Herr Eiber, Sie sind jetzt seit zwei Jahren der Verantwortliche im Jugend-Leistungssportbereich des SBV. Was hat sich in dieser Zeit verändert?
Volker Eiber: Alles ist professioneller geworden. Vorher hat der Verband für sich alleine gearbeitet, jetzt stehen wir in enger Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt und dem Landessportverband für das Saarland. Da bestehen eine ganz neue Art der Kommunikation und ein reger Austausch. Und davon profitiert vor allem unsere Jugend. Auch die Planung insgesamt, das Konzept, hat sich verändert. Vorher war es eher chaotisch, da hat jeder seinen Kram gemacht. Jetzt gibt es mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Verantwortungsbereichen.
Welche Rolle spielt der saarländische Landestrainer Dede Dewanto in diesem System?
Eiber: Er ist unser hauptverantwortlicher Cheftrainer. Wichtig ist, dass er sich rein aufs Sportliche konzentrieren kann, während ich ihm den Rücken frei halte. Julia Welker (Mitarbeiterin der SBV-Geschäftsstelle, Anm.d.Red.) und ich übernehmen die Planung von Turnieren, etliche Kalkulationen und den Haushaltsplan für die Jugend. So kann sich Dede auf die Arbeit auf dem Feld konzentrieren, wobei unsere Spitzengruppe speziell gefördert wird.
Wer ist Dede Dewanto?
Eiber: Er ist Indonesier und hat dort schon spätere Weltmeister trainiert. Neben seinem Engagement im SBV ist er auch einer der Bundestrainer des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) und Vereinstrainer des Bundesligisten 1. BC Bischmisheim. Insofern ist er an den Erfolgen und dem Aufschwung des deutschen Badmintons in den vergangenen Jahren beteiligt, wo ja mehrere Spieler den Sprung in die Weltspitze geschafft haben.
Wie sieht sein Training aus?
Eiber: Er ist bekannt für sehr gutes Fitnesstraining auf dem Feld. Damit legt er die konditionelle Grundlage für das Spiel. Die Spieler gehen zwar auch etwa zweimal pro Woche ins Krafttraining, aber hauptsächlich wird mit dem Schläger in der Hand trainiert.
Ist es für die saarländischen Talente leichter, den Sprung in die Nationalmannschaften zu schaffen, weil Dewanto im DBV involviert ist?
Eiber: Natürlich. Er sorgt damit auch für optimale Trainings- Sparringspartner und stellt den Kontakt her. Für den Sprung unserer Jugend zu den DBVMannschaften bin aber auch ich zuständig. Deshalb stehe ich in direkter Kommunikation mit Chef-Bundestrainer Jakob Hoi.
Das größte Talent des SBV ist Marvin Seidel vom KV St. Ingbert. Was zeichnet ihn aus?
Eiber: Er ist schon zwei oder drei Jahre im Nationalmannschaftskader. Marvin ist zielorientiert, fokussiert und weiß, was er will. Eine große Stärke sind seine psychischen Ressourcen. Er kann seinen Gegner gut lesen und dessen Schwächen ausnutzen. Außerdem besitzt Marvin eine große Spielintelligenz und hat gute Spielideen. Das sind Dinge, die schlecht trainiert werden können, das liegt in seinem Talent. Jetzt liegt die Fokussierung auf der europäischen Spitze.
Welche Talente sind nach ihm auf dem Sprung zur internationalen Ebene?
Eiber: Da sind Kim Bender, Anna Jungmann und Matthias Deininger zu nennen. Wir haben aber auch eine starke U15- Altersklasse, zu der wir, wegen der ungewissen körperlichen Entwicklung, derzeit aber nur wenige Prognosen abgeben können.
Vom 10. bis 12. Februar finden in Gera die deutschen Jugendmeisterschaften statt. Was sind die Ziele der genannten Talente?
Eiber: Marvin Seidel wird sich hauptsächlich auf Doppel und Mixed konzentrieren. Da liegen seine Stärken, so wie bei Nationalspieler Michael Fuchs. In beiden Disziplinen soll mindestens das Endspiel erreicht werden, im Mixed will er deutscher Meister werden. Wenn dann noch genug Zeit ist für die Einzelkonkurrenz, könnte er dort das Halbfinale erreichen. Matthias Deininger will ebenfalls ins Halbfinale, genau wie Kim Bender. Bei Anna Jungmann hoffe ich, dass sie Stabilität beweist und unter die letzten Acht kommt. Sie hat viel Perspektive.
Die Kaderathleten des Saarländischen Badminton-Verbandes:
U19, Jahrgang 1993: Nathalie Burger (TuS Wiebelskirchen).
Jahrgang 1994: Viviane Charoloy, Saskia Schüssler, Mathias Deininger (alle 1. BC Bischmisheim), Andreas Schneider (TuS Wiebelskirchen).
Jahrgang 1995: Yannick Müller, Anna Jungmann (beide 1. BC Bischmisheim), Martin Winter (TuS Wiebelskirchen), Marvin Seidel (KV St. Ingbert).
U17, Jahrgang 1996: Kim Bender (1. BC Bischmisheim).
Jahrgang 1997: Jacob Gebel (1. BC Bischmisheim), Benjamin Winter (TuS Wiebelskirchen), Jana Karmann (SuS Obere Saar), Johannes Kurz (TV Homburg).
U15, Jahrgang 1998: Matthias Petry (1. BC Bischmisheim).
Jahrgang 1999: Adrian Roth, Jonas Scheller, Ann-Kathrin Hippchen (alle 1. BC Bischmisheim), Michelle Drumm (TuS Wiebelskirchen), Selina Krein (PSV Saarbrücken).
U13, Jahrgang 2000: Alisa Rebmann, Yanush Wendland (beide 1. BC Bischmisheim).
Jahrgang 2001: Franziska Dennerle, Benedict Rivinius (beide 1. BC Bischmisheim). jan

































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