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Ausstellung: Wie die Stasi Menschen bespitzelte

Von SZ-Redakteur Gerhard Franz

In der Gasgebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist gestern die Ausstellung "Feind ist, wer anders denkt" eröffnet worden. Darin wird das Wirken der DDR-Staatssicherheit beleuchtet. (Veröffentlicht am 27.05.2010)

Völklingen. Das Unrecht, das den DDR-Bürgern durch den gigantischen Bespitzelungsapparat des Ministeriums für Staatssicherheit widerfahren ist, soll nicht vergessen werden. Diesen Appell richtete die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, bei der Eröffnung der Ausstellung "Feind ist, wer anders denkt" an ihre Zuhörer, als sie sagte: "Den Fehlsichten auf die DDR müssen wir entgegentreten." Dazu gehöre auch die Verharmlosung des Unrechts der Bespitzelung.

Die Ausstellung in Völklingen, die bis zum 18. Juni täglich von zehn bis 19 Uhr geöffnet ist, hat die Stasi zum Gegenstand, vor allem ihre Akteure und ihre mehr oder weniger prominenten Opfer. Die Erkenntnisse dazu sind in in einer riesigen Zahl von Akten zusammengetragen, die die Staatssicherheit über die Jahrzehnte bis zum Jahr 1989 gesammelt hat.

Drei Gründe nannte Birthler, warum diese Stasi-Akten auch heute noch wichtig seien: Erstens, damit die Opfer von Bespitzelung und Ausspähung Einblick nehmen könnten; zweitens um die Frage nach Schuld beantworten zu können. Und drittens um zu verdeutlichen, wie der Herrschaftsapparat der DDR funktioniert habe. Birthler: "Die Stasi nannte sich Schild und Schwert der Sozialistsichen Einheitspartei Deutschlands."

In seinem Grußwort ging Ministerpräsident Peter Müller (CDU) auf das Motto der Ausstellung "Feind ist, wer anders denkt" ein und sagte: "Es ist das Wesen aller totalitären Gesellschaften, dass jemand, der anders denkt, bekämpft werden muss." Wenn heute die Frage aufgeworfen werde, ob die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei, müsse man sich nur Schlagworte wie Mauer, Schießbefehl, Stacheldraht oder den Straftatbestand der Republikflucht in Erinnerung rufen: "Deshalb war die DDR ein Unrechtsstaat, und es muss möglich sein, ihn so zu beschreiben."

Die Wanderausstellung dokumentiert die Entstehung, die Aufgaben und die Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit. Sie umfasst jedoch nicht nur die Darstellung des Täterapparates. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schicksal der Menschen, die ins Visier der Stasi geraten waren. Anhand ausgewählter Biographien werden die oft gravierenden Auswirkungen der Verfolgung durch die Geheimpolizei verdeutlicht. Die Ausstellung, die seit Oktober 2008 die Stasi-Aktivitäten in Erinnerung ruft, wanderte bereits durch mehrere Bundesländer, war schon im Ausland zu sehen und ist vor allem auch für Schüler attraktiv.

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