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Rohrbruch, Chaos und 800 Kilo Salz

Von SZ-Redaktionsmitglied Marc Prams

Neunkirchen. Es ist immer so eine Sache mit dem Wetter: Noch vor wenigen Wochen wurde gejammert, weil der Blick aufs Thermometer vermuten ließ, der Frühling sei im Anmarsch. Und jetzt, da die winterliche Kälte doch noch Einzug gehalten hat, wird schon wieder geklagt. In zahlreichen Fällen allerdings berechtigt (Veröffentlicht am 10.02.2012)

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Wenn die Heizungsrohre eingefroren sind, weiß sich manch einer zu helfen. In der Regel muss aber der Fachmann ran. Und das kommt momentan sehr häufig vor. Foto: Willi Hiegel

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Neunkirchen. Es ist immer so eine Sache mit dem Wetter: Noch vor wenigen Wochen wurde gejammert, weil der Blick aufs Thermometer vermuten ließ, der Frühling sei im Anmarsch. Und jetzt, da die winterliche Kälte doch noch Einzug gehalten hat, wird schon wieder geklagt. In zahlreichen Fällen allerdings berechtigt. Denn der Frost sorgt nicht nur für manch ungemütliche Nacht, er wird für viele zum echten Ärgernis. Vor allem, wenn er in den eigenen vier Wänden für Chaos sorgt. Und das passiert derzeit häufig.

"Wir arbeiten momentan am Limit und sind fast nur noch wegen Frostschäden unterwegs. Wegen Heizungen, die nicht mehr funktionieren und Leitungen, die eingefroren sind", sagt Ulrike Frantz-Fuchs vom Neunkircher Heizungs- und Sanitärbetrieb K. Frantz GmbH. Zwar hofft sie auf steigende Temperaturen, geht aber davon aus, dass es dann erneut "heftig" zugehen wird. "Viele Schäden kommen erst ans Licht, wenn es wärmer wird. Geplatzte Rohre zum Beispiel, aus denen dann Wasser austritt", erklärt sie.

Auch der Neunkircher Installateur und Heizungsbauermeister Michael Lillig hat in diesen Tagen viel zu tun. "Wenn die Heizung das ganze Jahr über gut funktioniert, verzichtet manch einer auf eine Wartung vorm Winter. Mängel werden dadurch nicht erkannt. Das kann dazu führen, dass die Heizung im Winter ausfällt, wenn sie richtig beansprucht wird", sagt Lillig.

Beim Energieversorger KEW spricht man hingegen von einem "ganz normalen" Winter. "Es kommt zwar vor, dass ein Wasserzähler einfriert, weil die Garage offen ist, aber das ist nichts Ungewöhnliches", stellt der Technische Leiter Thomas Jakob fest. Und so weit, dass die Wasserleitungen gefrieren, sei es noch lange nicht. "Die sind frostsicher verlegt, in einer Tiefe von etwa 1,20 Metern. Der Frost dürfte derzeit bis 30 Zentimeter in den Boden reichen."

Auch bei der Feuerwehr sei es verhältnismäßig ruhig, wie Michael Breuer, Leiter der Neunkircher Feuerwache, berichtet. "Wir mussten zehn Mal in den letzten Tagen wegen Wasserrohrbrüchen ausrücken. Ein Einsatz war recht spektakulär. Auf einer Durchgangsstraße befand sich eine zehn Zentimeter dicke Eisschicht, die wir mitten in der Nacht mit 800 Kilo Streusalz auftauen mussten", so Breuer. Auch er geht von einer steigenden Zahl an Rohrbrüchen aus, sobald die Temperaturen wieder ansteigen.

Mit "schwerem Gerät" begegnen die Arbeiter auf den städtischen Friedhöfen den Folgen der anhaltenden Kälte, wie Christian Schicke von der Friedhofsverwaltung berichtet. "Der Frost macht uns schwer zu schaffen. Der gefrorene Boden lässt einen Aushub von Hand nicht mehr zu. Da sind Kompressor und Drucklufthammer notwendig", sagt Schicke. Anders als in anderen Gemeinden könne in Neunkirchen aber nach wie vor jede Beisetzung planmäßig durchgeführt werden.

Karl-Josef Scheer, Leiter vom Betriebshof, kann den Minusgraden sogar etwas Positives abgewinnen. "Für unsere Grünkolonne bietet sich eine gute Gelegenheit zum Pflegeschnitt an Gewässern. An Bäume und Sträucher in Ufernähe kommt man gut ran", sagt Scheer. Abgesehen davon setze die Kälte den Mitarbeitern des Betriebshofes aber stark zu, sagt Scheer und fügt an: "Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der in dieser Kälte seine Arbeit im Freien erledigt."

Auf einen Blick

Ist es bei den derzeitigen Temperaturen zu einem frostbedingten Leitungswasserschaden gekommen, sollte sofort versucht werden, den Schaden zu mindern. Dazu sollten folgende Maßnahmen getroffen werden: - Die Wasserzufuhr absperren (an Ventilen oder Haupthahn). - Die Stromzufuhr für gefährdete Elektroinstallationen und Elektrogeräte absperren. - Haushaltsgegenstände aus dem Gefahrenbereich entfernen oder schützen. - Durchfeuchtete Räume gut belüften. - Versicherer benachrichtigen. - Reparaturen in Abstimmung mit dem Versicherer ausführen lassen. - Gegebenenfalls sollte der Vermieter, der Verwalter oder der Hausmeister verständigt werden. red

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