Bei der Inventur wurde das Holzvolumen des städtischen Waldes ermittelt. Dazu wurden die älteren Bestände "gekluppt", wie es im Fachjargon heißt. Dabei wird stichprobenartig der Stammdurchmesser in Brusthöhe ermittelt. Weitere Grundlage für die Ermittlung des Volumens ist die Höhenmessung des Baumes. Das Ergebnis wird dann hochgerechnet. Die jüngeren Bestände werden gutachterlich erfasst. Zum Zweiten wird auch die Kartierung des Waldes auf den aktuellen Stand gebracht. Die Rechnung für diese gründliche Inventur beläuft sich auf knapp 23 000 Euro, wobei das zuständige Landesministerium 19 500 Euro übernimmt.
Die Bestandsaufnahme mündet für Forstwirt Benjamin Olsowski in zwei Schwerpunkte für die kommenden Jahre: "Wir müssen Pflegerückstände aufholen", hält er im Gespräch mit der SZ fest. Der Inventurbericht weist nämlich aus, dass 104 Hektar Jungwald dringend der Zuwendung bedürfen. Dass junge Bestände in Neunkirchen mit fast 42 Prozent überdurchschnittlich viel Fläche einnehmen, ist den Orkanen "Wiebke" und "Vivian" geschuldet, die 1990 den Neunkircher Wald besonders stark knickten. Und dass die Nachwuchsaufzucht so lange sich selbst überlassen wurde, liegt wohl auch daran, dass in der vergangenen Dekade die Stadt Pflege und Bewirtschaftung des Stadtwaldes nicht selbst betrieb, sondern an Saar-Forst vergeben hatte. "Wir müssen nun pro Jahr mindestens zehn Hektar Jungbestände auf Vordermann bringen", sagt Olsowski. Für 2012 sind 11,5 Hektar im Plan, vor allem im Steinwald und entlang der Kirschenallee zwischen Robinsondorf und der Landstraße 113.
Als zweite Konsequenz der Inventur nennt Olsowski die Anhebung des "Hiebsatzes". "Wir haben die ganze Zeit zu wenig Holz gemacht und haben nun durch den Zuwachs einen enormen Vorrat", analysiert der Forsttechniker. So sollen in diesem Jahr laut Plan 755 Festmeter geerntet werden, 2011 waren es noch 650 Festmeter. Fällungen sind 2012 vor allem im Steinwald und Bühlerstal fällig.
Dennoch soll der Stadtwald weniger Wirtschaftsfaktor als Naherholungsangebot für die Neunkircher sein, seit die Stadt sich seit Anfang 2009 wieder selbst um den eigenen Forst kümmert. "Ich fühle mich eher als Ökologe denn als Ökonom", bestätigt Olsowski diese Sichtweise. Dazu zählt, dass alte Bäume, die die "Zielstärke" - also den Zeitpunkt des einträglichsten Holzwertes - längst erreicht haben, von der Motorsäge verschont bleiben. Sofern sie keine Gefahr darstellen.
So stehen die ältesten Bäume des Stadtwaldes im Steinwald zwischen Zoo und Winterfloß: Dort gibt es Rotbuchen, Hainbuchen und Traubeneichen, die 177 Jahre auf der Rinde haben. Auf'm Ried in Heinitz und in der Lakaienschäferei stehen um die 150 Jahre alte Gewächse. Sie recken sich 40 Meter und mehr empor, und ihr Kronendurchmesser kann schon mal 30 Meter erreichen, informiert Forstexperte Olsowski.
Auf einen Blick
Mit 311 Hektar Fläche gehört der Neunkircher Stadtwald zu den kleineren kommunalen Wäldern. Von diesem Gesamtareal sind rund 284 Hektar baumbewachsene Fläche, den Rest nehmen Wiesen, Wege, Straßen, Parkplätze etc. ein.




































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