Der Zustand des deutschen Waldes hat sich insgesamt leicht verschlechtert. Das geht vor allem auf die Buchen zurück. Deutliche Schäden an den Kronen hatten im vergangenen Jahr 28 Prozent aller Laub- und Nadelbäume, wie das Bundesagrarministerium am Donnerstag (2. Februar) in Berlin mitteilte. Das waren fünf Prozentpunkte mehr als 2010. Dagegen ging der Anteil mit leichten Schäden von 39 auf 35 Prozent zurück. Keine Schäden hatten der Erhebung zufolge 37 Prozent der Bäume nach zuvor 38 Prozent. Spürbar erholt haben sich Eichen.
Bei Buchen, der häufigsten Laubbaumart, hatte etwa jede zweite deutliche Schäden an der Krone - der Anteil erreichte mit 57 Prozent Rekordniveau. Im Jahr zuvor waren es 33 Prozent gewesen. Hauptgrund dafür sei eine üppige Bildung von Früchten (Bucheckern), wie das Ministerium erläuterte. «Dieser natürliche Prozess dient der Fortpflanzung, bremst aber den Holzzuwachs und führt zu einer vermehrten Baumkronen-Verlichtung.» Im vergangenen Jahr hätten mehr als 90 Prozent der fortpflanzungsfähigen Buchen Bucheckern getragen. Dies ermögliche viele Erbgut-Neukombinationen, was positiv für die Anpassungsfähigkeit der Wälder etwa an Klimaveränderungen sei.
Allerdings könne dieser Aspekt den schlechten Zustand der Buchen nicht allein erklären, heißt es in dem Bericht. Eine Rolle gespielt haben dürfte auch die angespannte Wasserversorgung. In weiten Teilen Deutschlands sei es zu Jahresbeginn im Januar und Februar und dann auch in mehreren Frühlingsmonaten zu trocken gewesen.
Bei Eichen sank der Anteil stark beschädigter Baumkronen um zehn Prozentpunkte auf 41 Prozent. Dies resultierte unter anderem daraus, dass es weniger Schäden durch Schmetterlingsraupen und kaum Mehltau- Befall gegeben habe. Bei Fichten gab es nun eine leichte Steigerung auf 27 (Vorjahr: 26) Prozent. Der vielerorts verregnete Sommer hatte dafür gesorgt, dass eine drohende Massenvermehrung von Borkenkäfern noch aufgehalten wurde, wie die Experten erläuterten. Bei Kiefern war der Anteil mit deutlichen Kronenschäden mit 13 Prozent konstant.
Wie dicht Laub oder Nadeln in der Krone eines Baumes sind, gilt als ein Indikator für den Gesundheitszustand. Bei den Stichproben wird es als «deutlicher» Schaden eingestuft, wenn mehr als ein Viertel der Krone licht ist.
Wald bedeckt rund ein Drittel der Landesfläche in Deutschland. Die wichtigsten Arten sind die Nadelbäume Fichte (28 Prozent) und Kiefer (24 Prozent), es folgen die Laubbäume Buche (15 Prozent) und Eiche (10 Prozent). Damit machen diese vier Hauptarten rund drei Viertel der Waldfläche aus, wie das Ministerium mitteilte.


































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