Unwetter in Deutschland
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Auch im Saarland sorgten starke Regenfälle am Freitagabend für Überschwemmungen. In einigen saarländischen Orten liefen Keller voll und wurden Straßen überflutet. Zudem gab es etliche Verkehrsbehinderungen und Unfälle. Viel Arbeit also für die Feuerwehr, die besonders im Kreis Saarlouis, der am meisten betroffen war, im Dauereinsatz war. Auch auf der Saarbrücker Stadtautobahn hieß es mal wieder Land unter.
dpa
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In Schwalbach und Hülzweiler traf es die Leute am Freitag besonders arg. Hier hat SZ-Leserreporter Yannick Hoen den überfluteten Marktplatz in Hülzweiler fotografiert, wo am Tag darauf eigentlich ein Kindergartenfest hätte stattfinden sollen. Kleine Bäche traten über die Ufer, im Ortsteil Elm/Sprengen waren sogar die Auf- und Abfahrten der Autobahn überflutet. Auch die Elmer Bachtalstraße stand teilweise einige Zeit lang unter Wasser und war für den Verkehr gesperrt.
Leserreporter Yannick Hoen
Seit mehr als einer Woche hatte vor allem der Westen Deutschlands mit Unwettern zu kämpfen. Begonnen hatte die Serie der Unwetter bereits am letzten Donnerstag im Mai. Heftige Regenschauer und Gewitter gingen über Nordrhein-Westfalen, Hessen und im Osten von Rheinland-Pfalz nieder. In Mönchengladbach krachte ein Regionalzug gegen einen umgekippten Baum. In Hessen wurde eine Bundesstraße so stark getroffen, dass sie fast eine Woche lang gesperrt bleiben musste. Bei Aufräumarbeiten kamen am Niederrhein am Freitagmorgen zwei Menschen ums Leben.
dpa
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Dann kamen die starken Unwetter in der Nacht zum Freitag vor einer Woche im Südwesten Deutschlands an. Auch hier wurden Straßen überflutet und Bäume entwurzelt. Besonders betroffen waren Baden, Rheinland-Pfalz und der Nordosten des Saarlandes. Auch bei uns liefen Keller voll, Wassermassen drückten Kanaldeckel hoch und Schlammlawinen wälzten sich Straßen entlang. Bei der Feuerwehr in Trier gingen innerhalb einer Stunde allein 120 Notrufe ein.
dpa
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In der Nacht zum Samstag vor einer Woche zog das Unwetter weiter nach Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Im bayrischen Bad Kissingen traf ein Baum ein fahrendes Auto, die beiden Insassen wurden schwer verletzt. Ein Tief fegte über das Land hinweg und brachte kräftigen Regen mit teils tennisballgroßen Hagelkörnern. Im Krefelder Zoo kamen sogar neun Flamingos und mehrere Hühner und Enten durch die Hagelkörner ums Leben. Hier sehen wir einen Zug, der in Bad Saulgau (Landkreis Sigmaringen) gegen zwei umgestürzte Bäume gefahren war. Der Lokführer wurde eingeklemmt. Er wurde von der Feuerwehr gerettet und mit lebensgefährlichen Verletzungen mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.
dpa
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Von Samstag auf Sonntag vor einer Woche zog die Unwetter-Front in den Osten Deutschland. Betroffen waren vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier kamen die Menschen aber abgesehen von einigen ausgepumpten Kellern glimpflich davon.
dpa
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Am vergangenen Montagabend sind dann bei schweren Unwettern in Baden-Württemberg drei Menschen getötet worden, elf weitere wurden verletzt. Die Schäden gingen in die Millionenhöhe. Das Unwetter mit etwa 50 Litern Regen pro Quadratmeter tobte besonders heftig über Hechingen und Jungingen südlich von Tübingen. Im Killertal schwoll ein Bach bis zu zwei Meter an und riss zahlreiche Fahrzeuge mit sich. Dabei ertranken zwei Autoinsassen. Eine weitere Frau starb in Hechingen; die 70-Jährige wurde in ihrem Keller von den Fluten überrascht. Hier sehen wir ein Auto, das vor das Schaufenster eines Modegeschäftes geschwemmt wurde.
dpa
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Am Dienstag warnten Meteorologen vor weiteren regionalen Unwettern. Eine endgültige Wetterberuhigung solle es erst zu Beginn der Woche ab dem 9. Juni geben. Dieses Bild zeugt Feuerwehrleute in Jungingen (Zollernalbkreis) im Einsatz.
dpa
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Viele Geschätsleute traf das Unwetter an ihrer Existenzgrundlage, hier ein Geschäft in Hechingen.
