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Unverrückbar und unübersehbar

Von SZ-Mitarbeiterin Jutta Stamm

Saarlouis/St. Wendel. Heinz Oliberius (1937-2001) ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler im Saarland. Sowohl in Saarbrücken sowie in anderen Städten und Gemeinden stößt der aufmerksame Betrachter immer wieder auf Arbeiten von ihm: Stelen, Brunnen und Plastiken. Manche sind allgegenwärtig (Veröffentlicht am 10.02.2012)

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Steinaltäre - sie waren und sind ein Markenzeichen von Heinz Oliberius. Foto: König

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Steinaltäre - sie waren und sind ein Markenzeichen von Heinz Oliberius. Foto: König

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Saarlouis/St. Wendel. Heinz Oliberius (1937-2001) ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler im Saarland. Sowohl in Saarbrücken sowie in anderen Städten und Gemeinden stößt der aufmerksame Betrachter immer wieder auf Arbeiten von ihm: Stelen, Brunnen und Plastiken. Manche sind allgegenwärtig. So die "Große Doppelfuge" aus Cortenstahl an der Musikhochschule des Saarlandes in Saarbrücken oder die Plastik "Aluminium" am Max-Planck-Gymnasium in Saarlouis, auch zwei Steine am St. Johanner Markt in Saarbrücken.

60 Kirchen mitgestaltet

Weniger bekannt ist, dass Oliberius zwischen 1964 und 2001 in über 60 Kirchen und Kapellen sowohl im Saarland wie in Rheinland-Pfalz, über 50 im Bistum Trier, in Nordrhein-Westfalen und in Hessen Altarräume gestaltet hat. Allein im Kreis Saarlouis stehen in neun Gotteshäusern Altäre, Ambonen, Kreuze, Tabernakelstelen, Sedilien und Taufsteine, Auftragsarbeiten, die seine Handschrift tragen. Oliberius, der 1966 von Frankfurt ins Saarland kam, zunächst nach Neunkirchen, dann nach Saal bei St. Wendel, hatte es sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zur Aufgabe gemacht, dem Altar als Herzstück ein neues Gesicht zu geben.

"...die schwere und kubische Konzentration schafft die neue Mitte. Das, was in der Geschichte der Altäre mit Bildretabeln und Altaraufbauten einmal Kulminationspunkt der Raumachse war, wird hier versammelt und ersetzt durch eine in sich ruhende Kraft eines geschlossenen Würfels: unverrückbar und unübersehbar", schreibt Alois Peitz aus Trier im reich bebilderten Katalog zur Ausstellung (20 Euro). Der Tisch Gottes sollte schlicht und prunkvoll sein, aber er sollte sich nach Oliberius' Verständnis vor allem in alte Traditionen einfügen, ohne religiöse Gefühle zu verletzen.

Blick für den richtigen Stein

Der (Natur-)Stein, den er nach den Lichtverhältnissen und dem Umfeld in den vorgefundenen sakralen Räumen aussuchte, sollte lebendig sein und Erstaunen auslösen. "Er wusste, welcher Stein es wert war, ein Altar zu werden", so Kurator Professor Peter Pachnicke in seiner Laudatio vor großem Publikum. Dabei sind ihm dank seiner handwerklichen Ausbildung als Steinmetz und Ornamenthauer Kompositionen gelungen, die zeigen, dass er das ausgewogene Spiel von Statik, geometrischer Strenge und fließender Formvielfalt beherrschte. Auch hatte er die Bildhauerklasse von Hans Mettel besucht, die ihn auf die geometrischen Formen zurückführte. "Ihm war daran gelegen, die Ausdruckskraft eines jeden Steins zu nutzen und dessen innere Struktur herauszuarbeiten. Und das macht ihn zu einem großen Bildhauer", schloss Pachnicke, der die Ausstellung mit Museumsleiterin Claudia Wiotte konzipierte. Nach 50 Jahren ist die Architektur des Altarraums, wie sie heute besteht, "Kunstgeschichte."

Geöffnet bis 3. Juni: Dienstag bis Freitag, zehn bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen, 14 bis 17 Uhr. Geschlossen: am 16. Februar (nachmittags), 21. Februar, 6. und 10. April sowie 16. und 29. Mai. Der Eintritt ist frei. Info zum Rahmenprogramm unter Telefon (0 68 31) 12 85 40.

Meinung

Da ist etwas zu entdecken

Von SZ-Redakteur

Johannes Werres

Man wird nicht jeden für zeitgenössische Kunst in Kirchen begeistern können. Die aber einen Sinn dafür haben, sollten Kirchen im Kreis Saarlouis noch mal neu anschauen, nachdem sie die Oliberius-Ausstellung im Haus Ludwig gesehen haben. Denn nicht wenige dieser Kirchen hat Oliberius ausgestattet, und diese Steinarbeiten haben echte Qualität. Das ins Bewusstsein zu rufen, ist Verdienst dieser Ausstellung. Man muss sie halt entdecken und sehen, diese künstlerische Qualität: in Saarlouis, St. Johannes und Maria Himmelfahrt, Wallerfangen-Gisingen, St. Andreas, Wallerfangen-Kerlingen, St. Jakobus der Ältere und St. Wendelin, Wallerfangen-Düren, Schlosskapelle Unsere Liebe Frau von Lourdes, Hemmersdorf, St. Konrad, Lebach, Klinik-Kapelle, oder Schwarzenholz, St. Bartholomäus.

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