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Humes kämpft um Krippenplätze

Von SZ-Redaktionsmitglied Marc Prams

Eppelborn/Humes. Mit Verwunderung und Ärger hat man im Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde Humes eine Aussage des Eppelborner Bürgermeisters Fritz-Hermann Lutz (CDU) zur Kenntnis genommen (Veröffentlicht am 01.02.2012)

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Munter, wie hier in einer Krabbelstube, geht es auch in der Humeser Kita zu. Dort fürchtet man allerdings langfristig um den Standort und bittet die Gemeinde um Krippenplätze. Foto: Lehmann

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Eppelborn/Humes. Mit Verwunderung und Ärger hat man im Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde Humes eine Aussage des Eppelborner Bürgermeisters Fritz-Hermann Lutz (CDU) zur Kenntnis genommen. Lutz hatte im Rahmen des Neujahrsempfangs in seiner Ansprache erklärt, dass er beabsichtige, den evangelischen und den katholischen Kindergarten im Ortsteil Dirmingen in einer neuen Einrichtung zusammenzuführen und dort zusätzlich 15 neue Krippenplätze zu schaffen.

"Sollte das Vorhaben des Bürgermeisters eintreten, wären wir weiterhin der einzige Kindergarten in der Gemeinde ohne Krippenplätze. Eine klare Benachteiligung", erklärt Theo Lambert, Mitglied im Humeser Verwaltungsrat und Beauftragter für den katholischen Kindergarten.

Der Gesetzgeber gibt nämlich vor, dass für 35 Prozent der unter Dreijährigen ab August 2013 ein Krippenplatz vorhanden sein muss. Nicht geregelt ist allerdings die Verteilung der zusätzlichen Plätze auf die einzelnen Kindertagesstätten. Und genau da liegt die Problematik. Denn zur Genehmigung einer neuen Krippengruppe in einer Kita und den damit verbundenen Finanzzuschüssen müssen mindestens zehn Plätze geschaffen werden. Die Gemeinde Eppelborn verfügt bereits über 90 Krippenplätze. Laut einer Prognose des Kreisjugendamtes werden für die Bedarfsdeckung im Jahr 2013 insgesamt 114 Plätze benötigt. Sollten nun in Dirmingen 15 neue Plätze entstehen, blieben noch neun zur Verteilung übrig. Und das wäre zu wenig für eine Genehmigung.

"Selbst wenn wir diese neun Plätze bekämen, würde das nicht ausreichen. Wir wollen keinesfalls in Konkurrenz mit Dirmingen treten. Wir wollen nur, dass alle Ortsteile gleich behandelt werden", sagt Lambert. Günter Britz, ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrates, sieht das ähnlich: "Der Bürgermeister möchte die Krippenplätze in Gutsherrenart vergeben. Das kann nicht sein." Pfarrverwalter Kai Georg Quirin sieht nicht nur den Kita-Standort Humes in Gefahr. "Auf lange Sicht hätte diese Vergabe Auswirkungen auf die Lebens- und Wohnqualität. Ohne Krippenplätze wäre Humes für junge Familien mit Kindern nicht mehr als Wohnort attraktiv", so Quirin.

Bürgermeister Lutz betrachtet die Angelegenheit pragmatisch und verweist auf den Nachbarort Hierscheid als Alternative für Eltern, die einen Krippenplatz benötigen. "Jedes Kind, das eine Krippe besucht, wird von den Eltern gebracht. Überwiegend mit dem Auto. Und gerade mal 1,5 Kilometer entfernt, in Hierscheid, befindet sich ein gemeindeeigener Kindergarten mit 20 Krippenplätzen", erklärt Lutz.

Nach Absprache mit seiner Fraktion möchte der Bürgermeister in der morgigen Sitzung des Eppelborner Gemeinderats aber einen Kompromiss vorschlagen: "Wenn der Gemeinderat meinem Vorhaben und der Vergabe der Krippenplätze in Dirmingen zustimmt, bin ich bereit, die restlichen neun Plätze für das kommende Jahr an die Kita in Humes zu vergeben und dort zusätzlich einen weiteren Platz einzurichten. Ich denke, mit diesem Vorschlag könnten dann alle Seiten zufrieden sein." Als Standort für die neue Kindertagesstätte in Dirmingen zieht er die Grundschule in Betracht. Dort seien bereits Räumlichkeiten und Infrastruktur vorhanden, so dass ein "schönes Kinderhaus" entstehen könne.

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