tisch unordentlich, die Petrischalen stehen, das Fenster auf.Mehr
Dürre in Kalifornien
Washington

Klimastudie: Mensch für Hitzewellen mitverantwortlich

Der vom Menschen verursachte Klimawandel kann Hitzewellen verstärken. Dies geht aus einer im «Bulletin of the American Meteorological Society» veröffentlichten Studie hervor. Forscher hatten unter anderem 16 extreme Wetter- und Klimaereignisse aus dem Jahr 2013 untersucht, darunter fünf Hitzewellen.Mehr
CERN
Genf

Kernforschungszentrum Cern feiert 60. Geburtstag

Mit einem Festakt hat die Europäische Organisation für Kernforschung (Cern) am Montag ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei waren Delegationen aus 35 Ländern, Mitglied- und Partnerstaaten.Mehr

Kommentare

ACHTEN SIE BEIM KOMMENTIEREN AUF DIE NETIQUETTE UND UNSERE KOMMENTAR-RICHTLINIEN.
Bei Fragen zu unserer Kommentarfunktion beachten Sie unsere FAQ.

Disqus ist ein Serviceangebot eines Drittanbieters, Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen


Disqus ist leider inkompatibel mit einigen älteren Browser-Versionen. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um unsere Kommentarfunktion nutzen zu können.

Anzeige


Beilagen




Anzeige