Pauli ist Koordinator des internationalen Netzwerks zur Klimafolgenforschung in Gebirgen namens Gloria, das eine aktuelle Studie zur Veränderung der Artenvielfalt in der Zeitschrift «Science» veröffentlicht hat.
Für die Analyse wurden die Pflanzenarten in den oberen Gipfelbereichen von 66 europäischen Berggipfeln über einen Zeitraum von sieben Jahren untersucht. Dabei bestätigten die Wissenschaftler, dass wärmeliebende Pflanzen nach oben wanderten. In Nord- und Zentraleuropa führte das zu einer Vergrößerung der Artenvielfalt in höheren Regionen. «Das ist aber nur ein Übergangsstadium», erklärt Biologe Pauli. Denn die neuen Arten verdrängten dort die empfindlicheren kälteliebenden Pflanzen, die in diesen Regionen ursprünglich beheimatet sind.
Im Gegensatz dazu stagnierte oder verringerte sich die Anzahl der Arten auf so gut wie allen untersuchten Bergen der mediterranen Region. «Das Alarmierende daran ist, dass wir genau in den Gebieten, wo seltene Pflanzen zu Hause sind, die größten Verluste dokumentieren», sagt Projektkoordinator Pauli. «Wenn diese Pflanzen aussterben, geht es nicht nur darum, dass ein paar schöne Blumen nicht mehr gibt. Es sind auch viele Heilpflanzen darunter, es gehen also potenziell sehr wertvolle Ressourcen verloren.»|
«Die zweite alarmierende Erkenntnis ist: Es geht sehr schnell», erklärt Pauli zu der Studie. Die beobachteten Pflanzen hätten einen langen Lebenszyklus und reagierten nicht leicht auf kurzfristige Einflüsse. Die im Beobachtungszeitraum festgestellten Veränderungen seien daher nicht als Zufallsschwankungen zu sehen.
Das vor zehn Jahren gegründete Netzwerk Gloria (Global Observation Research Initiative in Alpine Environments) hat sich auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Gebirgsökosysteme und ihre Artenvielfalt spezialisiert. Die Wissenschaftler betreiben ein standardisiertes Beobachtungsprogramm in über 100 Untersuchungsgebieten auf sechs Kontinenten.






























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