Von SZ-Mitarbeiter Julian Mai
Saarbrücken. Bei den Strompreisen im Saarland gibt es regional große Unterschiede. Das belegt eine Untersuchung des Online-Verbraucherportals Toptarif. So muss beispielsweise ein Musterhaushalt in Saarlouis bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr mit jährlichen Stromkosten von 1034 Euro rechnen. Wenige Kilometer weiter dagegen berechnet der Versorger Energis in Ensdorf im günstigsten Tarif gerade mal 846 Euro. Als Neukunde im lokalen „Online-Tarif“ sinken dort die Kosten im ersten Jahr sogar weiter auf 774 Euro. Angesichts der dichten Besiedelung fällt laut Toptarif-Energieexperte Thorsten Bogh auf, dass einige Anbieter den Wettbewerb im Strommarkt aktiv aufgenommen haben, während andere noch immer recht hohe Preise verlangen.
Dabei fällt auf, dass im Saarland der Abstand zwischen teuren und preiswerten Anbietern besonders groß ist. Während momentan vier saarländische Versorger zu den 25 günstigsten Versorgern zählen, finden sich gleich sieben saarländische Unternehmen unter den 25 teuersten Stromgrundversorgern wieder.
Spezielle Konditionen
Allerdings ist gerade bei den Billigtarifen der Abschluss oft an besondere Konditionen gebunden. Da gibt es beispielsweise Tarife die nur Online zu buchen sind, Vertragslaufzeiten über ein Jahr, längere Kündigungsfristen und Vorausbezahlung sind bei den günstigeren Angeboten fast schon die Regel. Insofern ist mit den preiswerteren Tarifen auch eine geringere Flexibilität verbunden.
Trotzdem lohnt sich laut Bugh der Preisvergleich mit billigeren Angeboten: „Passivität oder striktes Festhalten an lokalen Versorgern können die Haushaltskassen jährlich mit mehreren Hundert Euro belasten“, sagt Bugh. So könne, wer sich in Dillingen oder Saarlouis für einen neuen Stromanbieter entscheidet, pro Jahr bis zu 244 Euro sparen. Bei Buchung eines Tarifs mit jährlicher Zahlungsweise würde die Ersparnis eventuell noch höher ausfallen.
Ein Wechsel innerhalb der saarländischen Unternehmen ist häufig wegen abgegrenzter Gebiete schwer möglich. Energis allerdings bietet nach Auskunft einer Beraterin die Versorgung in den meisten Gebieten im Saarland an. Allerdings seien nicht überall auch alle Tarife verfügbar. Jedoch gibt es mehrere überregionale Anbieter, die den heimischen Stromversorgern mit preiswerten Angeboten Konkurrenz machen.
Die Preisunterschiede erklären die Toptarif-Experten unter anderem damit, dass die Anbieter an den Strombörsen den Strom zu unterschiedlichen Preisen einkaufen. „Die übliche Argumentation ist, dass der Strom beim Einkauf leider sehr teuer war, und dass der Preis jetzt auch an die Kunden weitergegeben werden müsse“, sagt Toptarif-Sprecherin Christina Seddig.




































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