Selbst beim Fahrradfahren ist er geblieben – sein zweites Versprechen. In diesem Jahr will Hommes auf das gelegentliche Glas Alkohol verzichten. Standhaftigkeit bewies auch Parteikollege und Ratsfraktionschef Erik Kuhn: „Ich habe seit Aschermittwoch 2011 nicht mehr geraucht.“ Gleichzeitig hält er sich fit und plant inzwischen sogar seinen ersten Halbmarathon, sagt er. Was das Fasten bedeuten kann, weiß auch Petra Fretter von der CDU. Die Karlsbrunner Ortsvorsteherin verzichtet in diesem Jahr aber doch wohl eher auf den Verzicht, weil sie sehr viel zu tun habe. Sie arbeitet neben der Politik auch in einer Klinik, und das auch nachts. „Da brauche ich schon meine Nervennahrung“, also etwas Süßes, sagt sie.
Bei Wolfgang Brenner, dem Vorsitzenden des SV Röchling, spielt das Fasten kaum eine Rolle. „Warum auch?“ – Brenner konsumiert nichts übermäßig und sieht keinen Grund, sich einzuschränken. Die stillen Laster, wie eine Tafel Schokolade auf einen Rutsch, die dürfen auch so bleiben, sagt er. Auch Christoph Gottschalk, Macher der Tuesday-Station-Music-Reihe, hat mit Fasten nichts am Hut. „Es ist so wie mit dem Muttertag. Ich interessiere mich nicht dafür.“
Hätte er das in der peruanischen Stadt Ayacucho gesagt, hätte er wohl Kopfschütteln kassiert. „Meine Heimat ist sehr katholisch geprägt“, sagt Ruth Niethammer, Leiterin des Hilfsvereins für Ayacucho in Völklingen. „Man begleitet Jesus mit den Schmerzen.“ Sie selbst und ihre Kinder fasten nicht, genauso wenig ihr Mann Andreas Niethammer, in der Hüttenstadt Kinderarzt. Er bezweifelt den Zweck in gesundheitlicher Hinsicht: „Das sind Schnellschüsse ohne anhaltenden Effekt.“ Er empfiehlt, sich generell gesund zu ernähren. Faste man aus Gewichtsgründen, sollte man sich regelmäßig bewegen. Sonst baue man mit zehn Kilogramm auch drei Kilogramm Muskeln ab. Die fehlten dann bei der Verbrennung im Körper, der so genannte Jojo-Effekt trete ein, so der Arzt.
Ganz aufs Essen hatte vor vielen Jahren Meinrad Grewenig, Chef im Weltkulturerbe Völklinger Hütte, verzichtet. Es gab nur Flüssiges drei Wochen lang. Er fühlte sich dabei gut, wie er sagt. Seinen Kollegen kam er aber doch sehr anstrengend vor. „Deshalb nehme ich mir diesmal vor, netter zu meinen Mitarbeitern zu sein.“
Genau das bedeutet nämlich auch Fasten. Pfarrer Lothar Stoffel von der katholischen Pfarreiengemeinschaft im Warndt: „Es ist viel mehr möglich als der Verzicht aufs Essen.“ Fasten bedeute, aus den Gewohnheiten herauszutreten und sich neu zu erfahren. Ein Gedanke, den Pfarrerin Inge Wiehle von der evangelischen Gemeinde Völklingen-Warndt unterstreicht: „Den Alltag verändern, einen Blick für das Wesentliche gewinnen.“




































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