dpa
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Die blaue Fläche auf dem Radarbild des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 02.06.2008, 19.30 Uhr (17:30 UTC), zeigt das stärkste Niederschlagsecho entlang des Flusslaufs, der aus der Schwäbischen Alb Richtung Hechingen (Baden-Württemberg) fließt. "Für den Westen und Südwesten ist zur Zeit keine Entspannung in Sicht
", sagte Andreas Wagner von der meteomedia-Unwetterzentrale. Dagegen bleibe es im Norden und Nordosten sonnig und meist trocken. "In einigen Regionen, wo auch in den kommenden Tagen kein Tropfen Regen fallen wird, steigt die extreme Waldbrandgefahr", sagte Wagner.
dpa
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Und die Meteorologen hatten Recht: Tatsächlich hatten Gewitter mit heftigem Regen auch in der Nacht auf vergangenen Mittwoch wieder weite Gebiete Deutschlands überzogen. In Thüringen wurde eine 55-jährige Frau knapp vor dem Ertrinken gerettet. Die Wassermassen legten Strom- und Gasleitungen frei. Hier pumpen Feuerwehrleute die Wassermassen ab. Blitzschläge führten zu Verspätungen im niedersächsischen Bahnverkehr.
dpa
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Ein Polizist befestigt hier in Hechingen (Zollernalbkreis) das Stahlseil einer Winde an einem Fahrzeug, das vom Hochwasser in den Bach Starzel geschwemmt wurde.
Auch für Donnerstag warnen die Wetterfrösche besonders im Westen, Süden sowie teilweise auch in der Mitte Deutschlands vor Schauern und teils kräftigen Gewittern. Auch am Freitag soll es in der Südwesthälfte weiterhin stark bewölkt bleiben mit zeitweiligem Regen.
Auch für Donnerstag warnen die Wetterfrösche besonders im Westen, Süden sowie teilweise auch in der Mitte Deutschlands vor Schauern und teils kräftigen Gewittern. Auch am Freitag soll es in der Südwesthälfte weiterhin stark bewölkt bleiben mit zeitweiligem Regen.
dpa
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Auch in England regnete es wie aus Kübeln. Dort ist nach einer Sturzflut ein 17-Jähriger in einem Abflusskanal ertrunken. Der Jugendliche kam in Witney in der Grafschaft Oxfordshire westlich von London um, teilte die Polizei am vergangenen Mittwoch mit. Er hatte sich am Dienstagabend im Gitter eines Abflusskanals verfangen und konnte sich nicht befreien. Ein zweiter Jugendlicher, der auch in den Abfluss geriet, wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die heftigen Regenfälle hatten Straßen in Oxfordshire überflutet, ein Seniorenheim musste evakuiert werden.
dpa
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Ursache für die extremen Unterschiede sind nach Angaben der meteomedia-Unwetterzentrale das kräftige Hoch "Peer" über Skandinavien und ein namenloses Tiefdruckgebiet, das über Frankreich aus dem Mittelmeerraum gekommen ist.
"Deutschland liegt zwischen den beiden Druckgebilden", erläutert Meteorologe Andreas Wagner. "Das Hochdruckgebiet lenkt sehr warme und trockene Luft aus Osten nach Deutschland, das Tief kommt mit feuchtwarmer Luft aus Südwesten. Das Hoch bremst das Tief ab." Die Folgen davon werfen sogar wie hier Baustellenfahrzeuge von der Straße.
dpa
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Im thüringischen Hartmannsdorf (Saale-Holzland-Kreis) geriet der Dachstuhl eines Hauses durch Blitzeinschlag in Brand. Weil sich im Augenblick "Peer" etwas ausdehnt, wird das Unwettergebiet nach Einschätzung von Wagner zunächst noch etwas in Richtung Südwesten verdrängt. "Die Gefahr schwerer Unwetter besteht damit nicht mehr für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen", sagt der Wetterexperte. "Anders in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz."
dpa
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Schlammberge und Sandsäcke liegen in Thüringen neben der Straße. Ein Ende der gegenwärtigen Wetterlage ist nach den Worten von Wetter-Experte Wagner erst dann in Sicht, wenn sich das Hochdruckgebiet auflösen und damit die "Pattsituation" beenden würde. "Wie es aussieht, wird "Peer" Anfang nächster Woche schwächeln", meint der Meteorologe.
dpa
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Zwei Fahrradfahrer bahnen sich einen Weg über eine zerstörte Brücke in Hechingen. Auch die Reparatur von zerstörten Straßen dürfte einiges an Zeit kosten.
dpa
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Auch diese Brücke in Hechingen hat starke Zerstörungen davongetragen, hier überprüfen Mitarbeiter die Statik des Bauwerks. Keine Erkenntnisse gibt es bei den Meteorologen bislang zu möglichen Tornados während der Unwetter in den vergangenen Tagen. "Allerdings können in schweren Gewittern durchaus Tornados auftreten", sagt Wagner. "Gleichzeitig müssen aber auch noch bestimmte andere Kriterien in der Atmosphäre erfüllt werden."
dpa
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