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Verbrannter Tier-Kadaver auf Wanderweg gefunden

Von SZ-Redaktionsmitglied Johannes Kloth

Auf einem Premiumwanderweg bei Weiskirchen-Rappweiler haben womöglich Wilderer einen Hirsch-Kadaver zusammen mit Schrott verbrannt. Ein SZ-Leser vermutet eine Protestaktion. (Veröffentlicht am 19.04.2010)

Die qualmenden Überreste des Hirschkadavers, umringt von verbranntem Müll.Foto: SZ

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Weiskirchen-Rappweiler. Es ist ein Bild des Grauens: ein halb verkohlter Hirsch-Kadaver, verstreute Innereien, die Überreste des Tier-Kopfes. Dazwischen halbverbrannte Müll-Reste: angesengte Kabel, undefinierbare Metallgegenstände. Es stinkt bestialisch nach verbranntem Gummi.

Mitten auf dem freien Feld der Gemeinde Weiskirchen, zwischen den Ortsteilen Weierweiler und Rappweiler in Höhe des sogenannten „Rappweiler Wasserlochs“, haben ein Unbekannter oder mehrere Täter ein Feuer entfacht, eine Hirschkuh zusammen mit Schrott verbrannt. Als uns ein empörter SZ-Leser gestern Vormittag gegen elf Uhr an den Tatort führt, ist von Verursachern keine Spur mehr, doch die Brandfläche raucht noch.

Bereits am früheren Morgen gegen 8.45 Uhr hatte eine Frau die Polizei in Weiskirchen über die brennenden Abfälle und den Tierkadaver informiert. Vor Ort fanden die Beamten größere Menge Ummantelungen von Stromkabel brennend vor. In der Feuerstelle lag außerdem das frischabgezogene Fell eines etwa zwei- bis dreijährigen Hirsches. Das Tier, so vermutet die Polizei, wurde illegal geschossen, zerlegt und die Reste zusammen mit den Kunststoffummantelungen angezündet. Der Kriminaldienst der Polizei Wadern hat nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Jagdwilderei und der illegalen Abfallentsorgung aufgenommen. Außerdem sollen die Ermittlungen wegen eines möglichen Metalldiebstahls ausgedehnt werden. Die Polizei vermutet Zusammenhänge mit Altkabel-Diebstählen, von denen der Landkreis vor einigen Monaten verstärkt betroffen war.

Da sich die Feuerstelle auf dem nach Ex-Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi benannten Premiumwanderweg befinde, könne es sich auch um eine Protestaktion gegen den Tourismus gehandelt haben, spekuliert der SZ-Leser. Oder gegen die geplante Fotovoltaik-Anlage unweit des Tatortes. Jedenfalls sei es nicht das erste Mal, dass der sichtlich betroffene Mann Zeuge von unerlaubten Feuern in dem Bereich wurde. Bereits vier Mal habe er in den vergangenen Jahren die Hinterlassenschaften von Feuerteufeln aufgefunden, einmal gar einen Landwirt auf frischer Tat ertappt, der daraufhin sofort die Flammen gelöscht habe.
„Dies hier ist ein Bild äußerer Verwüstung“, sagt er mit Blick auf die Brandstelle. „Wer so etwas macht, ist auch innerlich verwüstet.“ Und sollte es tatsächlich eine Protestaktion gewesen sein – wogegen auch immer –, so ist er sich sicher: „Es gibt genug andere Möglichkeiten, seinen Unmut legal zum Ausdruck zu bringen.“

Die Polizei Wadern bittet um sachdienliche Hinweise unter Tel. (0 68 71) 9 00 10.


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