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Votum für Humes und Dirmingen

Von SZ-Redakteurin Solveig Lenz-Engel

Eppelborn. Das kommt selten vor. Die Zuschauerreihen im Sitzungssaal des Eppelborner Rathauses waren am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Grund des Interesses war die Vergabe der noch einzurichtenden Krippenplätze an Kindertagestätten in den Ortsteilen (Veröffentlicht am 04.02.2012)

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Eppelborn. Das kommt selten vor. Die Zuschauerreihen im Sitzungssaal des Eppelborner Rathauses waren am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Grund des Interesses war die Vergabe der noch einzurichtenden Krippenplätze an Kindertagestätten in den Ortsteilen. Wie die SZ bereits berichtete, verfügt Eppelborn mit seinen acht Ortsteilen zurzeit über 90 Krippenplätze an den Standorten Bubach-Calmesweiler (45), Hierscheid (20) Eppelborn (10), Wiesbach (10), Dirmingen (5). Im Vorfeld hatte Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz (CDU) bekannt gemacht, dass er die vom Gesetzgeber noch geforderten zusätzlichen 24 Plätze im Dirmingen (15) und in Hierscheid (statt der 9 noch erforderlichen Plätze wegen der besseren Fördermöglichkeiten 10 Plätze) ansiedeln möchte. Was ihm harsche Kritik aus Humes eingetragen hatte; unter anderem, weil der katholische Humeser Kindergarten bei einer Entscheidung pro Hierscheid bestandsgefährdet sei und es in dem ohnehin gebeutelten Ortsteil (die Regel-Grundschule wurde geschlossen) dann gar keine Betreuung für Kleinstkinder gäbe.

Vor dem Gemeinderat und den aufmerksamen Zuhörern, die wohl schwerpunktmäßig aus Humes gekommen waren, erläuterte Lutz einmal mehr seine Präferenz für Hierscheid. Dort sei die Vergrößerung des bereits vorhandenen Krippenbereichs dank der mittlerweile leer stehenden ehemaligen Lehrerdienstwohnung leicht möglich. In Hierscheid werde die Kinderbetreuungs-Einrichtung außerdem von der Gemeinde betrieben und sei nicht wie in Humes in kirchlicher Hand ("wer bezahlt, sollte auch bestimmen können"). Die Aufstockung der Zahl der Krippenplätze in Dirmingen, wo es einen evangelischen und einen katholischen Kindergarten gibt hält Lutz angesichts der Größe des Ortsteils für angemessen. Ob eine Gemeinschaftslösung der beiden Kindergärten gefunden wird, ob an- oder neu gebaut wird, müsse noch verhandelt werden, so Lutz.

In Sachen Dirmingen brachten die Fraktionen der CDU (Sprecher Berthold Schmitt), SPD (Karlheinz Müller) und Linken (Dieter Schmidt) andere Vorstellungen zur Realisierung der 15 neuen Plätze als der Bürgermeister ein. So brachte die SPD die Idee der Zusammenarbeit mit der Rothenbergschule der Lebenshilfe (Stichwort Inklusion) ein, die Linke kritisierte kirchliche Vorschuleinrichtungen aus grundsätzlichen Erwägungen. Die Kommune solle als Haupt-Geldgeber auch das alleinige Sagen haben. Am Standort selbst fanden alle Gefallen.

Einig war der Rat auch bei der Ablehnung der Erweiterung von Hierscheid. Die CDU kritisierte, dass bei einem Zuschlag für Hierscheid der Kindergarten in Humes die einzige katholische Einrichtung in Eppelborn ohne Krippe sei. Für die SPD ("bei Kindern darf nicht mit Kosten argumentiert werden") zählte, dass Humes mit (Montessori-)Schule, Kindergarten und Krippe für junge Familien besonders attraktiv sein könnte. Auch die Linke konstatierte, dass Humes bei steigendem Bedarf für Kleinstkinder-Betreuung (Krippen nehmen Kinder schon im ersten Lebensjahr auf) eine Entwicklungs-Möglichkeit brauche.

Die Abstimmung war dann nur noch Formsache: Der Bürgermeister wurde beauftragt, die Vorbereitungen für die Aufstockung des Krippenangebotes in Dirmingen und für die Einrichtung von Krippenplätzen in Humes zu treffen. Lutz würdigte diese Entscheidung als "Zielvorgabe", über die Details habe der Rat dann jeweils zu befinden. Das Publikum applaudierte nach der Ratsentscheidung zufrieden und verließ den Saal. Die Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft, Windkraft und der Wirtschaftsbericht waren offenbar nicht mehr interessant. > weiterer Bericht folgt

Foto: Gemeinde

"Die Details werden alle noch vom Gemeinderat beraten."

Fritz-Herrmann Lutz

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